PrognoseberichtWirtschaftliche RahmenbedingungenDie Weltkonjunktur wird sich 2006 nach Auffassung der Forschungsinstitute auf einem dem Jahr 2005 entsprechenden Niveau bewegen. Seitens des Internationalen Währungsfonds wird ein unverändertes Wachstum von 4,3% erwartet. Bei einem unterstellten Ölpreislevel von − immer noch hohen − 55 US-$/Barrel lassen die Belastungen durch den vorangegangenen Anstieg des Ölpreises nach. Auch bleiben die Impulse für die Nachfrage, die von dem starken wirtschaftlichen Wachstum der Schwellenländer ausgehen, intakt. Während das Wirtschaftswachstum in den USA, China und den meisten asiatischen Volkswirtschaften gegenüber 2005 geringfügig schwächer prognostiziert wird, sollten die mittel- und osteuropäischen Länder ihre positive Entwicklung fortsetzen. Die EU und Deutschland werden ebenfalls positive Tendenzen zeigen. Vor allem vom Ausland kommen, angeregt von der höheren konjunkturellen Dynamik sowie der Abwertung des Euro, Impulse. Binnenwirtschaftlich macht sich der Aufschwung besonders dadurch bemerkbar, dass die Ausrüstungsinvestitionen angesichts verbesserter weltwirtschaftlicher Absatzperspektiven kräftig zunehmen. Ein Schwachpunkt bleibt der private Konsum. Hier wird jedoch ein Vorzieheffekt aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung im nächsten Jahr erwartet. Der Zuwachs des BIP der EU dürfte 2006 2,2% betragen (2005: 1,5%), und für Deutschland wird ein Anstieg um 1,5% (2005: 0,9 %), prognostiziert. Für 2007 erwartet die OECD gemäß ihrem jüngsten weltwirtschaftlichen Ausblick ein ähnlich robustes Wachstum der Weltwirtschaft wie 2006. Auch die Wirtschaft des Euroraumes wird dieser Prognose zufolge 2007 mit 2,2% in etwa gleichem Ausmaß wachsen wie dieses Jahr. Deutschland soll die graduelle Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr fortsetzen, wenn auch gedämpft wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer. Ein selbsttragender Aufschwung dürfte weiterhin ausbleiben. Damit bleibt das Risiko bestehen, dass eine spürbare Abkühlung der Weltkonjunktur die deutsche Wirtschaft wieder zurückwirft. Angesichts der erwarteten robusten Weltkonjunktur im Jahr 2006 wird der Stahlverbrauch weiter zunehmen. Prognosen des Weltstahlverbandes (IISI) sprechen von 1.053 Mio. t, womit sich das Wachstumstempo wieder erhöht (5,5%). Dabei werden überdurchschnittliche Raten in Asien (China: +10%) erwartet. Auch in der EU wird der Verbrauch 2006 mit 3,3% wieder recht kräftig wachsen, nachdem im Jahr 2005 aufgrund des Lagerabbaus ein Rückgang zu verzeichnen war. Die Welt-Rohstahlproduktion wird nach einer Einschätzung der Wirtschaftsvereinigung Stahl auf über 1,2 Mrd. t (+ 7,2 %) steigen. Maßgeblich wird dabei wieder China sein, obgleich sich die Steigerungsrate der chinesischen Produktion gegenüber 2005 verringern dürfte. Die europäische Rohstahlerzeugung soll um 3% auf 193 Mio. t wachsen und somit den Rückgang des Jahres 2005 (−3,1%) kompensieren. Für Deutschland wird ebenfalls eine Zunahme um 3% auf 45,7 Mio. t prognostiziert. Der nach wie vor gewaltige Nachholbedarf Chinas − die Pro-Kopf-Versorgung mit Stahl ist dort mit 270 Kilogramm nur halb so groß wie in den Industriestaaten − spricht für eine vergleichbare Entwicklung auch in 2007. Außerdem wird die globale Stahlnachfrage durch Infrastruktur- und Bauinvestitionen in anderen bevölkerungsreichen Schwellenländern getrieben. Gleichwohl sind die Herausforderungen für die Weltstahlindustrie groß. So werden zur Zeit außerhalb von Europa − neben China insbesondere in Indien und Südamerika − erhebliche Kapazitäten aufgebaut. Künftig wird der Wettbewerb auf den internationalen Stahlmärkten daher noch intensiver geführt werden. Für den Stahlrohrmarkt erwarten wir aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch 2006 und 2007 eine mindestens ebenso gute Entwicklung wie für Walzstahlerzeugnisse. Die wesentlichen Abnehmerbranchen weisen weltweit − bei durchaus unterschiedlichen Prognosen für einzelne Länder und verschiedene Branchen − insgesamt eine positive Tendenz aus. Der Ölpreis wird in den Jahren 2006 und 2007 auf einem Niveau von 55 US-$/Barrel gesehen. Dies ist weiterhin ein Garant für eine starke Bohrtätigkeit, verbunden mit einer regen Ölfeldrohrnachfrage und nachgelagert hohem Bedarf an neuen Leitungen. Der Markt für geschweißte Rohre und Großrohre zeigt zur Zeit keine Anzeichen, die auf eine Abschwächung hindeuten, zumal es eine Reihe von neuen Projekten gibt. Bei den nahtlosen Rohren wird ebenfalls weiterhin ein guter Verlauf erwartet. Wie diese Nachfrage gedeckt wird, bleibt abzuwarten. So hat beispielsweise China 2005 mehrere Rohrwerke in Betrieb genommen und plant für 2007 weitere Kapazitäten. Schon heute ist China Nettoexporteur von Stahlrohren. Der Aufbau der zusätzlichen Kapazität wird sich mit Sicherheit auch auf den Export von Rohren auswirken und somit Einfluss auf die bestehenden Warenströme haben. Die für den SZAG-Konzern relevanten − als Folge der globalen Entwicklungen und hier insbesondere des „China-Effektes” sehr wechselhaften − Rahmenbedingungen sind zwar 2006 noch einigermaßen überschaubar, darüber hinaus aber nicht zuverlässig prognostizierbar. Deshalb besitzt die finanzielle und bilanzielle Stabilität des Konzerns unverändert hohe Priorität und soll fortwährend auch durch ergebnisverbessernde Maßnahmen gestärkt werden. |
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