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Interview mit Peter-Jürgen Schneider, Personalvorstand der Salzgitter AG

Redaktion: Warum hat sich die Salzgitter AG entschlossen, das Projekt GO – Die Generationen-Offensive 2025 zu initiieren?

Peter-Jürgen Schneider: Im Zuge der demographischen Veränderungen in der Gesellschaft wird der Anteil älterer Mitarbeiter an der Gesamtbelegschaft in den nächsten Jahren kräftig ansteigen. Gesetzgeberische Maßnahmen wie das Ende der Altersteilzeit und die Anhebung des Renteneintrittsalters verstärken diesen Trend. Man darf mit Präventionsmaßnahmen nicht erst anfangen, wenn es bereits zu spät ist. Mit GO haben wir daher rechtzeitig die Grundlage für die Personalarbeit gelegt und die meisten Personalinitiativen im Konzern gebündelt und systematisiert.

Redaktion: GO ist sehr umfassend angelegt. Welche Idee steht hinter diesem Ansatz?

Peter-Jürgen Schneider: Der demographische Wandel verändert alle gesellschaftlichen Strukturen. Die Zahl der Schüler und später der potenziellen Auszubildenden und Studierenden geht zurück – mit entsprechenden Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb beschäftigen wir uns nicht nur mit den älteren Mitarbeitern, sondern haben zugleich die Form der Nachwuchsgewinnung verändert.

Redaktion: Also ist GO auch ein Beitrag zur Zukunftssicherung des Salzgitter-Konzerns?

Peter-Jürgen Schneider: Wir wollen mit GO den Mitarbeitern ein erfülltes und wertschöpfendes Arbeiten bis zum Rentenalter ermöglichen. Zugleich wollen wir damit die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit des Konzerns auch unter den veränderten demographischen Bedingungen sicherstellen.

Redaktion: Was sind für Sie die herausragenden Teilprojekte?

Peter-Jürgen Schneider: Mit der Neuordnung der Werksrenten haben wir einen Beitrag zur Ermöglichung vorzeitigen Ruhestands geleistet, unternehmensinterne Fitness-Center und Kooperationen mit externen Partnern bieten Möglichkeiten der Prävention. Mit einem umfassenden System der Personalentwicklung – PEQO genannt – wird bei der Salzgitter Flachstahl GmbH die Qualifizierung auch im Tarifbereich deutlich vorangebracht. Mit BONA SZ haben wir gemeinsam mit Partnern ein Programm aufgelegt, um bei Schülern das Interesse an naturwissenschaftlich-technischen Ausbildungsgängen zu wecken und zu stärken. Die Liste dieser Beispiele ließe sich noch erheblich erweitern.

Redaktion: Wie geht es mit GO weiter? Was werden neue Arbeitsschwerpunkte sein?

Peter-Jürgen Schneider: Die Umsetzung von GO wird auch weiterhin die Basis unserer Personalarbeit bleiben. Ich sehe künftig drei Schwerpunkte: Der demographische Wandel wird es unumgänglich machen, in viel stärkerem Maße die Fähigkeiten und Begabungen von Frauen in technischen Berufen zu nutzen. Hier müssen wir an dem Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf arbeiten und Arbeitszeitsysteme flexibler gestalten. Auch für junge Männer scheint die sogenannte „Work-Life Balance“ wichtiger zu werden. Ein dritter Punkt ist die verstärkte Integration junger Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft. Hier liegen Bildungsreserven brach, und es geht auch um potenzielle Nachwuchskräfte.

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