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Ausblick

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Im Gefolge der Expansion in den USA und in Asien hat die Weltwirtschaft bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2003 Fahrt aufgenommen, und aus heutiger Sicht spricht vieles dafür, dass die konjunkturelle Erholung 2004 weltweit fortschreitet und an Breite gewinnt. In den USA wird ein gegenüber dem Jahr 2003 höheres Wirtschaftswachstum erwartet. Lateinamerika geht von einer durch die günstigen Wechselkurse von Real und Peso florierenden Exportwirtschaft und damit verbundenen Verbesserung der konjunkturellen Lage aus. Die Volkswirtschaften in Russland und China sollten mit hoher Rate weiter wachsen. Für das Gesamtjahr 2004 wird seitens der deutschen Wirtschaftsinstitute bei Eintreffen der Wachstumsprognosen in den USA und Lateinamerika sowie der anhaltend guten wirtschaftlichen Entwicklung in Russland und China ein Weltwirtschaftswachstum in Höhe von etwa 3% vorhergesagt.

Eine derartige Situation würde nicht nur den Export aus Deutschland und der EU stimulieren; die Verbesserung der Absatz- und Ertragserwartungen sollte auch die Investitionsneigung der Unternehmen stärken. Nach wie vor existieren aber mit der fortgesetzten Aufwertung des Euro und der weiterhin angespannten Lage der öffentlichen Finanzen Faktoren, die die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum belasten können. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass die Konjunktur in Deutschland und im Euroraum auch 2004 keine große Dynamik entwickeln wird. Prognosen zu Beginn des Jahres sprechen von einem Anstieg des BIP von 1,7% (2003: –0,1%) in Deutschland und ebenfalls 1,7% (2003: 0,4%) im Euroraum.

Danach hat sich die Ausgangslage für den Walzstahlmarkt 2004 im Vergleich zum Vorjahr verbessert. So dürfte sich bei einer Belebung des internationalen Warenaustausches die Expansion der Marktversorgung mit Stahl weltweit fortsetzen. Die Aufnahmefähigkeit der asiatischen Märkte sollte insgesamt weiter steigen; China ist dabei Hoffnungsträger und Risikofaktor in einem. Für die Stahlverwendung in der EU darf im laufenden Jahr wieder mit einer günstigeren Entwicklung gerechnet werden. Die erwartete Belebung der Investitionstätigkeit in der EU sowie die Ausweitung der Erzeugung wichtiger Stahlverarbeiter (Rohrindustrie, Maschinenbau) werden nach ersten Prognosen zu einer Ausweitung um gut 2% führen. Der Zuwachs der Rohstahlerzeugung in Deutschland dürfte aufgrund einer problematischen Rohstoffsituation eher begrenzt sein.

Die Einfuhren aus Drittländern sollten den bisherigen Rahmen nur unwesentlich überschreiten. Hohe US-Dollar-Preise in anderen Regionen können die Attraktivität der europäischen Märkte einschränken. Inwieweit die Ausfuhr von Walzstahl aus der EU, vor allem wegen der derzeitigen Wechselkursrelationen, noch Wachstumspotenzial besitzt, bleibt fraglich. Positive Impulse können von dem starken asiatischen Markt sowie der guten Verfassung der US-Wirtschaft, aber auch dem spürbaren Nachfrageschub in Indien, Russland und Südamerika ausgehen. Dagegen ist zu konstatieren, dass in einigen Branchen zumindest in Deutschland noch kein nachhaltiges Potenzial zum Aufschwung ableitbar ist.

Die Entwicklung des Stahlrohrmarktes in 2004 ist ebenfalls eng mit der Entwicklung der weltwirtschaftlichen Lage verbunden. Im Bereich Öl und Gas wird dabei entscheidend sein, inwieweit die Ölkonzerne wieder in ihre Förder- und Transportsysteme investieren. Ein Auflösen des Projektstaus zeichnete sich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2003 ab.
Der Kraftwerksbau dürfte ebenfalls wieder anziehen, und der europäische Maschinen- und Anlagenbau erwartet, dass ein höheres Wirtschaftswachstum zum Abbau des Investitionsstaus führen wird. Die Automobilindustrie rechnet mit einer Produktion mindestens auf dem Niveau von 2003. Sorgen bereitet auch hier der starke Euro, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Stahlrohrhersteller und ihrer im Euroraum angesiedelten Kunden zunehmend beeinträchtigt. Dennoch dürfte sich die europäische Stahlrohrindustrie im Jahr 2004 positiver als im Vorjahr entwickeln. Voraussetzung ist allerdings, dass weiterhin erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Für die einzelnen Unternehmensbereiche des Salzgitter-Konzerns erwarten wir im Geschäftsjahr 2004 die nachstehend dargestellte Entwicklung.

