Geschäftsbericht 2004

Wirtschaftliche Lage

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2004 verringerte sich die Stammbelegschaft von 17.825 um 248 (1,4%) auf 17.577 Belegschaftsmitglieder. Diese setzten sich aus 11.634 (66,2%) Lohnempfängern und 5.943 (33,8%) Gehaltsempfängern zusammen.

Aufgeteilt nach Unternehmensbereichen haben sich folgende Veränderungen ergeben:
Stahl -386, Handel -94, Dienstleistungen +466, Verarbeitung -76 und Röhren -162 Belegschaftsmitglieder (Blm.). Ohne die 100%ige Konsolidierung der Röhrenwerk Gebr. Fuchs GmbH (vorher quotal zu 50% enthalten) mit zusätzlich 148 Mitarbeitern wären im Unternehmensbereich Röhren 310 und im Salzgitter-Konzern entsprechend 396 Mitarbeiter weniger als zum Beginn des Geschäftsjahres 2004 beschäftigt gewesen.

Der Zuwachs im Unternehmensbereich Dienstleistungen ist hauptsächlich begründet durch den Einbezug der neu gebildeten Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH, deren Mitarbeiter aus der ehemaligen Mannesmann Forschungsinstitut GmbH (Unternehmensbereich Röhren, 165 Blm.) und der Forschungsabteilung der Salzgitter Flachstahl GmbH (Unternehmensbereich Stahl, 86 Blm.) stammen, ferner durch Übernahme von Ausgebildeten sowie den Wechsel von 271 Mitarbeitern im Rahmen der Altersteilzeitregelung vom Unternehmensbereich Stahl zur SZST Salzgitter Service und Technik GmbH.

Die Verminderung der Personalzahl in den anderen Unternehmensbereichen ist über das zuvor Ausgeführte hinaus, insbesondere auf das Auslaufen von Zeitverträgen, die Abkehr über Sozialpläne und auf Altersteilzeiter, die in Rente gingen, zurückzuführen.

In den Unternehmensbereichen entwickelte sich die Stammbelegschaft wie folgt:

Unternehmensbereich 31.12.2004 31.12.2003 Veränderung
Stahl 6.655 7.041 -386
Handel 1.733 1.827 -94
Dienstleistungen 3.979 3.513 466
Verarbeitung 969 1.045 -76
Röhren 4.122 4.284 -162
Holding 119 115 4
Konzern 17.577 17.825 -248

Zum 31. Dezember 2004 bestanden 983 (Vorjahr 940) Ausbildungsverhältnisse. Insgesamt wurden 14 Auszubildende im Anschluss an die Ausbildung konzernweit in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen, 207 erhielten gemäß den tariflichen Bestimmungen 6- beziehungsweise 12-monatige Zeitverträge.

Lediglich 100 Mitarbeiter verließen im Berichtszeitraum den Konzern auf eigenen Wunsch. Diese geringe Fluktuation spiegelt die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider und begrenzt den personalpolitischen Handlungsspielraum.

Die im Herbst 2002 angekündigte Reduzierung der Stammbelegschaft um 1.500 Mitarbeiter innerhalb von drei Jahren ist zu mehr als zwei Dritteln realisiert. Mit Ablauf des Jahres 2005 dürfte das Ziel erreicht sein.

Die Maßnahmen zur Verringerung von Unfällen spiegeln sich in einem kontinuierlichen Rückgang der H-Rate, die die meldepflichtigen Unfälle je 1 Mio. verfahrener Arbeitsstunden ausweist, wider. So nahm sie im Vergleich zum Geschäftsjahr 2003 deutlich von 20,1 auf 15,0 ab. Hier trat insbesondere der Unternehmensbereich Stahl mit einer H-Rate von 6,3 positiv hervor.

Auch die Krankenquote ist aufgrund des Gesundheitsförderungs- und Anwesenheitsverbesserungsprogramms sowohl im Lohnempfängerbereich als auch bei den Tarifangestellten im Jahresvergleich gesunken.

Die Mehrarbeitsquote war im Konzern fast durchgängig rückläufig, besonders ausgeprägt im Unternehmensbereich Verarbeitung.

Um die Kommunikation zwischen Vorstand und Geschäftsführern sowie Leitenden Angestellten weiter zu intensivieren, wird seit Januar 2004 ein dreistufiges System an Informationskreisen in der Salzgitter AG praktiziert.

An erweiterten Vorstandssitzungen nehmen etwa 20 ausgewählte Geschäftsführer der Konzerngesellschaften teil.

Zweimal jährlich werden alle Geschäftsführer sowie ausgewählte Leitende Angestellte zu einer Führungskräftetagung eingeladen.

Einmal jährlich trifft sich der Vorstand beim Konzernforum mit 500 Führungskräften der Leitungsebenen. Unter dem Motto "1+1>2" wurde auf dem Forum am 4. und 5. Mai 2004 neben neuesten Informationen über den Konzern besonders dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch Raum gegeben.

