Geschäftsbericht 2005

Investitionen

Der Schwerpunkt des Investitionsprogramms für den Salzgitter-Konzern lag auch 2005 im Unternehmensbereich Stahl.

Die Gesamtzugänge zum Anlagevermögen betrugen 537 Mio. € (Vorjahr 329 Mio. €). Das Investitionsvolumen für Sachanlagen lag mit 262 Mio. € − im Gegensatz zum Vorjahr − wieder über den entsprechenden Abschreibungen von 206 Mio. €.

Bei den Finanzanlagen führten insbesondere Anpassungen der Equity-Wertansätze, der Erwerb eines weiteren Anteils an der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH sowie die Teilnahme an der Kapitalerhöhung der Vallourec S.A. zu 275 Mio. € Zugängen.

Investitionen/Abschreibungen1)

  Investitionen Abschreibungen
in Mio. € gesamt davon
UB Stahl
gesamt davon
UB Stahl
2001 285 197 210 142
2002 251 127 220 137
2003 191 112 248 135
20045) 228 155 3132) 2293)
2005 262 190 2064) 1494)
Summe 1.217 781 1.197 792
1) ohne finanzielle Vermögenswerte sowie assoziierte Unternehmen
2) davon 110 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen
3) davon 88 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen
4) davon 9 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen
5) an die neue Konzernstruktur angepasst

Von den Investitionen für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte entfielen in diesem Geschäftsjahr 190 Mio. € auf den Unternehmensbereich Stahl, 23 Mio. € auf den Unternehmensbereich Röhren und 9 Mio. € auf den Unternehmensbereich Handel. Der Unternehmensbereich Dienstleistungen investierte 40 Mio. €.

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Investitionen in Sachanlagen nach Unternehmensbereichen1)2)

in Mio. € GJ 2005 GJ 2004
Stahl 190,1 155,0
Röhren 22,9 24,6
Handel 9,1 12,6
Dienstleistungen 40,2 35,4
Sonstiges/Konsolidierung 0,1 0,3
Konzern 262,4 227,9
1) einschl. immaterieller Vermögenswerten
2) angepasst an die neue Konzernstruktur

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Abschreibungen auf Sachanlagen nach Unternehmensbereichen1)2)3)

in Mio. € GJ 2005 GJ 2004
Stahl 149,2 229,2
Röhren 23,3 46,2
Handel 11,1 11,5
Dienstleistungen 20,7 22,4
Sonstiges/Konsolidierung 2,0 3,5
Konzern 206,3 312,8
1) einschl. immaterieller Vermögenswerte
2) einschl. 9 Mio. € außerplanmäßiger Abschreibungen (Vj. 110 Mio €.)
3) angepasst an die neue Konzernstruktur

Die Investitionstätigkeit des Stahlbereiches zielte auch im Geschäftsjahr 2005 hauptsächlich darauf, die Brammenversorgung sicherzustellen und die strukturell vorhandene Rohstahllücke weiter zu schließen, in Teilbereichen die Performance zu verbessern sowie den Anlagenbestand technologisch up to date zu halten.

Die Vorbereitungsarbeiten für die Neuzustellung Hochofen A mit Gestellerweiterung wurden pünktlich abgeschlossen, so dass der Ofen Ende Juni tiefgeblasen und stillgesetzt wurde. Die Neuzustellung verlief planmäßig, und der Hochofen konnte nach nur 89 Tagen am 25. September 2005 wieder angeblasen werden. Bereits nach wenigen Tagen hatte er seine Sollleistung stabil erreicht; alle Leistungstests sind erfolgreich abgeschlossen worden.

Die noch ausstehende Schachtzustellung Hochofen B ist nach einer erneuten kritischen Überprüfung des Abnutzungsprofils und in Anpassung an den Brammenbedarf sowie die Markterwartungen für Anfang 2007 eingeplant.

Im Kaltwalzwerk wurde ein neuer Coilkran mit einem Lagerverwaltungssystem beschafft. Dies hat im betreffenden Hallenbereich zu Ablaufverbesserungen und verminderten transportbedingten Coilbeschädigungen geführt.