Der Unternehmensbereich Stahl plant für das laufende Geschäftsjahr einen Gewinn etwa auf dem Niveau von 2003. Darin enthalten sind ein mittlerer zweistelliger Millionengewinn der SZFG, klar positive Ergebnisse der ILG und der SZGR sowie ein deutlich verringerter Verlust der PTG.
Die geplante Entwicklung bei SZFG resultiert aus positiveren Erlösansätzen, erhöhtem Brammenzukauf und größeren Instandhaltungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Hochofenzustellung. Steigenden Seefrachten und Preiserhöhungen für dollarkursabhängige Einsatzstoffe stehen positive Einflüsse aus der verbesserten Währungsrelation des Euro im Vergleich zum US-Dollar und die Wirkung zahlreicher Maßnahmen des EVP gegenüber.
Zu dem erheblich verbesserten Ergebnis der PTG sollen höhere Erlöse – einschließlich angenommener Weitergabe von Schrottpreisschwankungen mittels des „Schrottanhängers“ –, bessere Beschäftigung, die weitere Reduzierung der Belegschaft und andere EVP-Maßnahmen beitragen.
Bei ILG ist die gegenüber 2003 geringere Gewinnerwartung auf eine Normalisierung der Versandmenge und den Anstieg des Vormaterialpreises zurückzuführen.
SZGR rechnet für das Jahr 2004 mit einem gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderten Ergebnis.


Der Ergebnistrend für den Unternehmensbereich Handel ist im Geschäftsjahr 2004 weiterhin aufwärts gerichtet.
Die SHD-Gruppe soll mit dem erwarteten Gewinn das Niveau des Vorjahres erreichen. Dabei ermöglichen voraussichtlich eine veränderte Absatzstruktur und umfangreiche Kostensenkungsmaßnahmen der SSH, ihr Ergebnis zu verbessern. SCB und SHN gehen von etwas rückläufigen Ergebnissen aus. SID plant bei leichtem Absatzwachstum wegen Beschaffungsengpässen und gestiegenen Frachtkosten einen Erlösrückgang und damit einen niedrigeren, aber noch zufrieden stellenden Gewinn.
STV und SIH streben an, ihre Erträge in einem verbesserten Marktumfeld zu steigern.
HLK erwartet wegen des Anlaufs der neuen Produktsegmente Spaltband und Formzuschnitte einen Gewinnanstieg.
Das UES-Ergebnis soll von höheren Margen der Anarbeitung und einem verstärkten Exportabsatz profitieren. RSA rechnet bei weiterhin intensivem Wettbewerb mit einem etwas geringeren Gewinn.

Der Ergebnisbeitrag des Unternehmensbereiches Dienstleistungen bleibt im Jahr 2004 voraussichtlich etwas unterhalb des Vorjahreswertes. Der Hauptgrund dafür liegt in einer veränderten Philosophie der Ergebnisallokation zwischen einigen Dienstleistungsgesellschaften und den Hauptkunden im Konzern, den Unternehmen des Stahlbereiches. So wird sich das Ergebnis der VPS im neuen Geschäftsjahr reduzieren, da die Hochofenzustellung mengenmindernd ist und eintretende Kostensteigerungen nicht mittels Tariferhöhungen an Konzernkunden weitergegeben werden.
Bei DMU erhöht sich der Gewinn wahrscheinlich, wobei vor allem die höhere Shredderauslastung im Bereich Stahlschrott wirksam wird. PPS plant auf Basis einer Verbesserung im Bereich Technologie – aufgrund höherer Anwesenheitsquoten und weiterer Kostenreduzierung – ein wiederum in etwa ausgeglichenes Ergebnis.
Während GES einen relativ konstanten Gewinn und die TELCAT-Gruppe bei Zunahme des Fremdumsatzes steigende Überschüsse planen, erwartet HAN einen Gewinnrückgang infolge diverser Kostensteigerungen, die nicht durch höhere Mengen kompensiert werden können, da die bestehende Umschlagkapazität voll ausgeschöpft ist.

