http://www.salzgitter-ag.de/gb/2005/de/chap2/sect1/subsect5
Ertragslage
Nach der Auflösung des Unternehmensbereiches Verarbeitung zum 1. April 2005 wurden die Gesellschaften
HSP Hoesch Spundwand und Profil GmbH, Salzgitter Bauelemente GmbH und Salzgitter
Europlatinen GmbH in den Unternehmensbereich Stahl umgruppiert. Im Zuge dieser Neustrukturierung
ist zudem die Salzgitter Großrohre GmbH aus dem Stahlbereich in die Division Röhren umgegliedert
worden.
Dem Unternehmensbereich Dienstleistungen wurden die Salzgitter Automotive Engineering
GmbH & Co. KG sowie die nicht konsolidierten Unternehmen Oswald Hydroforming GmbH & Co. KG
und Salzgitter Magnesium-Technologie GmbH zugeordnet.
Sämtliche genannten und erläuterten Kennzahlen reflektieren die neue Struktur.
Im Geschäftsjahr 2005 übertraf der Umsatz des Salzgitter-Konzerns mit 7.152 Mio. € den Vorjahreswert
(5.942 Mio. €) um 1.210 Mio. €(+20%).
Bis auf den Unternehmensbereich Dienstleistungen, der gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte
Erlöse verzeichnete, profitierten die übrigen Unternehmensbereiche von dem durch drastische Kostensteigerungen
für Rohstoffe und Energieträger bedingten Anstieg des Preisniveaus für Walzstahl- und
Stahlrohrprodukte.
Wie im Vorjahr erreichte der Unternehmensbereich Handel mit 45% (Vorjahr 44%) den größten Anteil
am Konzern-Außenumsatz. Sein Umsatz überstieg mit 3.244 Mio. € den Vorjahreswert um etwa 23%.
Mit Erlösen von 2.177 Mio. € (+12%) kam der Unternehmensbereich Stahl auf einen leicht verminderten
Anteil von 30% (Vorjahr 33%). Dabei ist zu berücksichtigen, dass vom Unternehmensbereich
Stahl zusätzlich Lieferungen von 817 Mio. € an andere Konzerngesellschaften, insbesondere an die
des Handels, erfolgten. Der Unternehmensbereich Röhren konnte mit 1.407 Mio. € seine Umsatzerlöse
nennenswert ausweiten (+38%); dies entsprach einem Anteil von 20% (Vorjahr 17%). Bei leicht
verringerten Fremdumsätzen (− 4%) entfiel auf den Unternehmensbereich Dienstleistungen ein im
Vergleich zum Vorjahr nahezu unveränderter Anteil von 5% (Vorjahr 6%).
Konzernumsatz nach Unternehmensbereichen1)
1) angepasst an die neue Konzernstruktur
Der Schwerpunkt des Absatzes lag unverändert in der EU mit einem Umsatzanteil von 68% (Vorjahr
72%). Im Inland wurden 3,2 Mrd. €Umsatzerlöse erzielt. Der Auslandsumsatz betrug 3,9 Mrd. € und
erreichte gegenüber dem Vorjahr (53%) einen auf 55% gestiegenen Anteil am Gesamtumsatz.
Konzernumsatz nach Regionen
Der Salzgitter-Konzern schloss das Geschäftsjahr 2005 mit 940,9 Mio. € Gewinn vor Steuern ab. Er
konnte damit das außerordentlich gute Ergebnis von 2004 (322,8 Mio. €) übertreffen und einen
historisch bisher nicht erreichten Gewinn erwirtschaften. Damit zeigt sich nach 2004 auch in 2005
anstelle einer zeitversetzten Zyklizität eine parallel gute Marktsituation für die Bereiche Flachstahl,
Grobblech und Röhren. Neben den günstigen Marktbedingungen trug auch das konzernweite Ergebnisverbesserungsprogramm
zur Steigerung der Profitabilität bei.
Dank äußerst erfreulicher Ergebnisse, primär von Flachstahl und Grobblech, sowie Verbesserungen im
Trägergeschäft konnte der Unternehmensbereich Stahl seinen Gewinn um 256,4 Mio. € steigern und
430,7 Mio. € zum Konzernergebnis beitragen.