Die bereits 2004 aufgesetzten Projekte zur Kapazitätssicherung beziehungsweise Ergebnisverbesserung, wie der neue Turbogenerator des Kraftwerks und der Wechselcoater für die Bandbeschichtungsanlage 2, verlaufen planmäßig. Der Wechselcoater soll im 1. und der Turbogenerator im 3. Quartal 2006 in Betrieb gehen.

In 2005 neu eingeleitete Projekte zur Bestandssicherung und Weiterentwicklung der Performance, wie die Sicherung der Stromversorgung am Standort Salzgitter, die Erneuerung der Konverterinformationssysteme, die Leistungssicherung der Warmbandstraße mit den Schwerpunkten Wasserversorgung und Walzenwechsel Fertigstraße, der Bau einer zweiten Kontibeize, der Ersatz der Elektro- und Automatisierungstechnik im Kaltwalzwerk und die Verbesserung der Versandlogistik verlaufen entsprechend der Planung.

Die Investitionstätigkeit im Flachstahlbereich wird weiterhin darauf ausgerichtet, die Position als Spitzenlieferant für Flachstahlprodukte in den wichtigsten und profitablen Marktsegmenten zu sichern und auszubauen.

Hierzu sind die Projekte zur grundlegenden Erneuerung der Kraftwerkstechnik („Kraftwerk 2010”) und der Stahlgasgewinnung im Energiebereich, der Ersatz der Materialverfolgungssysteme entlang der Produktionskette der SZFG, eine neue Warmbandtafelanlage und die Automatisierung der Coil-Verpackungslinien in Vorbereitung.

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Den Schwerpunkt der Investitionen im Trägerbereich bildete die Modernisierung der Vorblock-Stranggießanlage des Peiner Stahlwerkes. Nach einem nur 28-tägigen Umbaustillstand im August 2005 ging die Anlage wieder in Betrieb. Die Modernisierung der elektrischen und mechanischen Ausrüstung, des Stahl- und des Rohrleitungsbaues sowie der Gießtechnik sichert die Verfügbarkeit der Anlage für die nächsten Jahre.

An der Universalträgerstraße wurde der nächste Modernisierungsschritt für die elektrischen Antriebe der Fertigstaffel umgesetzt. Hierbei wurden drei weitere Walzgerüste auf eine neue elektrische Anlagentechnik umgestellt. Damit sind jetzt sieben der insgesamt neun Walzgerüste modernisiert.

In der Schweren Trägerstraße wurde mit der Erneuerung der elektrischen Einspeisung der Walzmotoren der Fertigstaffel und der Walzrollgänge zwischen der Fertigstaffel und der Säge begonnen. Ziel dieser Projekte ist es, höhere Metergewichte und größere Auswalzlängen zu erreichen sowie die Walzgeschwindigkeit zu steigern. Die Umsetzung der geplanten Maßnahmen wird im Sommer 2006 erfolgen.

Das Grobblechwalzwerk Ilsenburg investierte in eine ACC-Intensivkühlstrecke hinter dem Quartowalzgerüst und eine neue Kaltrichtmaschine. Mit diesen beiden Anlagen sollen die Prozessabläufe optimiert und die mechanischen Eigenschaften der Bleche verbessert werden. Die neu errichtete Logistikhalle mit integriertem Blechzuschnittbetrieb hat sich bewährt. Die Abläufe wurden mit dem Ziel einer Verbesserung der Versandlogistik optimiert, und den erhöhten Abmessungs- und Qualitätsansprüchen der Kunden in der Weiterverarbeitung von Grobblechen kann stärker Rechnung getragen werden.

Die Stahlgesellschaften haben über die genannten Großprojekte hinaus eine Vielzahl kleinerer Projekte realisiert, um die Anlagentechnik nachhaltig weiter zu entwickeln, sich auf die Produktanforderungen der Kunden einstellen sowie aktive Produktentwicklung betreiben zu können.

