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Dubai

Zwischen Wolkenkratzern und 1001 Nacht …

… zwischen Urlaubsziel und wirtschaftlichen Aussichten: Der Mittlere Osten boomt. Was der Besucher unbedingt sehen sollte – und warum sich Salzgitter in Dubai engagiert
Die Metro in Dubai steht für alles, was die Zwei-Millionen- Metropole am Persischen Golf ausmacht. Sie ist modern, effizient, sieht gut aus und kann natürlich mit einem Rekord aufwarten – als das „längste fahrerlose, computergesteuerte Nahverkehrssystem der Welt“. Während die rote Linie besonders zwischen den Stationen Al Karama und Financial Centre die Bilder bietet, die der Fahrgast aus zahllosen Reisereportagen kennt – in der Sonne glitzernde Wolkenkratzer aus Stahl und Glas inklusive des Burj Khalifa, mit 830 Metern das höchste Gebäude der Welt –, führt die grüne Linie ins andere Dubai. Ins Dubai von gestern, mit Goldund Gewürz-Souk und mit traditionellen Dhaus, die am Ufer des Creek auf ihre Ladung warten, um damit jahrhundertealte Handelsrouten zu bedienen, die bis an die Ostküste Afrikas führen. Mit einem Erste-Klasse-Ticket für 1,50 Euro (Gold Card) erlebt der Fahrgast das Panorama besonders eindrucksvoll. Damit darf er in den vordersten Wagen einsteigen, wo keine Führerkabine die fantastische Sicht nach vorn behindert.

Allein Katar will 200 Milliarden Euro investieren

Dubai, Stadt der Superlative: Hier drehen sich nach wie vor rund 25 Prozent der Baukräne der Welt, hier entstehen weiter- hin die meisten Hotelneubauten, hier werden auch künftig Milliarden in die Infrastruktur gesteckt. Wie auch in anderen Regionen des Mittleren Ostens: Allein Katar, das 2022 die Fußball-WM ausrichtet, lässt mit gigantischen Plänen aufhorchen: Riesige Bahnhöfe, achtspurige Straßen und prächtige Fußballstadien sollen dem Emirat ein völlig neues Antlitz verleihen. Das geplante Investitionsvolumen liegt bei 200 Milliarden Euro. Oder Abu Dhabi, das mit seiner jetzt schon glitzernden Silhouette auf bestem Wege ist, Dubai einzuholen. Oder Saudi-Arabien, Kuwait, der Irak. Der Bedarf an Stahl bleibt hoch – auch durch zahlreiche neue Pipeline-Projekte, mit denen Öl und vor allem Gas transportiert werden sollen. Salzgitter Mannesmann International ist seit 2005 mit einem Büro in Dubai vertreten. Unter der Leitung von Rainer Terlinden kümmern sich vier Mitarbeiter um die Kunden in der Region – von Jordanien über Kuwait und den Libanon bis hin zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, zu denen Dubai gehört (mehr darüber ab Seite 18). „Dubai ist für den Handel im Mittleren Osten der ideale Ausgangspunkt“, sagt Rainer Terlinden, „weil hier viele wichtige Gesprächspartner sitzen und die Fluganbindungen gut sind.“ Er mag die Stadt aber auch privat: „Mir gefällt vor allem der Kontakt zu Menschen aus allen erdenklichen Nationen, die hier friedlich zusammenleben.“ Von den zwei Millionen Einwohnern in Dubai City sind nur 17 Prozent Emirati, aus Deutschland kommen rund 10.000 Menschen. Was man in Dubai sehen muss? Einige Vorschläge:

Burj Khalifa + Dubai Mall

Im Burj Khalifa wurden 31.400 Tonnen Stahlbeton verbaut – aneinandergelegt würden die stählernen Stäbe ein Viertel des Äquators umfassen. Mit der höchsten Zahl oberirdischer Stockwerke, dem höchsten Dach und der höchsten Spitze gingen die Rekorde des aktuell mit 830 Metern höchsten Bauwerks in allen Disziplinen zum ersten Mal seit Errichtung des Empire State Building 1931 wieder an ein Gebäude. Tipp: Wer die Tickets schon von zu Hause im Internet bestellt (www. burjkhalifa.ae), geht nicht nur sicher, dass er überhaupt auf die Aussichtsplattform in 440 Meter Höhe fahren darf (große Nachfrage!), er zahlt mit umgerechnet 20 Euro auch nur ein Viertel des Vorort- Tarifs. Welche Auswirkungen die Weltrekordhöhe des Burj Khalif auch hat, zeigt folgender Beschluss des Großmuftis von Dubai: Da in den oberen Stockwerken die Sonne drei Minuten länger scheint als unten, müssen sich die Bewohner im Ramadan entsprechend länger mit dem Fastenbrechen zurückhalten als die Nachbarn ganz unten – Essen und Trinken ist laut Koran während der Fastenzeit nur nach Einbruch der Nacht erlaubt. Der Zugang zum Burj Khalifa ist für Touristen nur von der unteren Etage der Dubai Mall möglich. Diese Einkaufsmeile ist mit ihren 1.200 Geschäften die größte der Welt. Zu den Attraktionen zählen das riesige zehn Millionen Liter fassende Aquarium mit 33.000 Meerestieren, darunter Haie. Auch sehenswert: die Dubai Fountain am Fuße des Burj Khalifa mit seinen Wasserspielen,

