UnternehmensbereicheDie Salzgitter AG steuert als Management-Holding die vier Unternehmensbereiche Stahl, Röhren, Handel und Dienstleistungen. Im Folgenden wird die wirtschaftliche Entwicklung dieser Bereiche in 2005 auf Basis der Abschlüsse gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS) umrissen. Alle genannten Kennzahlen − die des Vorjahres sind entsprechend angepasst − reflektieren die neue Struktur der Segmente. Unternehmensbereich StahlIm Unternehmensbereich Stahl sind unter der Salzgitter Stahl GmbH (SZS) − die ohne eigenen Geschäftsbetrieb lediglich als Zwischenholding fungiert − die operativen Stahlgesellschaften Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG), Peiner Träger GmbH (PTG) und Ilsenburger Grobblech GmbH (ILG) zusammengefasst. Im Rahmen der Neustrukturierung der Unternehmensbereiche wurden die HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH (HSP), die Salzgitter Bauelemente GmbH (SZBE) und die Salzgitter Europlatinen GmbH (SZEP) diesem Bereich zugeordnet. Gleichzeitig wechselte die Salzgitter Großrohre GmbH (SZGR) in den Röhrenbereich. Auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten setzte sich die außerordentliche Entwicklung des Jahres 2004 auch zu Beginn des Geschäftsjahres 2005 fort. Im europäischen Stahlmarkt bewirkten allerdings stark angestiegene Lagerbestände ab Frühjahr 2005 eine spürbare Orderzurückhaltung. Ein insgesamt stabiler Stahlverbrauch sowie die Reduzierung der Erzeugungsmengen führten im 3. Quartal schließlich zu einer weitgehenden Normalisierung der Lagerbestände und damit wieder zu einer verstärkten Nachfrage. Aus den genannten Gründen − aber auch als Folge der margenorientierten Vertriebspolitik − hat der Auftragseingang im Unternehmensbereich Stahl mit 4.725 Tt das Vorjahresvolumen (5.043 Tt) nicht erreicht (−318 Tt, −6%). Die niedrigeren Mengen bei SZFG und HSP wurden durch den höheren Auftragseingang der PTG nicht ausgeglichen. ILG, SZBE und SZEP verzeichneten jeweils Bestellungen in etwa der Größenordnung des Vorjahres. Der Auftragsbestand sank am Ende des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahreswert (1.199 Tt) auf 1.016 Tt (−15%). Auftragseingang Unternehmensbereich Stahl
Die Rohstahlproduktion übertraf mit insgesamt 5.077 Tt knapp das Vorjahresniveau (5.059 Tt). Dabei erzeugte das LD-Stahlwerk der SZFG trotz Zustellung des Hochofens A mehr als 2004. Dies ermöglichte die erstmals vollständig zur Verfügung stehende Kapazität des Hochofens C. Das Elektrostahlwerk der PTG schränkte die Erzeugung zur Marktstabilisierung ein. Rohstahlproduktion
1) Anpassung an Statistik IISI
2) Werte Stand Februar 2006 Die Herstellung von Walzstahl fiel gegenüber dem Vorjahr (5.352 Tt) − insbesondere bedingt durch Produktionskürzungen zur Anpassung des Angebotes an die Nachfrage − auf 4.987 Tt (−7%) zurück. Produkte der Weiterverarbeitung konnten mengenmäßig von 189 Tt im Vorjahr auf 212 Tt (+12%) gesteigert werden. Als „Walzstahl” werden hier Warmbreitband, Feinblech und oberflächenbeschichtete Produkte der SZFG, Formstahl, Breitflanschträger und Grubenausbau der PTG, Quartoblech der ILG sowie alle Walzstahlprodukte (Spundwand, Grubenausbauprofile, Wulstflachstahl) der HSP zusammengefasst. Unter der „Weiterverarbeitung” sind Spundwand, Anarbeitung und Oberbau/Y-Schwellen der PTG, bearbeitetes Blech und Formzuschnitte der ILG, Bauelemente (Sandwich-, Kassetten- und Trapezprofile) der SZBE sowie Stanzteile, Patchworkplatinen und Tailored Blanks der SZEP subsumiert. Produktion Unternehmensbereich Stahl
1) an die neue UB-Struktur angepasst