Die Investitionen im Unternehmensbereich Röhren dienten hauptsächlich dazu, die Produktionsabläufe zu optimieren und Produktqualitäten zu steigern. Ergänzend wurden Ersatzinvestitionen zur Sicherung der Betriebsbereitschaft vorgenommen.

Einen Investitionsschwerpunkt setzte MHP in die weitere Modernisierung und Leistungssteigerung der Kurzlängenanlagen zur Fertigung von Rohrabschnitten für die Automobilindustrie. Am Standort Hamm wurde eine neue Hochleistungssäge mit Bearbeitungsstation installiert. Das Werk Wickede nahm Anfang 2006 zwei neue REIKA-Abstech- und Bearbeitungsanlagen in Betrieb.

DMV hat das Jahr 2005 im Wesentlichen dazu genutzt, die erste Stufe der 2002 begonnenen Investitionsstrategie zur weiteren Spezialisierung der Standorte abzuschließen. Dabei ist besonders die Umgestaltung des Materialflusses inklusive des Einbaus einer Wirbelstromprüfanlage am Standort Montbard, Frankreich, sowie die Installation einer neuen Vakuum-Entfettungsanlage in Houston, USA, hervorzuheben.

MLP führte überwiegend Investitionen zur Erhöhung der Fertigungssicherheit, Produktivität und Qualitätssicherung durch. Mit der Projektierung eines neuen Rollgangs − dessen Technik zukünftig auch die für schweren Korrosionsschutz notwendige Fusion Bonded Epoxy-Beschichtung ermöglicht − wurde begonnen. Die Inbetriebnahme ist − beschäftigungsabhängig − im zweiten Halbjahr 2006 geplant.

Das Hauptgewicht der Investitionen legte RGF auf die Optimierung der Online-Anbindung der Kunststoff-Umhüllungsanlage an die Schweißstraße, wodurch eine erhebliche Verbesserung der Kostensituation erzielt wird.

EP setzte die Rationalisierung der Produktion fort. So wurde am Standort Mülheim unter anderem die Einrichtung zum Beschleifen der Schweißnähte am Rohrende komplett automatisiert. In Dünkirchen erfolgte die Automatisierung des Transportbereiches zwischen der Ultraschallprüfung und dem Expander.

Das Blechwalzwerk der MRM nahm eine neue Kantensignieranlage zur vollautomatischen Kennzeichnung der Blechkanten in Betrieb, was eine bessere Verfolgung der Bleche im Produktionsprozess ermöglicht. Die Automatisierung der Ganztafel-Prüfanlage trägt zur weiteren Kostenoptimierung bei.

Die Investitionen der SZGR dienten überwiegend der Erfüllung von hochqualifizierten Spezifikationsanforderungen, der Qualitätsverbesserung der Rohroberfläche und Kostensenkung im logistischen Bereich.

Im Unternehmensbereich Handel installierte das französische Stahl-Service-Center RSA im Sommer 2005 eine Stanzpresse am Standort Le Thillay. Ziel dieser Investition ist die Fertigung hochwertiger Stanzteile hauptsächlich für die französische Automobilindustrie. Damit setzt das Joint Venture RSA seine erfolgreiche Entwicklung fort.

HAN − eine Gesellschaft des Unternehmensbereiches Dienstleistungen − hat im Frühjahr 2005 den neuen Kohlenlagerplatz und die vierte Löschbrücke in Betrieb genommen. Über den neuen Umschlagplatz kann der Import von Kohle zur Versorgung der norddeutschen Kraftwerke weiter ausgebaut werden. Mit dem Abschluss dieses Investitionsvorhabens ist HAN der größte und leistungsfähigste Umschlaghafen für Massenschüttgüter an der deutschen Küste.

Die nachstehende Grafik visualisiert das Investitionsvolumen der Unternehmensbereiche zusammenfassend.

Investitionen in Sachanlagen nach Unternehmensbereichen

Investitionen in Sachanlagen nach Unternehmensbereichen
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