Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung(1) Umsatzerlöse
Die Aufteilung der Umsatzerlöse enthält eine zusätzliche Darstellung nach Produktgruppen, die nicht
der Segmentberichterstattung entspricht.
Die Umsatzerlöse enthalten Erlöse nach der „Percentage-of-Completion-Methode” in Höhe von 276,0 Mio. € (Vorjahr 331,7 Mio. €). (2) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen
Die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen haben im Vergleich zum Vorjahr abgenommen.
Dieser Rückgang ist sowohl wert- als auch mengenmäßig bedingt. Gesunkene Rohstoff- und
Vormaterialpreise führten insgesamt zu einer niedrigeren Bewertung des Bestands.
Die aktivierten Eigenleistungen haben sich vor allem aufgrund der zunehmenden Fertigstellung von Investitionsprojekten verringert. (3) Sonstige betriebliche Erträge
Die Erträge aus der Bewertung von Finanzderivaten und Fremdwährungspositionen sowie die Erträge
aus Wechselkursänderungen sind insbesondere aufgrund der hohen Volatilität des US-Dollars zum
Euro deutlich gesunken. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich die korrespondierenden
Aufwandspositionen ebenfalls reduziert.
(4) Materialaufwand
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten vorwiegend Aufwendungen für
Einsatzstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe, Reserveteile, Energien und Werksgeräte.
Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um umsatzbezogene Lohnarbeiten und innerbetriebliche Transportkosten. Der Rückgang ist vor allem auf die Umsatzreduzierung sowie gesunkene Rohstoffpreise zurückzuführen. (5) Personalaufwand
Im Geschäftsjahr 2009 betrug die Summe aller beitragsorientierten Pensionsaufwendungen im
Salzgitter-Konzern 122,4 Mio. € (Vorjahr 105,4 Mio. €). Der Anstieg der Alterversorgungsaufwendungen
beruht im Wesentlichen auf Beitragserhöhungen des Pensionssicherungsvereins. Als Aufwendungen
für leistungsorientierte Pensionszusagen werden Zuführungen (nach Verrechnung mit Auflösungen)
zu den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Die Rückstellungszuführungen enthalten fast
ausschließlich laufenden Versorgungsaufwand für im Geschäftsjahr erdiente Anwartschaften der Mitarbeiter.
Die Aufwendungen für Altersversorgung enthalten nicht die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen,
die unter den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.
Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt
(6) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Die Wertminderungsaufwendungen werden nach den Vorschriften des IAS 36 ermittelt. Die Abschreibung
erfolgte dabei auf den höheren Betrag von Nutzungswert oder Nettoveräußerungspreis.
Ein Werthaltigkeitstest wird bei Geschäfts- und Firmenwerten sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens jährlich, bei sonstigen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte durchgeführt. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Goodwills und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird im Salzgitter-Konzern grundsätzlich der Nettoveräußerungspreis herangezogen. Basis für die Ermittlung des Nettoveräußerungspreises ist die vom Management erstellte aktuelle Planung für die drei Folgejahre. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst; dem liegen allgemeine Wirtschafts- und Konjunkturdaten zugrunde, die durch eigene Einschätzungen ergänzt wurden. Die Ermittlung des Nettoveräußerungspreises erfolgte nach der Discounted-Cashflow-Methode unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 7,2 % (Vorjahr 7,6 %) für den Unternehmensbereich Technologie bzw. von 8,5 % p.a. (Vorjahr 8,9 % p.a.) für die übrigen Unternehmensbereiche. Die Berechnungen führten zu Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 20,6 Mio. € (Vorjahr 31,0 Mio. €) auf den Firmenwert der KHS-Gruppe (inklusive PET-Gruppe) aufgrund der erwarteten Ergebnisbeiträge. In 2009 stehen die vorgenommen Wertberichtigungen überwiegend in Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. So erfolgten in der Profilstahlsparte des Unternehmensbereiches Stahl Wertberichtigungen in Höhe von 139,0 Mio. €, die mit 28,9 Mio. € auf Grundstücke und Bauten und mit 110,1 Mio. € auf technische Anlagen und Maschinen sowie übrige Sachanlagen entfallen. Im Segment Technologie führten die starke Investitionszurückhaltung in der Getränkeindustrie sowie der Nachfrageeinbruch im allgemeinen Maschinenbau zu einem beträchtlichen Auftragsrückgang. Dort wurden Wertberichtigungen in Höhe von 67,1 Mio. € vorgenommen, die mit 6,4 Mio. € Grundstücke und Bauten (davon 3,7 Mio. € für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien), mit 58,2 Mio. € immaterielle Vermögenswerte, mit 1,0 Mio. € technische Anlagen und Maschinen sowie mit 1,5 Mio. € andere Anlagen beinhalten. Bei der Präzisrohrgruppe im Unternehmensbereich Röhren erfolgten Wertberichtigungen von 29,9 Mio. €, die mit 12,0 Mio. € Grundstücke und Bauten, mit 17,2 Mio. € technische Anlagen und Maschinen und mit 0,7 Mio. € immaterielle Vermögenswerte betreffen. Im Unternehmensbereich Handel erfolgten Wertberichtigungen von 6,1 Mio. €, die mit 5,5 Mio. € Grundstücke und Bauten sowie mit 0,6 Mio. € auf technische Anlagen und Maschinen entfallen. Eine Absenkung bzw. Anhebung des Zinssatzes für die Wertminderungsberechnung für Immaterielles und Sachanlagevermögen um 1 % bewirkt eine Absenkung des Gesamtwertminderungsbetrags um 10,9 Mio. € bzw. eine Erhöhung von 11,5 Mio. €. (7) Sonstige betriebliche Aufwendungen
In der Position „Verwaltungskosten einschl. Versicherungskosten, Gebühren, Honorare sowie
Beratungskosten” sind Versicherungsaufwendungen in Höhe von 30,5 Mio. €, Aufwendungen für
Gebühren, Honorare und Gutachten in Höhe von 16,2 Mio. € sowie Beratungskosten in Höhe von
12,9 Mio. € enthalten.
Die Entwicklung der Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzderivate und der Fremdwährungspositionen sowie die Kursverluste liegen im Wesentlichen in der hohen Volatilität des US-Dollars zum Euro im Verlauf des Geschäftsjahres begründet. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen haben sich die korrespondierenden Ertragspositionen ebenfalls reduziert. (8) Beteiligungsergebnis
(9) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen
Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen stammt von Aurubis AG, Hamburg, Hüttenwerke Krupp
Mannesmann GmbH, Duisburg, sowie ThyssenKrupp GfT Bautechnik GmbH, Essen.
(10) Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte
Die Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte betreffen im Geschäftsjahr überwiegend die
beizulegenden Zeitwerte der Anteile an vier nicht konsolidierten Unternehmen. Basis für die Ermittlung
des Nutzungswertes ist die vom Management erstellte aktuelle Planung für die drei Folgejahre.
Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Die Ermittlung
des Nutzungswertes erfolgte nach der Discounted-Cashflow-Methode unter Zugrundelegung eines
länder- und risikospezifischen Zinssatzes.
(11) Finanzierungserträge/Finanzierungsaufwendungen
Aufgrund des unterjährig stark gesunkenen Zinsniveaus haben sich die Zinserträge im abgelaufenen
Geschäftsjahr verringert.
(12) Steuern vom Einkommen und Ertrag
Der Steuerertrag in Höhe von 109,6 Mio. € betrifft das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
Die periodenfremden Ertragsteuern beinhalten überwiegend latente Steuererträge.