Palm Jumeirah + Marina

Aus der Luft sieht sie wie eine Palme aus – The Palm Jumeirah. Sie ist die erste von drei künstlichen Insellandschaften, die nach den Vorstellungen des Auftraggebers einmal das achte Weltwunder bilden sollen. Die Finanzkrise von 2009 hat das ehrgeizige Vorhaben erst einmal gestoppt – aber The Palm Jumeirah mit seinem „Stamm“, den 17 „Palmwedeln“ und dem rosaroten Atlantis-Hotel konnte im November 2008 eröffnet werden. Erkunden lässt sich die Insel mit der Palm Monorail, die auf dem Festland startet. In der Nähe: Dubai Marina, die sich zum „Hot Spot“ der Stadt mit vielen Restaurants entwickelt hat. Am Wochenende cruisen hier junge Araber mit ihren Ferrari, Lamborghini und Porsche um die Wette und verursachen noch nachts um zwei Uhr Verkehrsstaus. In dem Stadtviertel, das etwa 35 Kilometer südwestlich des Zentrums liegt, sollen einmal bis zu 200 Hochhäuser stehen – schon heute leuchtet die Dubai Marina abends mindestens so schön wie Manhattan.

Altstadt + Wüste

Die Keimzelle der Stadt Dubai liegt zu beiden Seiten des elf Kilometer langen Creek, einem Meeresarm des Persischen Golfs. Reger Schiffsverkehr symbolisiert das blühende Wirtschaftsleben, an den Ufern stapeln sich die Waren, die mit traditionellen Dhaus bis nach Afrika transportiert werden. An der östlichen Seite des Creek liegt das historische Viertel Deira mit farbenprächtigen Souks und Märkten inmitten enger Bebauung. Tipp: Den Wasserarm mit einem der traditionellen Abras überqueren. Abras sind offene Wassertaxis, eine Fahrt kostet umgerechnet 20 Cent. Nicht versäumen sollte man schließlich einen Trip in die Wüste. Zum Beispiel nach Bab Al Shams, einem Fünf-Sterne-Resort, rund 45 Kilometer landeinwärts gelegen. Bei einem kühlen Bier von der Dachterrasse des Hotels aus den Sonnenuntergang erleben – das ist unvergesslich. Dubai wäre nicht Dubai, wenn es nicht auch für die Zukunft fantastische Pläne hätte. So entsteht mit „Dubailand“ auf 217 Quadratkilometern gerade der größte Vergnügungs- und Themenpark der Welt, der nach seiner Fertigstellung 2018 täglich 200.000 Besucher anziehen soll. Übrigens: Irgendwo in der kapitalistischen Glitzerwelt Dubais sorgt DDRStahl für Halt und Stabilität. Und das kam so: Als der Palast der Republik in Berlin 2008 abgerissen wurde, blieben 25.000 Tonnen mächtige Träger von 90 Metern Länge übrig. Sie wurden eingeschmolzen und zu neuen Stahlprodukten verarbeitet, unter anderem zu neuen, kürzeren Trägern. Die landeten über einen türkischen Händler schließlich bei Baufirmen in Dubai und wurden dort verbaut: Stahl ist eben zu 100 Prozent recycelbar – und kümmert sich nicht um Politik.

Das ist Dubai

Dubai ist Teil der Vereinigten Arabischen Emirate, kurz VAE genannt. Es handelt sich um eine Föderation von sieben Emiraten im Südosten der Arabischen Halbinsel. An der Küste des Persischen Golfes gelegen und mit Zugang zum Golf von Oman, grenzt das Land an Saudi- Arabien und Oman. Außer Dubai besteht es aus den Emiraten Abu Dhabi, Adschman, Fudschaira, Ra’s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Qaiwain. Die Hauptstadt der VAE ist Abu Dhabi. Sie ist nach Dubai die zweitgrößte Stadt des Landes und ein wichtiges Industrieund Kulturzentrum. Der Islam ist die offizielle Religion und Arabisch die offizielle Sprache. Die VAE besitzen die siebtgrößten Ölvorkommen der Welt, sind eine der am weitesten entwickelten Volkswirtschaften des Nahen Ostens und eines der reichsten Länder der Welt mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von 54.607 US-Dollar. Das Land hat einen relativ hohen Human Development Index, im Weltmaßstab liegt es auf dem 35. Platz (Stand 2009). Der Internationale Währungsfonds klassifiziert die VAE als „high income developing economy“. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Emiraten sind jedoch extrem, da nur drei der sieben Emirate Erdöl und Gas fördern. In austarierter Abstufung fließt das Geld von reicheren Emiraten wie Abu Dhabi in wirtschaftlich benachteiligte und rohstoffarme Gebiete wie zum Beispiel Ra’s al-Chaima, um eine gleichmäßige ökonomische Entwicklung zu gewährleisten. Alle Unternehmen (ausgenommen in Freihandelszonen) müssen zu mindestens 51 % einem Einheimischen gehören. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass nur Emirater in Führungspositionen sitzen. In den vielen Freihandelszonen können Unternehmen von Ausländern in der Regel unabhängig von einem einheimischen Bürger betrieben werden – wie auch die Niederlassung von Salzgitter Mannesmann International in Dubai, die in einer Freihandelszone registriert ist.

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pk@salzgitter-ag.de

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