In den genannten Produktbereichen ist es gelungen, den − bei einer im Durchschnitt nahezu
unveränderten Währungsrelation USD/EUR − drastischen Kostensteigerungen für Rohstoffe und Energieträger
mit der sukzessiven Durchsetzung höherer Stahlpreise erfolgreich zu begegnen. Dabei wurde ab
dem zweiten Quartal 2005 spürbaren Nachfrageschwächen mit einer Reduzierung der Erzeugungsmengen
sowie einem maximierten Anteil höherwertiger Grobbleche entgegengewirkt. Nach einem
nennenswerten Erlösrückgang für Flachstahl während des dritten Quartals konnte im Folgequartal eine
Stabilisierung erreicht werden. Ursächlich für das außerordentlich gute Bereichsergebnis ist vor allem
die exzellente Entwicklung des ersten Halbjahres.
Infolge der zum 1. Januar 2005 geltenden Neuregelung des IAS 2 (Vorräte), die eine Anwendung der
Lifo-Methode für die Vorratsbewertung nicht mehr vorsieht, entstand im Unternehmensbereich Stahl
ein positiver Ergebnisbeitrag von 80 Mio. €. Gegenläufig wirkte sich die Zustellung des Hochofens A aus.
Der Stahlrohrmarkt befindet sich weiterhin in einer Hochphase. Erhebliche Preissteigerungen des Vormaterials
konnten mittels Erlösanhebungen überkompensiert werden. Da ferner 162,6 Mio. € Gewinn
aus der Veräußerung von Aktien der Vallourec S.A. realisiert wurde, übertraf der Unternehmensbereich
Röhren − bei Ergebnisverbesserungen in allen Marktsegmenten − mit 440,5 Mio. € signifikant das
Vorjahresergebnis (117,1 Mio. €).
Der Vorsteuergewinn des Unternehmensbereiches Handel wurde bei einem Mengenzuwachs von
niedrigeren spezifischen Roherträgen beeinflusst und konnte daher mit 88,1 Mio. € nicht ganz an das
außerordentlich gute Vorjahresergebnis (98,9 Mio. €) anknüpfen, aber dennoch ein äußerst zufrieden
stellendes Niveau erreichen.
Im Wesentlichen aufgrund gestiegener Material- und Instandhaltungsaufwendungen sowie zusätzlicher
Altersteilzeitverträge konnte der Unternehmensbereich Dienstleistungen den Vorjahreswert nicht
einstellen.
Ergebnis der Unternehmensbereiche und Konzernjahresüberschuss1)
| in Mio. € |
GJ 2005 |
GJ 2004 |
| Stahl |
430,7 |
174,3 |
| Röhren |
440,5 |
117,1 |
| Handel |
88,1 |
98,9 |
| Dienstleistungen |
9,4 |
13,3 |
| Sonstige/Konsolidierung |
−27,8 |
−80,8 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit |
940,9 |
322,8 |
| Steuern |
98,9 |
76,1 |
| Konzernjahresüberschuss2) |
842,0 |
246,7 |
1) angepasst an die neue Konzernstruktur
2) einschl. Anteile fremder Gesellschafter
Entwicklung wesentlicher GuV-Posten
Zur Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns, die im Abschnitt „Konzernabschluss/Anhang” dargestellt
ist, werden folgende Erläuterungen gegeben.
Die Veränderung der Posten „Bestandsveränderungen/aktivierte Eigenleistungen” ist hauptsächlich
auf den Wegfall der Lifo-Methode sowie abrechnungsbedingt höhere Vorratsbestände im
Großrohrbereich zurückzuführen. Die Erträge aus der Veräußerung der Vallourec-Anteile (163 Mio. €)
haben die sonstigen betrieblichen Erträge kräftig erhöht. Gegenläufig wirkte der Entfall der ratierlichen
Auflösung des Badwills im Geschäftsjahr. Der Anstieg der Materialaufwendungen spiegelt unter anderem
die drastischen Kostensteigerungen der Rohstoffe und Energieträger wider. Gestiegene Personalaufwendungen
ergaben sich aus Altersteilzeitvereinbarungen, angepassten Erfolgsbeteiligungen sowie
Entgelterhöhungen. Beim Vergleich der Abschreibungen ist zu beachten, dass der Vorjahreswert
110 Mio. € außerplanmäßige Abschreibungen enthält. Insbesondere gestiegene Instandhaltungsleistungen
sowie der buchmäßige Abgangsverlust (24 Mio. €) nach Verrechnung von − im Konzern-Eigenkapital
schon zuvor berücksichtigten −103 Mio. € Währungsverlusten aus dem Verkauf der
V&M-Anteile führten zu einem Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. In der Entwicklung
des Ergebnisses aus assoziierten Unternehmen drückt sich zum einen die erheblich verbesserte Ertragslage
des Bereiches Nahtlose Rohre, andererseits der veränderte Konzern-Anteil an diesen Aktivitäten
infolge des im Juni realisierten Verkaufs der V&M-Anteile sowie der Veräußerung von Vallourec-Aktien
aus. Gestiegene Finanzmittel aus laufendem Geschäft sowie der Veräußerung der V&M-Anteile und
Vallourec-Aktien führten zu höheren Zinserträgen. Da ferner ein geringerer Zinsanteil der Zuführungen
zu den Pensionsrückstellungen zu bilanzieren war, konnte das Zinsergebnis um 12 Mio. € verbessert
werden.
