Schutz der UmweltFür die Salzgitter AG ist Umweltschutz integraler Bestandteil der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens und zählt zu den zentralen Managementaufgaben. In der Öffentlichkeit ist die Herstellung von Stahl noch häufig mit tradierten Bildern von qualmenden Schloten und dunklen Wolken über den Stahlwerken verbunden. Aber diese Bilder sind Vergangenheit. Natürlich werden bei uns auch heute noch komplexe metallurgische Verfahren angewendet. Doch dies geschieht inzwischen zentral gesteuert, gekapselt und gefiltert. Die erreichten hohen umwelt- und energietechnischen Standards auf dem Weg vom Erz bis zu Hightech-Produkten aus Stahl sind deutlicher Beweis für die Kreativität und Schaffenskraft unserer Belegschaft. Um unsere Mitarbeiter noch stärker in die Umweltschutzbelange der Produktion einzubeziehen, forcieren wir die Einführung von Umweltmanagementsystemen nach der DIN EN ISO 14001. Das integrierte Hüttenwerk Salzgitter wird planmäßig stufenweise zertifiziert. Bis heute arbeiten bereits mehr als 50% aller Mitarbeiter in zertifizierten Betrieben. Unser Umweltmanagement ist dabei Bestandteil eines integrierten Systems, das auch Arbeitsschutz- und Qualitätsaspekte zusammenführt. Die Salzgitter Flachstahl GmbH will, ebenso wie andere Konzerngesellschaften, den eingeschlagenen Weg zielgerichtet fortsetzen. Dabei engagieren sich unsere Konzerngesellschaften auch über die Einführung der Managementsysteme hinaus bei der Systematisierung ihrer Umweltschutzbelange. So beteiligt sich neben der HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH, Dortmund, inzwischen auch die Mannesmann Line Pipe GmbH, Hamm, an dem regionalen „ÖKOPROFIT” (ökologisches Projekt für integrierte Umweltschutztechnik). Im Mittelpunkt dieses Projektes, an dem Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen teilnehmen, stehen Umweltbestandsaufnahmen, Umweltberatung und Weiterqualifizierung zu allen Themen des betrieblichen Umweltschutzes. Ziel ist es, den Ressourcenverbrauch im Hinblick auf eine nachhaltige Umweltentlastung weiter zu reduzieren und parallel dazu Betriebskostenersparnisse zu erreichen.
Zertifikat der Salzgitter Flachstahl GmbH (Unternehmensbereich Stahl)
Am 1. Januar 2005 ist der EU-weite Handel mit CO2-Emissionsberechtigungen gestartet. Während der vergangenen Monate wurde im Zusammenhang mit dem Emissionshandel öffentlich intensiv über steigende Strompreise diskutiert. Auch die Salzgitter AG beteiligt sich aktiv an den Diskussionen, um zu einer weitestmöglichen Entflechtung von Emissionshandel und Strommarkt zugunsten der Energieintensiven Industrie beizutragen. Über den CO2-Emissionshandel hinaus unterstützt die Salzgitter AG aktiv weitere Maßnahmen zum Klimaschutz. So hat sich die Salzgitter Flachstahl GmbH an einer Selbstverpflichtungserklärung des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK) zur Minderung des Kyoto-Gases Schwefelhexafluorid (SF6) beteiligt. Einen breiten Raum hat das Vorhaben der Europäischen Union zur Modernisierung und Systematisierung der Chemikalienpolitik in den umweltpolitischen Diskussionen des Jahres 2005 eingenommen. Zentraler Bestandteil dieses Ansatzes ist die so genannte REACH-Verordnung, die sich mit der Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien beschäftigt. Kerngedanke der Verordnung ist dabei eine Beweislastumkehr: Während bisher Behörden im Zusammenhang mit der Nutzung von Chemikalien Risiken zu ermitteln und Probleme anzusprechen hatten, sollen nunmehr Produkthersteller und Importeure den Nachweis der Unschädlichkeit ihrer in Verkehr gebrachten Stoffe systematisch führen. Die Salzgitter