Geschäftsbericht 2004

Wirtschaftliche Lage

Investitionen

Der Schwerpunkt des Investitionsprogramms für den Salzgitter-Konzern lag auch 2004 im Unternehmensbereich Stahl, der insbesondere die beiden Großvorhaben "Inbetriebnahme des Hochofens C" und "Bau einer dritten Stranggießanlage" durchführte.

Die Gesamtzugänge zum Anlagevermögen betrugen 329 Mio. € (Vj. 273 Mio. €). Das Investitionsvolumen für Sachanlagen lag mit 228 Mio. € - wie im Vorjahr, aber im Gegensatz zu den davorliegenden Jahren - unter den entsprechenden Abschreibungen von 313 Mio. €, von denen jedoch 110 Mio. € auf außerplanmäßige Abschreibungen im Wesentlichen in den Unternehmensbereichen Stahl, Verarbeitung und Röhren entfielen.

Bei den Finanzanlagen führten insbesondere Anpassungen der Equity-Wertansätze zu 101 Mio. € Zugängen.

Investitionen/Abschreibungen1)

  InvestitionenAbschreibungen
in Mio. € gesamt davon
UB Stahl
gesamt davon
UB Stahl
2001 285 197 210 142
2002 251 127 220 137
2003 191 112 248 135
2004 228 146 3132) 1683)
Summe 955 582 991 582
1) ohne Finanzanlagevermögen
2) davon 110 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen
3) davon 38,5 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen

Von den Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte entfielen in diesem Geschäftsjahr 146 Mio. € auf den Unternehmensbereich Stahl, 13 Mio. € auf den Unternehmensbereich Handel und 34 Mio. € auf den Unternehmensbereich Dienstleistungen. Der Unternehmensbereich Verarbeitung investierte 10 Mio. €, und im Unternehmensbereich Röhren wurde ein Investitionsvolumen von 25 Mio. € realisiert.

Investitionen in Sachanlagen1) nach Unternehmensbereichen

in Mio. € GJ 2004 GJ 2003
Stahl 145,8 111,8
Handel 12,6 14,1
Dienstleistungen 34,4 16,2
Verarbeitung 10,4 18,4
Röhren 24,4 30,3
Sonstiges/Konsolidierung 0,3 0,4
Konzern 227,9 191,2
1) einschl. immaterieller Vermögenswerte

Abschreibungen auf Sachanlagen1)2) nach Unternehmensbereichen

in Mio. € GJ 2004 GJ 2003
Stahl 168,1 135,0
Handel 11,5 10,8
Dienstleistungen 17,5 17,8
Verarbeitung 66,9 42,3
Röhren 45,3 39,4
Sonstiges/Konsolidierung 3,5 2,7
Konzern 312,8 248,0
1) einschl. immaterieller Vermögenswerte
2) einschl. 110 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen

Die Investitionstätigkeit des Unternehmensbereiches Stahl war im Geschäftsjahr 2004 primär darauf ausgerichtet, die strukturelle Rohstahllücke im Konzern weiter zu schließen und damit eine wettbewerberunabhängigere Brammenversorgung sicherzustellen. Vorhaben hierzu sind hauptsächlich bei der SZFG realisiert und neu eingeleitet worden. So konnte die Gesellschaft im Mai 2004 nach nur 29 Tagen eine kapazitätssichernde Gestellneuzustellung im Unterofen des Hochofens B erfolgreich abschließen.

Der Hochofen C und die dritte Stranggießanlage haben, wie geplant, im November 2004 ihren Betrieb aufgenommen. Die Produktionsergebnisse der neuen Gießanlage entsprechen den hohen Erwartungen. Anlagengeometrie und technische Ausführung bieten die Voraussetzung für die prozesssichere Erzeugung von Güten in anspruchsvollsten Qualitätssegmenten des Marktes.

Die in 2004 begonnenen Projekte zur Kapazitätssicherung und Ergebnisverbesserung, wie der Einbau des neuen Turbogenerators zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks, die Neuzustellung des Hochofens A mit Gestellerweiterung und die Installation eines weiteren Wechselcoaters für die Bandbeschichtungsanlage, verlaufen planmäßig. Der Hochofen A und der Wechselcoater sollen 2005, der Turbogenerator des Kraftwerks 2006 in Betrieb gehen.

Schwerpunkt der Investitionsmaßnahmen der Peiner Träger GmbH (PTG) waren die Erweiterung des Umspannwerkes Klein-Ilsede und zusätzliche, bereits 2002 begonnene Maßnahmen zur Absicherung einer redundanten Stromversorgung am Standort Peine. Mit der erfolgreichen Inbetriebnahme der Gesamtanlage ist die Stromversorgung jetzt so ausgelegt, dass die Produktion bei einer Störung mittels Umschaltung fortgesetzt werden kann.

Auch das 2004 gestartete Projekt zur Modernisierung der Vorblock-Stranggießanlage verläuft plangemäß. Der erforderliche mehrtägige Umbaustillstand und die Wiederinbetriebnahme der Anlage sind für 2005 vorgesehen. Nach der Modernisierungsmaßnahme können unter anderem höhere Gießgeschwindigkeiten erreicht werden, die zu einer Leistungssteigerung der Anlage im unteren Abmessungsbereich führen.

Im Grobblechwalzwerk Ilsenburg konzentrierte sich das Investitionsgeschehen auf den Neubau einer Logistikhalle mit integriertem Blech-Zuschnittbetrieb. Nach dem Einbau der Anlagentechnik ist die Betriebsaufnahme für das 1. Quartal 2005 geplant. Die Investition wird entscheidende Verbesserungen der Versandlogistik mit sich bringen und damit die Kundenzufriedenheit weiter steigern. Die moderne Transport- und Brenntechnik trägt den erhöhten Abmessungs- und Qualitätsansprüchen in der Weiterverarbeitung von Grobblechen Rechnung.

Über die geplanten Großprojekte hinaus haben die Stahlgesellschaften eine Vielzahl kleinerer und mittlerer Projekte verwirklicht, um die Anlagentechnik voranzutreiben und sich so auf die Produktanforderungen der Kunden einstellen sowie aktive Produktentwicklung betreiben zu können.

Der Unternehmensbereich Röhren setzte 2004 Investitionsmittel insbesondere dazu ein, betriebliche Abläufe zu optimieren und Produktqualitäten zu verbessern. Ersatzinvestitionen, die die Betriebsbereitschaft absichern, rundeten das Programm ab.

Mannesmann Präzisrohr GmbH (MHP) nahm im Werk Holzhausen eine weitere Hochleistungssäge für Kurzlängen in Betrieb, um steigende Qualitätsanforderungen für Produkte aus dem Automotivebereich mit erheblich geringeren Verarbeitungskosten fertigungssicher zu erfüllen. Am Standort Hamm ersetzt eine neue 10-Rollen-Richtmaschine die alte Anlage, um den höheren Anforderungen an die Geradheit der Produkte gerecht zu werden.

DMV Stainless B.V. (DMV) hat die in 2002 begonnene Investitionsstrategie zur Spezialisierung der Standorte im Geschäftsjahr 2004 weiter verfolgt. Am Standort Costa Volpino, Italien, wurde das Kaltpilgeraggregat für kleinste Rohrdurchmesser mit einer neuen elektronischen Steuerung sowie mit einem neuen, leistungsfähigeren und qualitätsverbessernden Vorschubsystem ausgerüstet. Die im 4. Quartal 2003 begonnene Installation einer neuen Adjustagelinie für lange Rohre bis 30 m mit kleinen Durchmessern ist im 2. Quartal 2004 abgeschlossen worden und rundet damit die Ausrichtung der Fertigung in Costa Volpino auf kleine Durchmesser ab.

Mannesmann Line Pipe GmbH (MLP) hat im Bereich der Schweißstraße eine neue Trennanlage installiert und somit die Prozesskette für die Bearbeitungsmöglichkeit von dickwandigen Rohren vervollständigt.

Die Röhrenwerk Gebr. Fuchs GmbH (RGF) nahm zum Jahresbeginn 2004 einen neuen Lagerbereich mit Portalkran in Betrieb, was zu erheblichen Logistikverbesserungen führte.

Bei Europipe GmbH (EP) diente ein wesentlicher Teil der Investitionen im Jahr 2004 der Rationalisierung der Produktion. So sind im Rahmen des für den Standort Mülheim entwickelten Automatisierungskonzeptes zahlreiche Bedienstände zentralisiert und automatisiert worden.

Auch die übrigen Unternehmensbereiche haben eine Vielzahl von Investitionsvorhaben durchgeführt, deren Gesamtumfang bereits zuvor beziffert wurde und aus der nachstehenden Grafik zusammenfassend ersichtlich ist.

Investitionen in Sachanlagen nach Unternehmensbereichen

Investitionen in Sachanlagen nach Unternehmensbereichen

Der Salzgitter-Konzern plant für das Geschäftsjahr 2005 ein Investitionsbudget von 230 Mio. €. Von der Plansumme entfallen etwa 60% auf den Unternehmensbereich Stahl und hiervon wiederum etwa 65% auf die SZFG. Zusammen mit dem Nachlauf bereits in Vorjahren genehmigter Investitionen wird das Investitionsvolumen insgesamt über dem des Jahres 2004 (228 Mio. €) liegen.

Die effektive Auslösung der Investitionen erfolgt - wie bisher - sukzessive und im Einklang mit der Ergebnis- und Liquiditätsentwicklung.


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