Die Verringerung der laufenden Ertragsteuern von 295,1 Mio. € auf 77,4 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem gesunkenen Konzernjahresergebnis. Hiervon entfallen auf das Inland 71,8 Mio. € Ertragsteuern. Der Anstieg der latenten Steuererträge auf 187,0 Mio. € resultiert hauptsächlich aus dem mengen- und preisbedingten Rückgang passiver temporärer Differenzen des Vorratsvermögens sowie der Zunahme abschreibungsbedingter aktiver temporärer Differenzen des Sachanlagevermögens. Zukünftige Dividendenzahlungen führen zu keinen ertragsteuerlichen Konsequenzen. Für Körperschaftsteuerminderungsguthaben deutscher Gesellschaften sind Ansprüche in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr 1,4 Mio. €) bilanziert. Für Geschäftsvorfälle, die direkt das Eigenkapital beeinflusst haben, wurden latente Steuern in Höhe von 90,5 Mio. € (Vorjahr 62,4 Mio. €) erfasst. Die erfolgsneutralen latenten Steuern betreffen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste (98,7 Mio. €), die sonstigen erfolgsneutralen Veränderungen (– 7,0 Mio. €), die finanziellen Vermögenswerte der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbar gehaltene Vermögenswerte” (– 0,9 Mio. €) und die Wertänderungen aus Sicherungsgeschäften (– 0,3 Mio. €). Die latenten Steuern in Höhe von 28,1 Mio. € auf laufende erfolgsneutrale Veränderungen betreffen im Wesentlichen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste. Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten entfallen die folgenden bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:
Zusammensetzung der aktivierten Steuerersparnisse aus zukünftig realisierbaren Verlustvorträgen:
Entwicklung der aktivierten Steuerersparnisse aus zukünftig realisierbaren Verlustvorträgen:
Durch die ab 2004 in Deutschland eingeführte „Mindestbesteuerung” werden die steuerlichen Verlustvorträge
bis zu einem Betrag von 1,0 Mio. € unbeschränkt, darüber hinaus nur noch zu 60 % mit dem
laufenden steuerlichen Ergebnis verrechnet.
Durch die Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verlustvorträge wurde der tatsächliche Steueraufwand im Inland um 3,9 Mio. € gemindert. Für einige Inlandsgesellschaften wurden für gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.643,9 Mio. € sowie körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.995,0 Mio. € keine latenten Steuern aktiviert, da aus heutiger Sicht die Möglichkeit der Nutzung als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Für ausländische nicht werthaltige Verlustvorträge in Höhe von 112,7 Mio. € wurden ebenfalls keine aktiven latenten Steuern aktiviert. Davon sind 101,8 Mio. € unbegrenzt und 10,9 Mio. € begrenzt innerhalb der nächsten 20 Jahre nutzbar. Zusätzlich wurden für inländische Gesellschaften auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 34,9 Mio. € keine aktiven latenten Steuern gebildet. Bei einer inländischen Konzerngesellschaft, die im laufenden Geschäftsjahr steuerliche Verluste erzielt hat, wurden aufgrund zukünftig zu erwartender steuerpflichtiger Erträge latente Steueransprüche in Höhe von 3,3 Mio. € aktiviert. Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand:
Der tatsächliche Ertragsteuerertrag von 109,6 Mio. € weicht gegenüber dem erwarteten Ertragsteuerertrag
von 149,9 Mio. € um insgesamt 40,3 Mio. € ab. Dies resultiert im Wesentlichen aus abzugsfähigen
temporären Differenzen, für die in der Bilanz keine latenten Steuern berücksichtigt wurden,
sowie aus Wertberichtigungen von aktivierten Vorteilen aus Verlustvorträgen und Hinzurechnungen
steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen, denen Effekte aus steuerfreien Erträgen sowie periodenfremde
Steuererträge gegenüberstehen.
(13) Anteil fremder Gesellschafter am Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss
Der Anteil fremder Gesellschafter am Jahresergebnis entfällt auf folgende Gesellschaften:
(14) Ergebnis je AktieEine Verwässerung würde dann eintreten, wenn das Ergebnis je Aktie durch die Ausgabe potenzieller Aktien aus Options- und Wandelrechten vermindert wird. Derartige Rechte waren am Bilanzstichtag vorhanden. Jedoch ergibt sich bei deren Berücksichtigung eine Reduzierung des Verlustes je Aktie aus dem fortzuführenden Geschäft, wodurch diese Options- und Wandelrechte zu keiner Verwässerung führen. Daher beträgt das verwässerte Ergebnis ebenfalls –7,10 € je Aktie.
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