2) einschl. Bandblech Der Walzstahlversand an Dritte sowie an Konzernfirmen außerhalb des Stahlbereiches betrug 4.697 Tt und unterschritt damit das Vorjahresniveau (5.163 Tt) um 466 Tt (−9%). Der Versand von Weiterverarbeitungsprodukten übertraf mit 211 Tt die Vorjahresmenge (188 Tt) um 23 Tt (+12%). Insgesamt sank der Absatz von 5.351 Tt um 443 Tt (−8%) auf 4.908 Tt. Dabei hatten SZFG (−290 Tt), PTG (−143 Tt) und HSP (−20 Tt) Absatzrückgänge zu verzeichnen. Lediglich ILG konnte die Liefermenge leicht steigern, während SZBE und SZEP nahezu konstante Tonnagen lieferten. Absatz Unternehmensbereich Stahl
Der Umsatz von Walzstahl und Weiterverarbeitungsprodukten mit Dritten und anderen Unternehmensbereichen des Konzerns stieg gegenüber dem Vorjahr (2.620 Mio. €) um 373 Mio. € (+14%) auf 2.993 Mio. €. Ein 9%iger Rückgang des Versands einhergehend mit wesentlich höheren Walzstahlerlösen führte bei SZFG zu 11% Umsatzausweitung auf 1.640 Mio. €. Der um 12% niedrigere Versand und angehobene durchschnittliche Erlöse mündeten in einen um 5% auf 504 Mio. € verringerten Umsatz der PTG. ILG übertraf mit deutlich verbesserten Grobblecherlösen sowie einem erhöhten Versand den Vorjahresumsatz um 207 Mio. € (+51%) und erreichte 609 Mio. €. Bei HSP bewirkten die durchgesetzten Preissteigerungen trotz des Absatzrückgangs ein Ansteigen der Umsatzerlöse auf 150 Mio. € (+10%). Entgegen der schwachen Nachfrage der Bauindustrie verbesserte SZBE ihren Umsatz auf 35 Mio. €. Mit einem gegenüber Vorjahr geringeren Versand weitete SZEP − aufgrund von Verkaufspreisanpassungen infolge der Stahlpreiserhöhungen − den Umsatz auf 55 Mio. € (+10%) aus. Umsatz Unternehmensbereich Stahl
430,7 Mio. € Gewinn vor Steuern bedeuten für den Unternehmensbereich Stahl gegenüber dem bereits hervorragenden Ergebnis des Vorjahres (174,3 Mio. €) eine markante Steigerung auf einen neuen historischen Höchstwert. Das Ergebnis verbesserte sich um 256,4 Mio. €, wozu allein ILG 116,2 Mio. €, SZFG 90,3 Mio. € und PTG 55,2 Mio. € im direkten Vergleich der ausgewiesenen Resultate beigetragen haben. Neben den überwiegend guten Marktbedingungen ist die positive Entwicklung auch auf die planmäßige Realisierung des Ergebnisverbesserungsprogramms zurückzuführen. Des Weiteren sind in der Gesamtabweichung positive Effekte der Vorratsbewertung aus den ab 1. Januar 2005 obligatorischen Wertansätzen nach IFRS (80,2 Mio. €) enthalten. SZFG weist mit 242,9 Mio. € Vorsteuerergebnis einen historischen Rekord aus (Vorjahr 152,6 Mio. €). Dieses herausragende Ergebnis wurde − neben dem Vorratsbewertungseffekt (+64,8 Mio. €) − im Wesentlichen von einer über das Geschäftsjahr hinweg erfreulichen Erlösentwicklung getragen. Dagegen führten Preissteigerungen bei den wichtigsten Rohstoffen auf der Kostenseite zu erheblichen Belastungen, die jedoch an den Markt weitergegeben werden konnten. Zusätzliche negative Ergebnisfaktoren waren die im Zusammenhang mit dem 89-Tage-Stillstand eines Hochofens notwendigen Brammenzukäufe und die geringe Beschäftigung in den Walzwerken und der Oberflächenveredelung aufgrund der angespannten Auftragslage im 2. und 3. Quartal. Das Vorsteuerergebnis der PTG (21,0 Mio. €) übertrifft − nach Abzug von 9,8 Mio. € aus der veränderten Vorratsbewertung − das ebenfalls von Sondermaßnahmen (außerplanmäßige Abschreibung 38,5 Mio. €) bereinigte Vorjahresresultat um 6,9 Mio. €. Der insgesamt positive Einfluss gesunkener Schrottpreise und die Grundpreisanhebung ermöglichten es, die als Folge des Mengenrückganges steigenden Verarbeitungskosten und die höheren Legierungsmittelpreise mehr als auszugleichen. ILG hat mit 155,0 Mio. € den mit weitem Abstand höchsten Gewinn ihrer Geschichte erzielt. Die Verbesserung zum Vorjahr (38,8 Mio. €) beträgt 116,2 Mio. € und resultiert − neben dem Vorratseffekt (+5,6 Mio. €) − überwiegend aus Erlöszuwächsen sowie einer besseren Beschäftigung. Belastet wurde das Ergebnis durch den gestiegenen Vormaterialpreis, wobei dieser negative Einfluss vom höheren Erlösniveau für Grobblech überkompensiert wurde. Das im Vorjahr ausgewiesene Vorsteuerergebnis der HSP (6,0 Mio. €) war von finanziellen Strukturmaßnahmen (Forderungsverzicht SZAG 60,0 Mio. €, außerplanmäßige Abschreibung 39,7 Mio. €) geprägt, deren Auswirkung auch das Resultat des Geschäftsjahres 2005 (1,1 Mio. €) über geringere Abschreibungen und niedrigeren Zinsaufwand positiv beeinflusste. Entscheidend bewirkte der die Vormaterialkostenerhöhung übertreffende Erlöszuwachs die Verbesserung des Ergebnisses gegenüber dem bereinigten Wert des Vorjahres. Dabei enthält allerdings auch der aktuelle Ergebnisausweis Sondereffekte in Form von außerplanmäßigen Abschreibungen und Umstrukturierungsaufwendungen (zusammen 20,0 Mio. € Belastungen) sowie einen Ertragszuschuss (19,0 Mio. €) der Salzgitter AG, die sich letztlich in ihrer Ergebnisauswirkung nahezu ausgleichen. Zu dem im Vergleich zum Vorjahr (5,2 Mio. €) signifikant höheren Vorsteuerergebnis dieses Jahres (6,5 Mio. €) haben bei SZEP neben der Umsatzausweitung einschließlich eines Sortimentseffekts auch geringere Abschreibungen geführt. SZBE erzielte aufgrund der Erlössteigerung ein positives Vorsteuerergebnis (0,7 Mio. €), nachdem im Vorjahr noch ein operativer Verlust (−5,0 Mio. €) angefallen und das ausgewiesene Ergebnis (1,0 Mio. €) maßgeblich von Sondermaßnahmen geprägt war. EBT Unternehmensbereich Stahl
Die Stammbelegschaft des Unternehmensbereiches Stahl verringerte sich per 31. Dezember 2005 auf 7.034 Blm. (Vorjahr 7.119 Blm.). Einem Mitarbeiteraufbau bei SZEP (+3 Blm.) und SZBE (+9 Blm.) stehen Rückgange bei HSP (−6 Blm.) und insbesondere bei PTG (−31 Blm.) und SZFG (−60 Blm.) − hauptsächlich aufgrund der Überführung in Altersteilzeitverhältnisse (Übergang zu SZST) − gegenüber. Die Stammbelegschaft der ILG blieb unverändert. Die Eckdaten des Unternehmensbereiches Stahl sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
1) an die neue UB-Struktur angepasst
2) ohne Lieferungen zwischen den Gesellschaften des UB Stahl 3) ohne Innenumsatz innerhalb des UB Stahl 4) Umsatz mit anderen Unternehmensbereichen im Konzern 5) Beitrag zum Außenumsatz des Konzerns 6) Ergebnis vor Steuern zuzüglich Zinsaufwand (ohne Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen) 7) EBIT zuzüglich Abschreibungen (inkl. auf finanzielle Vermögenswerte) 8) ohne finanzielle Vermögenswerte 9) inkl. Ausbildungsverhältnisse und inkl. passive Altersteilzeit 10) ohne Ausbildungsverhältnisse und ohne passive Altersteilzeit 11) inkl. 19 Mio. € Ertragszuschuss SZAG sowie außerplanmäßige Abschreibungen und Umstrukturierungsaufwand (zusammen 20 Mio. €) 12) inkl. 38,5 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen 13) inkl. 60,0 Mio. € Forderungsverzicht SZAG und 39,7 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen 14) inkl. 16,0 Mio. € Forderungsverzicht SZAG und 10,0 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen Unternehmensbereich RöhrenDer Unternehmensbereich Röhren hat durch den Verkauf der V&M-Anteile an Vallourec seinen Anteil am Geschäft mit nahtlosen Rohren vermindert. Eine Verbindung zu diesem Sektor besteht nunmehr ausschließlich über die Beteiligung an Vallourec. Davon unberührt sind nahtlose Präzis- und Edelstahlrohre. Die Kernaktivitäten des Unternehmensbereiches Röhren sind nunmehr in den folgenden vier Produktbereichen mit den nachstehend genannten Gesellschaften, wobei SZGR diesem Segment 2005 zugeordnet wurde, gebündelt:
