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Bericht des Aufsichtsrates

Nach einem von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gekennzeichneten, äußerst herausfordernden Vorjahr kehrte die Salzgitter AG im Laufe des Geschäftsjahres 2010 auf einen von stetiger Erholung und positiver Ergebnisentwicklung geprägten Trend zurück. Hierzu trugen sowohl die gezielten Anstrengungen des vergangenen Geschäftsjahres als auch die fortschreitende konjunkturelle Erholung in Europa, insbesondere in Deutschland, bei.

Das abgelaufene Jahr hielt aber auch neue Herausforderungen für uns bereit, die für die gesamte Stahlindustrie gravierende Auswirkungen hatten: So stellten die massiv erhöhten Rohstoffpreise, verbunden mit dem Übergang vieler Rohstofflieferanten von jährlicher auf quartalsweise Preisbindung Teile unserer tradierten Geschäftsmodelle auf der Vertriebsseite grundlegend in Frage. Daher mussten wir die Vertragsstrukturen mit wichtigen Kundengruppen neu ausgestalten.

Trotz des schwierigen Umfelds und der anhaltenden Unsicherheiten auf den Kapitalmärkten gelang es der Salzgitter-Gruppe, die Ergebnisperformance im Laufe des Geschäftsjahres kontinuierlich zu steigern. Sowohl die Beschäftigung als auch die Erlöse verbesserten sich in den meisten Konzernunternehmen spürbar. Das Niveau vor der Krise konnte jedoch noch nicht wieder erreicht werden, und die Rohstoffkostensituation übte einen anhaltenden Margendruck aus.

In Geschäftsfeldern, in denen der Markt nach Einschätzung unseres Managements längerfristig unter den Folgen der Wirtschaftskrise leiden könnte und die Ergebnissituation trotz einsetzender Verbesserung unbefriedigend blieb, haben wir Strukturverbesserungsprogramme – teilweise auch in Verbindung mit Personalabbau – initiiert und im Wesentlichen bereits umgesetzt. Die in den letzten Jahren begonnenen umfangreichen Investitionsprogramme wurden fortgeführt und teilweise bereits abgeschlossen, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern.

Überwachung und Beratung des Vorstands bei der Führung der Geschäfte

Auch in diesem Geschäftsjahr haben wir den Vorstand bei der Führung der Geschäfte sorgfältig und regelmäßig überwacht, hierbei auf die Recht-, Zweck- und Ordnungsmäßigkeit geachtet und wesentlichen Maßnahmen mit dem Ziel einer nachhaltigen Fortentwicklung des Unternehmens zugestimmt. Unser Gremium erhielt sowohl ausführliche schriftliche als auch mündliche Berichte über die Geschäfts-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft sowie die verfolgte Geschäftspolitik.

Wir erhielten zeitnahe und umfassende Informationen über die bestehenden wirtschaftlichen Risiken sowie die Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen. Deren Ursachen wurden eingehend erläutert und diskutiert. Wir waren stets in alle Entscheidungen von besonderer Bedeutung für das Unternehmen eingebunden und nutzten die Möglichkeit, diese gemeinsam mit dem Vorstand ausführlich zu erörtern.

Der Aufsichtsrat der Salzgitter AG hat die aktuelle Lage und Entwicklung des Konzerns auf der Grundlage der Berichterstattung des Vorstands in vier ordentlichen und einer außerordentlichen Sitzung beraten. Die durchschnittliche Präsenzquote der Aufsichtsratsmitglieder betrug 90% – eine kurzfristig anberaumte außerordentliche Sitzung mit einbezogen. Zwei Aufsichtsratsmitglieder nahmen an zwei beziehungsweise einer Sitzung teil. Darüber hinaus fanden neun Präsidiumssitzungen statt. Der Prüfungsausschuss beriet sich viermal. Der Nominierungsausschuss trat einmal zusammen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende koordinierte die Arbeit des Aufsichtsrats und hielt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr.-Ing. E. h. Wolfgang Leese, regelmäßig Kontakt und beriet mit ihm die aktuelle Lage der Gesellschaft, ihre Weiterentwicklung sowie wichtige Geschäftsvorfälle.

Beratungsschwerpunkte im Aufsichtsrat

Die Beratungen des Aufsichtsrats beschäftigten sich vor allem mit den Anstrengungen der Konzerngesellschaften, im Zuge der allgemeinwirtschaftlichen Erholung zur Profitabilität zurückzufinden, und den Herausforderungen, die sich durch die veränderten Rahmenbedingungen der Rohstoffbeschaffung ergaben. Ferner ließen wir uns über den Realisierungsstand der laufenden Investitionsprojekte, insbesondere im Unternehmensbereich Stahl, informieren.