AG bekennt sich wie andere namhafte europäische Stahlhersteller ausdrücklich zu Umwelt- und Verbraucherschutz sowie zu gesunden Arbeitsverhältnissen. Der Vorschlag der EU-Kommission hätte jedoch für die Stahlindustrie Europas zu erheblichen Wettbewerbsverzerrungen geführt. Wir haben uns daher frühzeitig in die Diskussionen zur Chemikalienpolitik eingeschaltet. Wir wollten so dazu beitragen, dass bekanntermaßen seit vielen Jahrzehnten schadlos in der Stahlindustrie gehandhabte Materialien nicht mit unnötigem, kostenintensivem Untersuchungsaufwand beaufschlagt werden. Dazu gehören beispielsweise die Ausnahme von Erzen aus der Registrierungspflicht sowie eine zielorientierte Erfassung der vielen verschiedenen Stahllegierungen. Aufgrund der in Erster Lesung des Europäischen Parlaments Mitte November 2005 verabschiedeten Änderungsanträge sowie des sich abzeichnenden gemeinsamen Standpunktes der EU-Mitgliedstaaten gehen wir davon aus, dass aus Sicht der Stahlindustrie tragfähige Kompromisse gefunden werden. Das Jahr 2005 brachte der Abfallwirtschaft in Deutschland mit der Umsetzung der ambitionierten Anforderungen von Abfallablagerungs- und Deponieverordnungen erhebliche Umbrüche. Bekannte Folgen dieser Neuordnung der kommunalen Abfallwirtschaft waren zahlreiche Deponieschließungen und damit verbundene Kostensteigerungen bei den Entsorgungsdienstleistungen. Die Anforderungen dieser Verordnungen sind auch für die Stahlindustrie relevant. Wir haben deshalb insbesondere das Ziel verfolgt, die Deponiestandorte, die für unsere Zukunftsfähigkeit von existentieller Bedeutung sind, weiter betreiben zu können. Aufgrund langjähriger Vorarbeiten zur technischen Anpassung konnte so beispielsweise erreicht werden, dass die Behörden dem unbefristeten Weiterbetrieb unseres Hüttenreststoffzentrums zustimmten. Hier wird etwa ein Drittel aller im Hüttenwerk Salzgitter anfallenden Nebenprodukte und Abfälle aufbereitet und − soweit Verwertung oder Vermarktung nicht möglich sind − umweltverträglich abgelagert. Am Standort Ilsenburg wurde mit einem richtungweisenden Projekt zur Revitalisierung brachliegender Industrie- und Gewerbeflächen begonnen. Das Gesamtvorhaben wird sich über einen Zeitraum von etwa drei bis vier Jahren erstrecken. Der parallel dazu stattfindende Rückbau durch die im Jahre 2003 gegründete kommunale Gesellschaft (Ilsenburger Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH − IGG) auf Kernflächen der ehemaligen Kupferhütte in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ilsenburger Grobblech GmbH eröffnet die Möglichkeit, strategische Betriebserweiterungen in Produktionsflussrichtung durchführen zu können. Auch die Ansiedlung weiterer Industrie- und Gewerbebetriebe in dem angrenzenden, von der IGG zu entwickelnden Industriepark wird so ressourcenschonend gefördert. Dieses Projekt bietet sowohl für die ILG als auch für die Stadt Ilsenburg insgesamt zukunftsträchtige Entwicklungspotenziale.
Umweltschutzaufwendungen Unternehmensbereich Stahl 2005
Umweltschutzaufwendungen inländischer Gesellschaften Unternehmensbereich Röhren 2005
Die gesamten Aufwendungen des Unternehmensbereiches Stahl für den Umweltschutz betrugen im Geschäftsjahr 2005 120 Mio €. Hiervon betrafen 54% Maßnahmen zur Luftreinhaltung, 13% den Gewässerschutz, 18 % die Reststoffwirtschaft und 15% den Lärmschutz. Bei den inländischen Gesellschaften des Unternehmensbereiches Röhren erreichten die Aufwendungen für den Umweltschutz eine Größenordnung von 11 Mio. €. Dabei wurden für die Bereiche Luftreinhaltung 4%, Gewässerschutz 58%, Reststoffwirtschaft 33% und Lärmschutz 5% der Gesamtsumme aufgewendet. |
||
|
|