1) Hochfrequenz induktiv
Weiterhin gehören zu diesem Unternehmensbereich unter anderem als wesentliche Beteiligungen die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM), Vallourec S.A. (VLR) sowie Borusan Mannesmann Boru Yatirim Holding A.S. (BMB). Die Gesellschaften des Unternehmensbereiches Röhren konnten 2005 noch mehr als im Vorjahr an der guten Entwicklung des Stahlrohrmarktes partizipieren. Die Nachfrage nach Öl- und Gasleitungsrohren war aufgrund der anhaltend hohen Energiepreise weiterhin äußerst stark. Infolge der erheblichen Kraftwerksinvestitionen − vor allem in China − blieb der Bedarf an Wärmetauscher- und Kesselrohren nach wie vor extrem hoch. Auch der Rohrbedarf für den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Automobilindustrie lag 2005 auf einem guten Niveau. Der konsolidierte Auftragseingang des Unternehmensbereiches Röhren ist 2005 gegenüber dem bereits hohen Vorjahreswert nochmals um 13% auf 1.843 Mio. € angestiegen. Dies ist vor allem auf die deutlich höheren Erlöse in allen Bereichen zurückzuführen. Erhebliche Zuwächse haben dabei Großrohre und HFI-geschweißte Rohre sowie Edelstahlrohre zu verzeichnen. Aufgrund der äußerst hohen Buchungen 2004 gingen die Auftragseingänge im Präzisrohrbereich 2005 wieder auf ein normales Niveau zurück. Auftragseingang Unternehmensbereich Röhren
Hauptsächlich wegen des erlösbedingt hohen Auftragseingangs 2005 ist der konsolidierte Auftragsbestand des Unternehmensbereiches Ende 2005 gegenüber dem 31. Dezember 2004 weiter um 264 Mio. € auf 1.285 Mio. € angestiegen. Damit ist die Beschäftigung für einen Großteil der Gesellschaften bereits bis weit in das Jahr 2006 hinein gesichert. Der Röhrenbereich hat in diesem Jahr mit 1.054 Tt mehr (+122 Tt) abgesetzt als im Vorjahr (932 Tt). Hiervon entfallen 65 Tt auf die Tatsache, dass RGF im aktuellen Zeitraum zu 100% konsolidiert (Vorperiode 50%) wurde. EP, die unverändert mit 50% einbezogen ist, erhöhte ihren Versand (anteilig) um 21 Tt und SZGR trug 24 Tt zu der Absatzsteigerung bei. Auch die übrigen Gesellschaften wiesen ein größeres Versandvolumen auf. Absatz Unternehmensbereich Röhren
Im Geschäftsjahr 2005 ist der Umsatz des Unternehmensbereiches Röhren gegenüber 2004 um etwa die Hälfte auf 1.972 Mio. € angewachsen, wobei die Produktbereiche, insbesondere als Folge der höheren Erlöse, zum Teil außergewöhnliche Steigerungen verzeichneten. Umsatz Unternehmensbereich Röhren
Von dem Umsatzzuwachs (670 Mio. €) entfielen auf MHP/ROB 44 Mio. €, die DMV-Gruppe 102 Mio. € und MLP/RGF 131 Mio. €. Die EP-Gruppe steuerte 63 Mio. € und SZGR 35 Mio. € bei. Ein besonders hohes Umsatzwachstum wies mit 179 Mio. € MRM auf, die von der stark erhöhten Nachfrage nach Grobblechen − sowohl seitens EP als auch von Drittkunden − profitierte. Sonstige Umsätze, im Wesentlichen Vormateriallieferungen der SMG, stiegen um 116 Mio. €. Die Gesellschaften des Röhrenbereiches konnten die stark gestiegenen Vormaterialkosten mittels Erlösanhebungen vollständig an die Kunden weitergeben. Zudem führten unter anderem die konsequent weiterverfolgten Kostensenkungsmaßnahmen dazu, dass auch die übrigen Kostensteigerungen kompensiert wurden. Insgesamt steigerte der Unternehmensbereich Röhren das bereits gute Ergebnis (EBT) des Vorjahres (117,1 Mio. €) mit 440,5 Mio. € Vorsteuergewinn im Geschäftsjahr 2005 um 323,3 Mio. €. Neben 162,6 Mio. € Gewinn aus der Veräußerung von Vallourec-Aktien sowie 24,4 Mio. € buchmäßigem Abgangsverlust (nach Verrechnung von im Konzerneigenkapital schon zuvor berücksichtigten 103,4 Mio. € Währungsverlusten) als Sondereffekte haben alle operativen Gesellschaften bedeutend höhere Vorsteuergebnisse erzielt. EBT Unternehmensbereich Röhren