Der Unternehmensbereich Verarbeitung dürfte nach einem – durch umfangreiche Sondermaßnahmen gestützten – ausgeglichenen Ergebnis im Geschäftsjahr 2003 in 2004 noch einen – operativ allerdings erheblich reduzierten – Verlust aufweisen.
HSP plant wegen der weiter angespannten Marktlage im Spundwandbereich nochmals ein – jedoch gegenüber 2003 vermindertes – negatives Ergebnis. Durch die Steigerung der Absatzmenge und gleichzeitige Erhöhung der Nettoerlöse rechnet SZBE für 2004 mit einer Halbierung des Verlustes (vor Forderungsverzicht) in 2003. SZEP will den Gewinn leicht steigern, während SZAE primär infolge niedriger Auftragseingänge und trotz weiterer Kostensenkungen keine merkliche Verbesserung der Ertragslage erwartet.

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Für den Unternehmensbereich Röhren wird in 2004 mit einer gegenüber dem Vorjahr verbesserten Entwicklung gerechnet. Erheblichen Anteil daran sollen aufgrund des Entfalls von hohen Einmalaufwendungen, anspruchsvollen EVP-Maßnahmen sowie erhöhten Absatzmengen die Geschäftsfelder Großrohre und Kaltgefertigte Rohre haben.

Bei einer gegenüber 2003 erhöhten Nachfrage nach Öl- und Gasfeldrohren sowie einem weiterhin hohen Bedarf an Konstruktionsrohren liegen die Ergebniserwartungen für den Bereich Nahtlose Rohre (V&M Tubes) währungsbedingt etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Bereich Kaltgefertigte Rohre geht von einer positiven Entwicklung der Ergebnissituation aus. Während MHP mengen- und erlösbedingt eine deutliche Ergebisverbesserung prognostiziert, erwartet DMV aufgrund des geplanten Anstiegs der Versandmenge und einer günstigeren Kostensituation in 2004 einen reduzierten Verlust.

Im Bereich Mittlere Leitungsrohre ist mit einem positiven Ergebnisbeitrag auf Vorjahresniveau zu rechnen. Während MLP eine Steigerung des Absatzes von rohschwarzen Leitungs- und Ölfeldrohren erwartet, plant RGF bei insgesamt gleich bleibender Versandmenge eine weitere Verschiebung von Öl- und Gasrohren zu Wasser- und Konstruktionsrohren.

Für den Produktbereich Großrohre prognostiziert Europipe einen guten Auftragszulauf, wobei durch das Großprojekt „Ormen Lange“ bereits eine Basisauslastung gegeben ist.
Wegen des Entfalls der Stilllegungskosten und des negativen Ergebnisbeitrages des Werkes Joeuf sowie durch Ausschöpfung weiterer Einsparungspotenziale ist nach dem hohen Verlust des Vorjahres für 2004 ein etwa ausgeglichenes Ergebnis geplant.
Unter Einbeziehung der aktuellen Einschätzung der Risiken aus Konjunktur, Währungsparitäten und der Entwicklung auf den Rohstoffmärkten, die zu einer großen Schwankungsbreite führen können, erwarten wir aus heutiger Sicht für den Unternehmensbereich Röhren einen niedrigen zweistelligen Millionengewinn vor Steuern.

Die in diesem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2004 dargestellten Markterwartungen sind zusammen mit weiteren Rahmenbedingungen und vorgesehenen internen Maßnahmen vor Beginn des Geschäftsjahres in einem konzernumfassenden Prozess zu einer Gesamtplanung des Konzerns zusammengeflossen. Auf der Basis dieses Informationsstandes rechnen wir für das laufende Geschäftsjahr mit einem – gegenüber dem Vorjahr verbesserten – zweistelligen Millionengewinn vor Steuern.

Das Konzernergebnis ergibt sich entsprechend als Summe der Einzelplanungen der Tochtergesellschaften unter Einschluss der Holding sowie von Konsolidierungseffekten. Für die Dividendenfähigkeit des Konzerns ist hingegen der nach deutschem Handelsrecht (HGB) zu erstellende Einzelabschluss der Salzgitter AG maßgebend. Dabei ist auch entscheidend, dass nur ein Teil der Tochtergesellschaften direkt und zeitgleich zum dividendenfähigen Ergebnis der SZAG beiträgt. Insbesondere aufgrund der in 2004 wieder deutlich geringer erwarteten MRW-Dividende sowie möglicher weiterer Vorsorgemaßnahmen, die wegen der Verlustsituation der Gesellschaften HSP und SZBE erforderlich werden können, dürfte der Jahresüberschuss der SZAG gegenüber 2003 nur wenig steigerungsfähig sein. Dies gilt auch unter dem Aspekt, dass aus eventuellen fiskalischen Neuregelungen ein steuerlicher Mehraufwand wirksam wird. Dennoch erscheint aus heutiger Sicht die Ausschüttung einer angemessenen Dividende für das Geschäftsjahr 2004 aus dem operativen Ergebnis möglich.

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