Geschäftsbericht 2005

Ergebnisverbesserungsprogramm

Die strategische Ausrichtung auf Eigenständigkeit, Profitabilität und Wachstum erfordert das konsequente Erschließen vorhandener Optimierungspotenziale in allen Unternehmensbereichen. Dazu gehört das zielgerichtete Anpassen an sich ändernde Rahmenbedingungen, das Mitgestalten von Entwicklungen auf der Marktseite und eine permanente Optimierung innerhalb des Konzerns und seiner Gesellschaften.

Für die Zukunft gerüstet zu sein − das bedeutet nachhaltige Disziplin bei der Identifikation und Realisierung der Erfolgspotenziale mittels gezielten Maßnahmencontrollings. Die systematische Nutzung von Verbesserungschancen und ein effizientes Controlling hinsichtlich ihres Beitrages zur Steigerung der Profitabilität erfolgen im Rahmen des Ergebnisverbesserungsprogramms 2 (EVP 2).

Das EVP wurde im Geschäftsjahr 1995/1996 etabliert. Es hat sich − seit dem Geschäftsjahr 2001 als EVP 2 fortgeführt − in den vergangenen Jahren als dauerhaft erfolgreiches System erwiesen.

Nach der Integration verschiedener gesellschaftsspezifischer Programme, speziell aus dem Unternehmensbereich Röhren, vermittelte die im Jahre 2003 definierte konzernumfassende Basisstrategie dem EVP neue Impulse. Dabei sind die konzernweit erarbeiteten gesellschaftsspezifischen Zielvorgaben in Maßnahmen umgesetzt und diese − soweit sie den straffen Kriterien des EVP 2 entsprachen − in dieses Programm aufgenommen worden. Infolge dieses integrativen Ansatzes stellt das Ergebnisverbesserungsprogramm mehr als nur ein partiell oder temporär aufgesetztes Kostensenkungs- und Qualitätssteigerungsprogramm dar; mit dem EVP verfügt die Salzgitter-Gruppe über ein konzernweit einheitliches Managementinstrument zur nachhaltigen Steigerung der Ergebnisperformance.

Das hervorragende Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2005 ist einerseits von den positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Es ist aber andererseits ebenfalls das Ergebnis unserer Anstrengungen, mittels des EVP eine kontinuierliche Verbesserung unserer Prozesse in allen Funktionsbereichen der Konzernunternehmen zu erreichen.

Hier wird deutlich, dass die Maßnahmen unabhängig von der konjunkturellen Lage umgesetzt werden und das EVP als permanente Aufgabe wirkt.

Für die Maßnahmen des EVP 2 ist zum Jahresabschluss 2005 der anvisierte jährliche, nachhaltig wirkende Verbesserungsbeitrag − der so genannte Full-Year-Effekt (FYE) − in Höhe von 170 Mio. € fixiert worden.

in Mio. € FYE
Gesamtleistung +116
Einsparung Aufwand +112
Abschreibungen/Zinsen/Sachaufwand −58
Ergebniseffekt vor Steuern +170

Das mit der Verabschiedung der Basisstrategie in dieser Höhe gesteckte Ziel ist somit − vor Abschluss des EVP 2 − erreicht. Hiermit ist aber nicht der Schlusspunkt gesetzt; die Aktivitäten zur Maßnahmenidentifizierung und -umsetzung werden permanent weiter betrieben.

Die aktuell 306 Maßnahmen definieren sich über Umsatz- und Kosteneffekte. Die Aktivitäten auf dem Absatzmarkt mit Produkten höherer Wertschöpfung und die Ausweitung der Vertriebskanäle mit dem Ziel der Umsatzsteigerung ergeben einen FYE von 116 Mio. €. Im Zuge der Optimierung von Prozessabläufen in Produktion und Verwaltung sowie eines optimierten Material- und Fremdleistungseinsatzes sehen wir ein Kostensenkungspotenzial von 112 Mio. €. Zur Zielerreichung sind für die Implementierung der vorgesehenen Maßnahmen − wie beispielsweise notwendiger Investitionen − 58 Mio. € Aufwand jährlich für Abschreibungen, Zinsen und Materialeinsatz berücksichtigt.

Das Engagement aller Beteiligten und die Bereitschaft, die Strukturen des Programms zu nutzen, um eigene Ideen und Vorschläge zur kontinuierlichen Ergebnisverbesserung einzubringen, ist die Basis für den Erfolg des EVP.

Dieses Instrument ist ein fester Bestandteil der Unternehmensführung unseres Konzerns; wir werden das Programm auch in den folgenden Geschäftsjahren zielgerichtet ergänzen und fortführen.

Dabei begünstigen die dezentralen Konzernstrukturen die Möglichkeiten, im Unternehmen verteiltes Wissen direkt nutzbar zu machen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Salzgitter AG auch zukünftig zu stärken.


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