RisikoberichtRisiko- und ChancenmanagementsystemIm Rahmen der satzungsgemäßen Geschäftstätigkeit ist es unumgänglich, Risiken einzugehen. Diese müssen aber von der Unternehmensführung überschau- und kontrollierbar sein. Daher ist ein vorausblickendes und wirkungsvolles Risikomanagement für die Salzgitter AG ein wichtiger und wertschaffender Bestandteil der Unternehmensführungsinstrumente zur Sicherung der Existenz des Unternehmens, des eingesetzten Kapitals und der vorhandenen Arbeitsplätze. Im Salzgitter-Konzern werden Risiko- und Chancenmanagement grundsätzlich getrennt betrachtet. Die Risiken werden in einem separaten Reportingsystem abgebildet und nachgehalten. Hingegen ist die Erfassung und Kommunikation von Chancen integraler Bestandteil unseres zwischen den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften und der Führungsgesellschaft etablierten Controllingsystems. Darin sind beispielsweise auch Maßnahmen zur Konturierung der Stärken und zum Erschließen strategischer Wachstumspotenziale enthalten, die zielgerichtet aus einem eigens entwickelten Strategieatlas abgeleitet wurden und mit dessen Hilfe wir stetig unser Markt- und Produktumfeld beobachten. Für die wertorientierte Unternehmensführung wägen wir die Aspekte Risiko und Chance gegeneinander ab. In das Risikomanagement sind alle voll konsolidierten Unternehmen in den Unternehmensbereichen Stahl, Handel und Dienstleistungen − hier zusätzlich die nicht konsolidierten Gesellschaften Oswald Hydroforming GmbH & Co. KG und Telefonbau Marienfeld GmbH & Co. KG − aufgenommen. Im Unternehmensbereich Röhren ist neben den voll konsolidierten Gesellschaften auch das Gemeinschaftsunternehmen Europipe GmbH einschließlich der Eupec PipeCoatings GmbH in das Risikomanagementsystem gemäß der Richtlinie der Salzgitter AG eingebunden. Die Tochter- und Beteiligungsgesellschaften wenden das Risikomanagementsystem eigenverantwortlich an. Von der Management-Holding vorgegebene Richtlinien bilden die Basis für eine einheitliche und angemessene Behandlung von Risiken und deren Kommunikation im Konzern. Ergänzend wird das Risikomanagement der Salzgitter AG in einem Risikohandbuch dokumentiert. Zur Verbesserung der Aussagefähigkeit des konzernweiten Risikoportfolios entwickeln wir das Risikomanagementsystem stetig den Erfordernissen entsprechend weiter. Aufbauend auf den im vorherigen Geschäftsjahr umgesetzten Inhalten wurden in diesem Jahr mit einem erweiterten Leitfaden Grundsätze für die fortschreitende Harmonisierung der Schadensbewertungen formuliert. Mit Hilfe eines konzernweiten Berichtssystems ist die sachgerechte Information des Managements sichergestellt. Die Konzerngesellschaften übermitteln die Risikosituation in monatlichen Controllingreports oder ad hoc und unmittelbar an den Vorstand. Für ein effektives Datenhandling nutzen nahezu alle berichtspflichtigen Gesellschaften eine Konzerndatenbank. Auf Konzernebene werden die identifizierten Risiken analysiert, bewertet und genau verfolgt.
Infolge der erlangten Transparenz über risikobehaftete Entwicklungen und potenzielle Risiken können frühzeitig und zielgerichtet Maßnahmen zu ihrer Bewältigung und Begrenzung eingeleitet werden. Risikomanagement und Controlling der Salzgitter AG sind eindeutig abgegrenzt und ergänzen sich. Ein Risiko-Tatbestand kann daher im Rahmen des Controllings (beispielsweise als Rückstellung), im Risikomanagement (mit Bewältigungsmaßnahmen) oder, sich ergänzend, in beiden Abläufen behandelt sein. Risiken werden in die unterjährige Vorausschau, die Mittelfristplanung und in die Strategiegespräche einbezogen. Zur Bewältigung dieser Risiken sind Verfahren, Regelungen und Instrumente festgelegt. Ziel ist die Vermeidung möglicher Risiken beziehungsweise deren Kontrolle oder das Treffen entsprechender Vorsorge jeweils unter angemessener Berücksichtigung sich bietender Chancen. Hinsichtlich der Eintrittswahrscheinlichkeit unterscheiden wir unwahrscheinliche und wahrscheinliche Risiken. Als unwahrscheinliche Risiken gelten Ereignisse, deren Eintreten nach sorgfältigem kaufmännischem, technischem und juristischem Ermessen eher nicht zu erwarten ist. Die Bedingungen, die zu erfüllen sind, damit diese Bewertung bestehen bleiben kann, werden dokumentiert, periodisch überprüft und gegebenenfalls aktualisiert. Das Nachhalten der gesetzten Bedingungen ist Gegenstand des Controllings und der Revision der Salzgitter AG. Bei wahrscheinlichen Risiken ist ein Schaden durch ein unerwünschtes Ereignis für das Unternehmen nicht mehr auszuschließen. Zur Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit wird die ermittelte quantitative Schadenshöhe unter Berücksichtigung der beeinflussenden Umstände dokumentiert. Bezüglich der Schadenshöhe unterscheiden wir zwischen Großrisiken mit einer Schadenshöhe von mehr als 25 Mio. € und sonstigen Risiken mit einer Schadenshöhe von weniger als 25 Mio. €. Die Risiken sind im internen Planungs- und Controllingsystem der jeweiligen Gesellschaft zu erfassen und entsprechend der gesellschaftsspezifischen Meldegrenzen der Konzernleitung mitzuteilen. |
||
|
|