Auch EP partizipierte an der positiven Entwicklung und realisierte ein wieder zufrieden stellendes Vorsteuerergebnis in Höhe von 24,5 Mio. € (anteilig; Vorjahr 0,5 Mio. €). Mit einem über SMID gebuchten Grobblech-Großauftrag erreichte MRM einen neuen Rekordversand. Insbesondere aufgrund des daraus resultierenden zusätzlichen Deckungsbeitrages weist die Gesellschaft mit 19,5 Mio. € (Vorjahr: − 11,3 Mio. €; hier 12,1 Mio. € außerplanmäßige Afa enthalten) ein hervorragendes Resultat aus. SZGR erwirtschaftete 2005 als Folge der guten Anlagenauslastung und trotz gestiegener Warmbandpreise, die teilweise über höhere Erlöse an die Kunden weitergegeben werden konnten, 4,7 Mio. € Gewinn vor Steuern (Vorjahr − 3,4 Mio. €). Die beiden Gesellschaften des Bereiches „HFI-geschweißte Rohre”, MLP und RGF, profitierten vom Boom im Leitungsrohrgeschäft und erzielten mit 15,5 Mio. € (Vorjahr 6,0 Mio. €) beziehungsweise 20,2 Mio. € (Vorjahr 3,7 Mio. €, bei 50 %) deutlich bessere Resultate. Im Segment Kaltgefertigte Rohre profitierten alle Gesellschaften von höheren Absatzzahlen. MHP und ROB gelang es zusätzlich, steigende Aufwendungen für das Vormaterial durch Preisanhebungen mehr als auszugleichen. Das Vorjahresergebnis (5,9 Mio. €) konnte daher mit 19,0 Mio. € übertroffen werden. Getragen von der Nachfrage auf den Energiemärkten entwickelte sich der Edelstahlrohrmarkt äußerst erfreulich; 2005 erreichte DMV mit 23,0 Mio. € einen gegenüber dem Vorjahr (5,2 Mio. €) um 17,8 Mio. € höheren Gewinn. Die positive Ergebnisabweichung ist auch auf das hervorragende Resultat des Bereiches Nahtlose Rohre zurückzuführen. Für den Kooperationsbereich Vallourec, der bis Ende Juni 2005 aus 45% V&M-Anteil und 23% Vallourec-Anteil, ab Juli nur noch aus der Beteiligung an Vallourec bestand, ist ein at equity-Ergebnis von 185,1 Mio. € erzielt worden. Gegenüber dem Vorjahresergebnis ist es − trotz der Veräußerung der V&M-Anteile und der geringfügigen Reduzierung der Beteiligung an Vallourec − noch um 57,6 Mio. € höher ausgefallen. Ursächlich ist eine wesentlich verbesserte Beschäftigungs- und Erlössituation aller Gesellschaften. Das Gesamtergebnis des Kooperationsbereiches Vallourec (323,3 Mio. €) enthält zusätzlich den Gewinn aus der Veräußerung von Vallourec-Aktien (162,6 Mio. €) sowie den buchmäßigen V&M-Abgangsverlust (24,4 Mio. €). Die Stammbelegschaft des Unternehmensbereiches Röhren belief sich per 31. Dezember 2005 auf 4.235 Blm., was gegenüber dem Stand Ende 2004 (4.267) per Saldo nur einen geringen Personalabbau (−32 Blm.) bedeutet. Eine höhere Mitarbeiterzahl verzeichnete MHP (+16 Blm.) infolge der Produktionsausweitung und Übernahme von Vertriebspersonal der ThyssenKrupp Mannex, während der Personalstand bei Auslandsgesellschaften der Europipe-Gruppe (konsolidiert − 44 Blm.) rückläufig war. Die übrigen Gesellschaften wiesen unbedeutende Veränderungen der jeweiligen Stammbelegschaft auf. Die Eckdaten des Unternehmensbereiches Röhren sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
1) an die neue UB-Struktur angepasst