Wir haben der Begebung einer zu sehr günstigen Konditionen platzierbaren Umtauschanleihe im Volumen von 296 Mio. € zugestimmt.

Parallel zu den Fragen des operativen Geschäfts entschied der Aufsichtsrat über die Nachfolge im Vorstandsvorsitz und im Vorstandsressort Finanzen.

Jahresabschluss- und Konzernabschlussprüfung

In der Sitzung am 24. März 2011 befassten wir uns eingehend mit dem Jahresabschluss der Salzgitter AG und dem Konzernabschluss jeweils zum 31. Dezember 2010 sowie dem gemeinsamen Lage bericht der Aktiengesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr 2010. Zuvor hatte der von der Hauptversammlung gewählte Abschlussprüfer, die PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, beide Abschlüsse geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Er testierte die Übereinstimmung der Bilanzierung, Bewertung und Konsolidierung im Konzernabschluss mit den International Financial Reporting Standards (IFRS). Darüber hinaus bestätigte der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Beurteilung des Risikomanagementsystems, dass der Vorstand die nach dem Aktiengesetz geforderten Maßnahmen getroffen hat, um Risiken frühzeitig zu erkennen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten.

Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hatte sich zuvor Einzelheiten der Abschlüsse von Vorstand und Abschlussprüfer erläutern lassen und sich ergebende Fragen diskutiert. Er schlug dem Aufsichtsrat vor, die Abschlüsse zu billigen.

Der Jahresabschluss der Salzgitter AG, der Konzernabschluss, der gemeinsame Lagebericht der Gesellschaft und des Konzerns, der Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers haben den Mitgliedern des Aufsichtsrats zur Prüfung vorgelegen. An der Beratung des Jahres- und des Konzernabschlusses in der Aufsichtsratssitzung am 24. März 2011 nahmen die Vertreter des Abschlussprüfers teil und erläuterten die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung.

Die Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses sowie des gemeinsamen Lageberichts durch den Aufsichtsrat ergab keine Einwände. Wir stimmten dem Ergebnis der Prüfung seitens des Abschlussprüfers daher zu und billigten den Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands bezüglich der Verwendung des Bilanzgewinns schlossen wir uns nach eingehender Prüfung an.

Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand

Herr Dr. Lothar Hagebölling, bis Ende Juni 2010 Chef der Niedersächsischen Staatskanzlei, legte sein Aufsichtsratsmandat im Zuge seines Ausscheidens aus dem Landesdienst und seines Wechsels in das Bundespräsidialamt zum 18. August 2010 nieder. An seine Stelle rückte durch gerichtliche Bestellung der Niedersächsische Finanzminister Herr Hartmut Möllring zum 6. September 2010 nach. Der Aufsichtsrat wählte Herrn Möllring mit Wirkung ab dem 23. September 2010 zum Mitglied des Präsidiums, des Strategieausschusses und des Nominierungsausschusses.

Die aktuellen Mitglieder des Aufsichtsrats sind im Konzernlagebericht mit Hinweisen auf ihre jeweils anderweitig wahrgenommenen Mandate genannt.

Zum 31. Januar 2011 schied Prof. Dr.-Ing. E. h. Wolfgang Leese nach elfjähriger Zugehörigkeit altersbedingt aus dem Vorstand aus. Der Aufsichtsrat dankt Prof. Leese für sein langjähriges, erfolgreiches Wirken für eine auf Nachhaltigkeit, Profitabilität und Eigenständigkeit ausgerichtete Weiterentwicklung des Unternehmens. In seine Amtszeit fielen insbesondere die Erwerbe der Röhren- und der Technologiesparte sowie die Fortentwicklung der Führungsstruktur vom Stammhauskonzern in eine Managementholding.

Prof. Dr.-Ing. Heinz Jörg Fuhrmann wurde mit Wirkung ab dem 1. Februar 2011 zum Vorsitzenden des Vorstands ernannt. Der Aufsichtsrat bestellte Dipl.-Volkswirt Burkhard Becker zum weiteren Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das Ressort Finanzen.

Wir danken dem Vorstand und allen Mitarbeitern des Konzerns für die von ihnen geleistete Arbeit und ihren Einsatz im Geschäftsjahr 2010.
Salzgitter, 24. März 2011

Der Aufsichtsrat

Rainer Thieme
Vorsitzender

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