Im Berichtsjahr fanden erstmalig Personalentwicklungskonferenzen statt, die zukünftig einmal jährlich mit jeder Konzerngesellschaft durchgeführt werden. Diese Konferenzen sollen eine einheitliche Personalpolitik im Konzern sicherstellen und eine gesellschaftübergreifende Personalentwicklung ermöglichen.

Für die Entwicklung von Führungsnachwuchskräften, Führungskräften sowie Fachexperten im Konzern wurde in 2004 das Angebot an Maßnahmen systematisiert. Den Zielgruppen Hochschulabsolventen und Young Professionals in allen Gesellschaften stehen die regionalen Einsteiger-Programme "Salzgitter Förderkreis" und "MRW-Basisprogramm" zur Verfügung. Hierdurch wird insbesondere die Vernetzung der Teilnehmer in den Gesellschaften und den Unternehmensbereichen gefördert. Das darauf aufbauende "Management-Kolleg" für junge Führungskräfte mit Potenzial und das "Experten-Kolleg" für ausgewiesene Fachkräfte bieten eine Grundausbildung in General Management unter Einbeziehung spezifischer Salzgitter-Kompetenzen.

Für nahezu alle Konzerngesellschaften wurden 2004 Betriebsvereinbarungen zur Erfolgsbeteiligung für tariflich Beschäftigte und Lohnempfänger abgeschlossen. Damit sind wir dem Ziel, eine durchgängige Systematik für erfolgs- und zielvorgabenabhängige Entlohnungsbestandteile zu installieren, die nicht nur Vorstände, Geschäftsführer und Leitende Angestellte umfasst, sondern auch AT- und Tarifangestellte sowie Lohnempfänger einbezieht, einen wichtigen Schritt näher gekommen.

Im Geschäftsjahr 2004 gab es folgende wesentliche Tarifabschlüsse:
Im Verhandlungsergebnis vom 07. Juni 2003 zur stufenweisen Einführung der 35-Stunden-Woche im Tarifgebiet Stahl Ost hatten sich die Tarifvertragsparteien verpflichtet, unverzüglich über den Abschluss eines Tarifvertrages zur Beschäftigungssicherung und Einführung von Arbeitszeitkonten zu verhandeln. Der am 24. März 2004 vereinbarte Tarifvertrag ist insbesondere durch die Einführung von Arbeitszeitkonten mit einem Zeitkorridor von ±192 Stunden und einem Ausgleichszeitraum von maximal 24 Monaten gekennzeichnet. Damit wurden weitgehende Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeitszeit für die Unternehmen geschaffen. Außerdem kann zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit um bis zu 6 Stunden bei entsprechender Minderung der Löhne und Gehälter herabgesetzt werden.

Weiterhin einigten sich Arbeitgeber und IG Metall am 25. Oktober 2004 auf eine modifizierte Verfahrensweise zur stufenweisen Einführung der 35-Stunden-Woche. Ab 1. Oktober 2005 wird die Wochenarbeitszeit zunächst 37 Stunden, ab 1. Oktober 2007 36 Stunden und ab 1. Oktober 2009 35 Stunden betragen. Um der jeweils unterschiedlichen wirtschaftlichen Situation der betroffenen Gesellschaften in Ostdeutschland Rechnung zu tragen, wurde außerdem vereinbart, im Jahr 2005 für einige Gesellschaften abweichende Termine für die erste Phase festzulegen.

Bei der SZST Salzgitter Service und Technik GmbH ist mit Wirkung zum 1. Juli 2004 der Haustarifvertrag zur Altersteilzeit an die veränderten gesetzlichen Förderbedingungen des Altersteilzeitgesetzes angepasst und bei einer Reduzierung der Aufstockung der Rentenversicherungsbeiträge auf 90% bis zum 31. Dezember 2009 verlängert worden. Zugleich wurde der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung neu abgeschlossen. Die Ausgebildeten werden analog dem Stahltarif nunmehr grundsätzlich für 12 Monate in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass ein Teil der Ausgebildeten nicht dauerhaft im Unternehmen verbleiben kann, aber über den verlängerten Zeitraum eine stärkere soziale Sicherung und danach auch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben wird.

Am 20. Dezember 2004 haben sich die Tarifvertragsparteien der Stahlindustrie Nordrhein-Westfalen auf eine Erweiterung der Arbeitszeitflexibilität in den Unternehmen geeinigt. Durch Ergänzung des bestehenden Tarifvertrages zur Beschäftigungssicherung und zur Einführung von Arbeitszeitkonten können nun auch im Tarifgebiet Stahl West Arbeitszeitkonten mit einem Zeitkorridor von ±192 Stunden aufgebaut werden. Der Ausgleichszeitraum beträgt maximal 36 Monate. Gleichzeitig wurde der Tarifvertrag über Altersteilzeit vom 20. Juni 2000 bis zum 31. Dezember 2009 verlängert.


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