2) ohne Innenumsätze innerhalb der DMV-Gruppe und EP-Gruppe (Vorjahr angepasst) 3) Beitrag zum Außenumsatz des Konzerns 4) Ergebnisbeitrag gemäß Konsolidierung at equity sowie Abgangsergebnisse VLR/V&M 5) Ergebnis vor Steuern zuzüglich Zinsaufwand (ohne Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen) 6) EBIT zuzüglich Abschreibungen (inkl. auf finanzielle Vermögenswerte) 7) inkl. Ausbildungsverhältnisse und inkl. passive Altersteilzeit 8) ohne Ausbildungsverhältnisse und ohne passive Altersteilzeit 9) anteilig 50% 10) inkl. 17,9 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen 11) inkl. 12,1 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen 12) inkl. 5,0 Mio. € Forderungsverzicht MRW/SZAG und 5,8 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen Unternehmensbereich HandelDer Unternehmensbereich Handel besteht aus den Gesellschaften der Salzgitter Mannesmann Handel-Gruppe (SMHD-Gruppe), Universal Eisen und Stahl GmbH (UES), Hövelmann & Lueg GmbH (HLG) und der Ets. Robert et Cie. S.A.S. (RSA), die mit 50 % quotal konsolidiert wird. Zur SMHD-Gruppe gehören die Salzgitter Mannesmann Handel GmbH (SMHD) als Zwischenholding, die Salzgitter Stahlhandel GmbH (SSH), die Stahl-Center Baunatal GmbH (SCB), die Salzgitter Handel B.V. (SHN) mit zwei Tochterunternehmen, die Salzgitter Mannesmann International GmbH (SMID), die Salzgitter Mannesmann International (USA) Inc. (SMIH), die Salzgitter Mannesmann International (Canada) Inc. (SMIV) sowie weitere Tochtergesellschaften, die nicht dem Konsolidierungskreis angehören. Die für wesentliche Bereiche des Stahlhandels sehr günstigen Marktbedingungen des vorangegangenen Jahres hielten − in abgeschwächter Form − im Geschäftsjahr 2005 an. Dabei war der internationale Stahlhandel während der ersten Jahreshälfte von einer primär lagerzyklisch bedingten Nachfrageschwäche geprägt. Die starke Nachfrage aus China und Nordamerika und die damit verbundenen Preissteigerungen hatten zum Ende des Geschäftsjahres 2004 einen erheblichen spekulativen Lageraufbau bewirkt, der sich erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2005 wieder normalisierte. Damit einhergehend sanken die Einkaufs- und Verkaufspreise, die dennoch über den durchschnittlichen Preisen des Vorjahres lagen. Im westeuropäischen Stahlhandel waren bei stagnierender Nachfrage im Jahresverlauf ebenfalls Preisreduzierungen festzustellen. Auch in Deutschland herrschte aufgrund der Konjunkturlage eine unzureichende Nachfrage. Insbesondere die andauernd schlechte Situation der für den Stahlhandel wichtigen Bauwirtschaft machte sich hier negativ bemerkbar. Gegenläufig zur schwachen Binnenkonjunktur entwickelte sich jedoch eine zufrieden stellende Exportnachfrage, die für einen teilweisen Ausgleich sorgte. In dem beschriebenen Marktumfeld setzte der Unternehmensbereich Handel insgesamt 5.656 Tt Stahlprodukte ab, 404 Tt (+8%) mehr als im Vorjahr (5.252 Tt). Der Absatzzuwachs wurde nahezu ausschließlich von der SMHD-Gruppe (+427 Tt) erzielt. Daneben konnte auch HLG den Versand steigern (+14 Tt), während UES (−24 Tt) und RSA (−13 Tt) Absatzrückgänge zu verzeichnen hatten. Die positive Entwicklung der SMHD-Gruppe ist ausnahmslos im internationalen Trading entstanden (+547 Tt), während die Lager haltenden Inlands- und Beneluxgesellschaften Absatzmengen (−120 Tt) einbüßten. Das erhöhte Geschäftsvolumen des Tradings ist vor allem auf die Integration des internationalen Vertriebs von Produkten des Unternehmensbereiches Röhren sowie einige Großprojekte, insbesondere im Mittleren Osten, und eine erhöhte Vormaterialversorgung der Produktionsgesellschaften des Salzgitter-Konzerns zurückzuführen. Absatz Unternehmensbereich Handel