Der vergleichsweise moderate Anstieg des Ertragsteueraufwandes ergibt sich aus dem Sachverhalt,
dass die vorgesehene Änderung der Konzernstruktur die Nutzung von bestehenden Verlustvorträgen
im Röhrenbereich ermöglichen soll. Entsprechend den IFRS-Rechnungslegungsvorschriften wurde im
Geschäftsjahr ein latenter Steuerertrag in Höhe von 137 Mio. € aktiviert.
Die Ertragsteuerermittlung für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt sowohl diese geänderte
Grundlage als auch die seit dem Vorjahr in Deutschland geltende „Mindestbesteuerung”, die nur eine
eingeschränkte Verrechnung körperschaft- und gewerbesteuerlicher Verlustvorträge vorsieht.
Nach Abzug der Steuern verbleiben 842 Mio. € Konzernjahresüberschuss.
Wertschöpfung im Salzgitter-Konzern
Die betriebliche Wertschöpfung des Konzerns erreichte 2.041 Mio. € (+688 Mio. €; +50,8% über
Vorjahreswert). Der überwiegende Anteil der Verwendung der Wertschöpfung entfällt mit 52,5%
(Vorjahr 74,4 %) auf die Mitarbeiter. Der Steueranteil verringerte sich mit 4,8% (Vorjahr 5,6%) leicht.
Die Aktionäre (einschließlich eigener Anteile) werden für dieses Geschäftsjahr 3,1% der Wertschöpfung
(Vorjahr 1,9%) in Form der Dividende erhalten. Weitere 38,2% (Vorjahr 16,4%) steigern den Wert des
Konzerns und dienen der Stärkung der Eigenkapitalbasis. Auf die Darlehensgeber fiel mit 1,4% ein
gegenüber dem Vorjahreswert (1,7 %) verringerter Anteil.
Wertschöpfung
| in Mio. € |
GJ 2005 |
% |
GJ 2004 |
% |
| Entstehung |
|
|
|
|
| Konzernleistung |
7.862 |
100,0 |
6.334 |
100,0 |
| Vorleistungen |
5.821 |
74,0 |
4.981 |
78,6 |
| Wertschöpfung |
2.041 |
26,0 |
1.353 |
21,4 |
| Verwendung |
|
|
|
|
| Mitarbeiter |
1.072 |
52,5 |
1.007 |
74,4 |
| Öffentliche Hand |
99 |
4,8 |
76 |
5,6 |
| Aktionäre |
63 |
3,1 |
25 |
1,9 |
| Darlehensgeber |
28 |
1,4 |
23 |
1,7 |
| Konzern |
779 |
38,2 |
222 |
16,4 |
| Wertschöpfung |
2.041 |
100,0 |
1.353 |
100,0 |
Mehrperiodenübersicht zur Ertragslage
| in Mio. € |
GJ 2005 |
GJ 2004 |
GJ 2003 |
GJ 2002 |
GJ 2001 |
| EBT |
940,9 |
322,8 |
42,5 |
72,5 |
160,3 |
| EBIT I1) |
970,0 |
345,6 |
60,8 |
92,6 |
178,8 |
| EBIT II2) |
1.048,4 |
427,1 |
146,5 |
181,6 |
271,8 |
| EBITDA I1)3) |
1.186,1 |
666,6 |
309,5 |
314,5 |
389,2 |
| EBITDA II2)3) |
1.264,5 |
748,1 |
395,3 |
403,5 |
482,2 |
| EBT-Marge |
13,2 |
5,4 |
0,9 |
1,5 |
3,5 |
| EBIT-Marge I1) |
13,6 |
5,8 |
1,3 |
2,0 |
3,9 |
| EBIT-Marge II2) |
14,7 |
7,2 |
3,0 |
3,8 |
5,9 |
| EBITDA-Marge I1)3) |
16,6 |
11,2 |
6,4 |
6,6 |
8,5 |
| EBITDA-Marge II2)3) |
17,7 |
12,6 |
8,2 |
8,5 |
10,5 |
| ROCE % |
38,9 |
24,4 |
4,6 |
7,3 |
13,6 |
1) ohne Zinsaufwand Pensionsrückstellungen
2) mit Zinsaufwand Pensionsrückstellungen
3) einschl. Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte