EinzelrisikenAusgehend von den gesamtwirtschaftlichen Veränderungen auf den internationalen Märkten sind für uns die Preisentwicklungen auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten, die Währungskurse (insbesondere der des USD/EUR) und die Entwicklung des Ölpreises von wesentlicher Bedeutung. Zur Minimierung daraus folgender Geschäftsrisiken werden von uns entsprechende Trends beobachtet und in den Risikoprognosen berücksichtigt. Dies gilt auch für mögliche, politisch bedingte Restriktionen im Auslandsgeschäft wie beispielsweise durch ein Handelsembargo. Um möglichen Risiken aus den vielfältigen steuerlichen, umweltrechtlichen, wettbewerbsrechtlichen und sonstigen Regelungen und Gesetzen zu begegnen, achten wir auf eine strikte Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften sowie auf eine umfassende rechtliche Beratung sowohl durch unsere eigenen Fachleute als auch fallbezogen von ausgewiesenen externen Spezialisten. Risiken aus den Veränderungen in der Branche begegnen wir mit einer dezentralen Konzernstruktur und demzufolge schnellen Entscheidungsprozessen, um uns zeitnah auf die neuen Marktgegebenheiten einzustellen. Wertmäßig große Risiken standen in Verbindung mit dem Preisanstieg für wichtige Rohstoffe (Eisenerz, Kohle, Schrott und Legierungsmittel). Der Trend des vorherigen Jahres setzte sich auch 2005 insgesamt unvermindert fort und führte gegenüber der Planung zu höheren Beschaffungskosten in der Größenordnung eines mittleren zweistelligen Millionenbetrages. Deren Identifizierung erfolgte frühzeitig und wurde in der Ergebnisvorschau berücksichtigt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr kompensierten die Erlössteigerungen für unsere Produkte und frühzeitige Währungsabsicherungen diese Mehraufwendungen. Dem möglichen Risikoaspekt einer nicht bedarfsgerechten Versorgung mit wichtigen Rohstoffen und Energien (Strom, Gas) wirken wir durch den über teilweise längerfristige Rahmenverträge abgesicherten Bezug solcher Rohstoffe aus verschiedenen Regionen und von mehreren Lieferanten entgegen. Außerdem betreiben wir eine entsprechende Lagerpolitik. Aufgrund unserer Einschätzung der Beschaffungsquellen sind wir gewiss, dass die Verfügbarkeit dieser Rohstoffe in den benötigten Mengen und Qualitäten bestmöglich gewährleistet ist. Das gilt auch für die Kohlebezüge, die zum Teil noch aus inländischer Produktion, zum Teil vom Weltmarkt stammen. Strom beziehen wir auf vertraglich abgesicherter Basis, soweit der Bedarf unsere eigene Stromerzeugung übersteigt. Ein typisches Geschäftsrisiko kann aus den hohen Schwankungen von Preisen und Mengen auf den Absatzmärkten resultieren. Dem Risiko, deswegen in eine existenzbedrohende Situation zu geraten, begegnen wir mit einer breiten Streuung von Produkten, Abnehmerbranchen und regionalen Absatzmärkten, situationsbezogenen Gegensteuerungsmaßnahmen im Betrieb und über eine solide Bilanz- und Finanzierungsstruktur. Unter Ausnutzung von Kompensationsmöglichkeiten aufgrund unterschiedlicher konjunktureller Einflüsse in den verschiedenen Unternehmensbereichen (wie beispielsweise die Wirkung des Ölpreises auf die Automobilindustrie und das Röhrengeschäft) ergibt sich ein konzernweit ausgeglicheneres Risikoportfolio. Dem Risiko eines ungeplanten längerfristigen Stillstandes unserer Schlüsselaggregate begegnen wir mit laufenden Anlagenkontrollen, einer vorbeugenden Instandhaltung sowie ständigen Modernisierungen und Investitionen. Für mögliche Schäden und den damit verbundenen Produktionsausfall sowie für andere mögliche Schadens- und Haftpflichtfälle haben wir Versicherungen abgeschlossen, die sicherstellen, dass die finanziellen Folgen in Grenzen gehalten oder völlig ausgeschlossen werden. Der Umfang dieser Versicherungen wird laufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Das Eingehen von Finanz- und Währungsrisiken ist grundsätzlich nur in Verbindung mit unseren stahlproduktions- und handelstypischen Prozessen zulässig und daher im Verhältnis zu den operativen Risiken von geringerer Bedeutung. Währungsrisiken aus Beschaffungs- oder Absatzgeschäften sind grundsätzlich zu sichern, entweder durch konzerninternes Netting oder Kurssicherungen. Zur Zinssicherung werden im Bedarfsfall geeignete Instrumente eingesetzt. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die Angaben im Anhang des Jahres- und Konzernabschlusses. Im internationalen Tradinggeschäft sind risikobehaftete offene Positionen oder Finanzierungen nicht zulässig. Forderungsrisiken werden soweit möglich mit Hilfe von Kreditsicherungen und einem straffen internen Obligomanagement begrenzt. Ein Teil des Devisenbedarfs an US-Dollar ist durch Devisenoptionen mit einer 2-jährigen Laufzeit abgedeckt. Die Beobachtung der Liquiditätslage des Konzerns erfolgt seitens der Obergesellschaft für alle in den Konzernfinanzkreis eingebundenen Gesellschaften im Rahmen eines zentralen Cash- und Zinsmanagements. Dabei gelten interne Kreditlinien für die Tochtergesellschaften. Gesellschaften mit eigenen Kreditlinien sind eigenständig für die diesbezügliche Risikominimierung verantwortlich. Darüber hinaus bestünden dann Risiken aus notwendigen Kapital- und Liquiditätsmaßnahmen bei Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, sofern deren Geschäftsentwicklung nachhaltig unbefriedigend verliefe. Diesem Risiko begegnen wir mit einer rollierenden Finanzplanung. Die Erfassung und Dokumentation von Steuerrisiken erfolgt bei den in die Organschaft einbezogenen Gesellschaften in enger Abstimmung mit der Steuerabteilung der Holdinggesellschaft. Beim obersten Organträger wird auch grundsätzlich die bilanzielle Vorsorge, zum Beispiel für Risiken aus Betriebsprüfungen, vorgenommen. Selbstständig steuerpflichtige Gesellschaften müssen hingegen eigene bilanzielle Vorsorge treffen. Im Zusammenhang mit der früheren Zonenrandförderung verlangt die EU-Kommission Zins- und Steuernachzahlungen von der Salzgitter AG. Der Europäische Gerichtshof hat in erster Instanz zugunsten unseres Unternehmens entschieden. Dagegen legte die EU-Kommission jedoch Revision beim Europäischen Gerichtshof ein. Für das hier bestehende Risiko ist eine angemessene bilanzielle Vorsorge getroffen. Im Wettbewerb um qualifizierte Fach- und Führungskräfte engagiert sich die Salzgitter AG aktiv am Markt. Dem Risiko der Fluktuation und dem damit verbundenen Wissensverlust begegnet das Unternehmen mit breit angelegten Personalentwicklungsmaßnahmen. Die Einführung von Spezialistenlaufbahnen hat auch für unsere Fachleute eine adäquate berufliche Perspektive geschaffen. Produkt- und Umweltschutzrisiken begegnen wir mit einer Vielzahl von Maßnahmen zur Qualitätssicherung − hierzu gehören beispielsweise die Zertifizierung nach internationalen Normen, die ständige Modernisierung unserer Anlagen sowie die Weiterentwicklung unserer Produkte − und einem umfangreichen Umweltmanagement. Am 1. Januar 2005 begann der Handel mit CO2-Emissionszertifikaten. Die Zuteilung der Emissionsberechtigungen für die erste Handelsperiode (2005−2007) erfolgte in ausreichendem Umfang. Spekulative Handelsaktivitäten werden mit den Zertifikaten nicht getätigt. Risiken aus dem Umfeld der Informationstechnologie (IT) begegnen wir durch Aufbau und Erhaltung von konzerninternem Know-how für IT-Dienstleistungen in Tochtergesellschaften. Hiermit ist gewährleistet, dass wir uns stets auf dem Stand der Technik bewegen. Eine entsprechende Richtlinien-Kompetenz der Konzern-IT-Leitung gewährleistet die konsistente Weiterentwicklung unserer konzernweiten IT-Systeme und ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Einsatz der erforderlichen Investitionsmittel. Risiken im Rahmen von Gemeinschaftsunternehmen, die nicht in unserem mehrheitlichen Besitz sind, werden mittels geeigneter Berichts- und Konsultationsstrukturen, Mitwirkung in Aufsichtsgremien und vertraglicher Regelungen eingegrenzt. So sind zur Sicherstellung der Transparenz des 50%-Joint-Ventures Europipe GmbH Mitglieder des Vorstandes der Salzgitter AG im Aufsichtsrat vertreten. Die Nahtlosrohraktivitäten der Beteiligung Vallourec & Mannesmann Tubes S.A. sind Mitte des Jahres bei Vallourec konzentriert worden. Die Beteiligung von Salzgitter an Vallourec beläuft sich zum Jahresende auf 17,2%. |
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