Der Umsatz des Handelsbereiches konnte gegenüber dem Vorjahr (2.834 Mio. €) wegen des zwar rückläufigen, aber im Jahresdurchschnitt insgesamt noch höheren Preisniveaus und der günstigen Produktstruktur um 27% (+770 Mio. €) auf 3.604 Mio. € gesteigert werden. Dazu haben nahezu alle Gesellschaften − wenn auch in unterschiedlichem Maße − beigetragen. Den Hauptanteil steuerte mit 708 Mio. € (+29%) die SMHD-Gruppe bei. Aber auch UES (+37 Mio. €) − infolge besserer spezifischer Erlöse − und HLG (+26 Mio. €) − mengen- und preisbedingt − zeigten eine positive Entwicklung. RSA erreichte trotz geringerer Menge und in der zweiten Jahreshälfte sinkender Erlöse das Niveau des Vorjahres. Das Umsatzwachstum der SMHD-Gruppe wurde hauptsächlich von den internationalen Trading-Gesellschaften (+676 Mio. €) erzielt, wobei die positive Mengenentwicklung auch von einem insgesamt höheren Preisniveau unterstützt wurde. Während die inländischen Stahlhandelgesellschaften trotz rückläufigen Absatzes noch den Umsatzlevel des Vorjahres (+39 Mio. €) überstiegen, fielen die Benelux-Gesellschaften dahinter zurück (− 7 Mio. €). Umsatz Unternehmensbereich Handel
Der Handelsbereich erwirtschaftete 88,1 Mio. € Gewinn vor Steuern und konnte damit den ausgezeichneten Vorjahreswert (98,9 Mio. €) nicht erneut einstellen (−10,8 Mio. €). In der SMHD-Gruppe (Verschlechterung −2,8 Mio. €) wurde das geringere Ergebnis der Lager haltenden Gesellschaften von den besseren Resultaten der Tradingunternehmen nicht vollständig kompensiert, UES hat gegenüber dem herausragenden Vorjahr einen kleineren Gewinnrückgang von 2,6 Mio. € zu verzeichnen, und HLG (−1,7 Mio. €) sowie RSA (− 2,9 Mio. €, anteilig) trugen ebenfalls zur geringfügigen Abschwächung der Ertragslage des Unternehmensbereiches bei. Dabei ist zu betonen, dass sowohl die Einzelergebnisse als auch der Gesamtgewinn des Handelsbereiches im Geschäftsjahr 2005 ebenfalls ein außergewöhnlich gutes Niveau repräsentieren. EBT Unternehmensbereich Handel
Zum 31. Dezember 2005 waren im Unternehmensbereich Handel 1.734 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2004: 1.712 Blm.). Die geringe Zunahme der Stammbelegschaft um 22 Blm. verteilt sich auf die SMHD-Gruppe (+13 Blm.), UES (+6 Blm.) und HLG (+3 Blm.). Die Eckdaten des Unternehmensbereiches Handel sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
1)Universal Eisen und Stahl GmbH, Neuss
2)quotal (50%) berücksichtigt 3)Umsatz im eigenen Segment sowie mit anderen Unternehmensbereichen im Konzern 4)Beitrag zum Außenumsatz des Konzerns 5)Ergebnis vor Steuern zuzüglich Zinsaufwand (ohne Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen) 6)EBIT zuzüglich Abschreibungen (inkl. auf finanzielle Vermögenswerte) 7)inkl. Ausbildungsverhältnisse und inkl. passive Altersteilzeit 8)ohne Ausbildungsverhältnisse und ohne passive Altersteilzeit Unternehmensbereich DienstleistungenDem Unternehmensbereich Dienstleistungen gehören wie bisher die Gesellschaften DEUMU Deutsche Erz- und Metall-Union GmbH (DMU), Salzgitter Service und Technik GmbH (SZST), Verkehrsbetriebe Peine-Salzgitter GmbH (VPS), Telcat Multicom GmbH (TMG) mit ihrer Tochtergesellschaft Telcat Kommunikationstechnik GmbH (TCG), GESIS Gesellschaft für Informationssysteme mbH (GES), Hansaport Hafenbetriebsgesellschaft mbH (HAN), Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH (SZMF) sowie die ”Glückauf” Wohnungsgesellschaft mbH (GWG) an. Im Zuge der Auflösung des Unternehmensbereiches Verarbeitung wurden die Gesellschaften Salzgitter Automotive Engineering GmbH & Co. KG (SZAE), Oswald Hydroforming GmbH & Co. KG (OHC) und Salzgitter Magnesium-Technologie (SZMT) dem Unternehmensbereich Dienstleistungen zugeordnet, wobei die beiden letztgenannten Gesellschaften, ebenso wie einige kleinere Minderheitsbeteiligungen, nicht konsolidiert werden. Der Unternehmensbereich Dienstleistungen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2005 852 Mio. € Umsatz und unterschritt damit den Vorjahreswert (897 Mio. €) um 45 Mio. € (− 5 %). Umsatz Unternehmensbereich Dienstleistungen
Der Umsatzrückgang ist überwiegend bei der DMU (−42 Mio. €) und der GES (−15 Mio. €) eingetreten. Die DMU hat im Stahlschrotthandel das Geschäftsvolumen des Vorjahres nicht erreicht. Der Umsatz verringerte sich mengen- und preisbedingt und konnte von der Ausweitung des übrigen Handelsgeschäftes und der Stahlbearbeitung nicht ausgeglichen werden. Der geringere Umsatz der GES ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr große Projekte, insbesondere die Migration von SAP R/2 nach R/3 in den Stahlgesellschaften, abgerechnet wurden. Die übrigen Gesellschaften dieses Bereiches wiesen nur unwesentliche Umsatzveränderungen auf. Knapp 80% des Umsatzes dieses Segmentes entfallen auf drei Gesellschaften. Dabei nimmt die DMU mit einem 55%-Anteil die dominierende Position ein, gefolgt von SZST (15%) und VPS (8%). Der Umsatzanteil mit Gesellschaften außerhalb des Konzerns beläuft sich auf 38% und wurde im Wesentlichen von DMU, TMG und SZAE erzielt. Der Außenumsatz entspricht dem Vorjahresniveau in der angepassten Bereichsstruktur. Der Gewinn vor Steuern des Unternehmensbereiches unterschritt mit 9,4 Mio. € den des Vorjahres (13,3 Mio. €) um 3,9 Mio. €. Diese Verschlechterung ist im Wesentlichen bei SZST (−3,5 Mio. €), HAN (−1,9 Mio. €) und VPS (− 0,9 Mio. €) eingetreten. Die Abweichung der SZST ist ursächlich auf zusätzliche Altersteilzeitverträge zurückzuführen und insofern weitestgehend nicht operativ bedingt. Bei VPS führten gestiegene Materialaufwendungen, insbesondere erheblich höhere Dieselpreise, bei gleich bleibenden Frachttarifen zu der Verschlechterung. HAN hatte aufgrund vermehrter Fremdpersonal- und Gerätegestellung sowie umfangreicher Instandsetzungsmaßnahmen einen erhöhten Aufwand zu verkraften. Verbesserte Resultate erwirtschafteten insbesondere DMU (+0,9 Mio. €), Telcat-Gruppe (+0,5 Mio. €) und GES (+0,4 Mio. €). Das höhere Ergebnis der DMU hat seinen Ursprung überwiegend in der Stahlbearbeitung. SZAE weist wie im Vorjahr − 7,1 Mio. € Verlust aus. Da das Vorjahresergebnis Sondermaßnahmen (4,5 Mio. € Forderungsverzicht SZAG, 2,3 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen) enthält, ist eine operative Verbesserung eingetreten; diese ist vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Markt- und Wettbewerbslage für die Gesellschaft insbesondere auf der Aufwandseite erzielt worden. EBT Unternehmensbereich Dienstleistungen
Die Stammbelegschaft des Unternehmensbereiches Dienstleistungen beträgt zum 31. Dezember 2005 3.918 Blm. Die Belegschaftszahl unterschreitet den Stand per 31. Dezember 2004 (4.044 Blm.) um 126 Blm. Der Hauptgrund dafür liegt in der Abkehr von 51 Blm. per Sozialplan und 240 Blm. in die passive Altersteilzeit, wogegen 165 Ausgebildete übernommen worden sind. Die Eckdaten des Unternehmensbereiches Dienstleistungen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
1) an die neue UB-Struktur angepasst
2) Umsatz im eigenen Segment sowie mit anderen Unternehmensbereichen im Konzern 3) Beitrag zum Außenumsatz des Konzerns 4) Ergebnis vor Steuern zuzüglich Zinsaufwand (ohne Zinsanteil der Zuführungen zu Pensionsrückstellungen) 5) EBIT zuzüglich Abschreibungen (inkl. auf finanzielle Vermögenswerte) 6) inkl. Ausbildungsverhältnisse und inkl. passive Altersteilzeit 7) ohne Ausbildungsverhältnisse und ohne passive Altersteilzeit 8) inkl. 4,5 Mio. € Forderungsverzicht SZAG und 2,3 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen |
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