Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Aufgliederung nach Sparten    
Flachstahl 2.713,1 4.775,8
Profilstahl 653,6 1.503,1
Rohre 2.767,2 3.376,4
Abfüll- und Verpackungsanlagen 644,9 862,4
Sonstige 1.039,2 1.981,5
  7.818,0 12.499,2
Aufgliederung nach Regionen    
Inland 3.799,1 5.873,3
Übrige EU 1.492,2 2.593,2
Übriges Europa 283,9 474,9
Amerika 632,1 1.152,8
Asien 899,5 1.242,0
Sonstige 711,2 1.163,0
  7.818,0 12.499,2
Die Aufteilung der Umsatzerlöse enthält eine zusätzliche Darstellung nach Produktgruppen, die nicht der Segmentberichterstattung entspricht.

Die Umsatzerlöse enthalten Erlöse nach der „Percentage-of-Completion-Methode” in Höhe von 276,0 Mio. € (Vorjahr 331,7 Mio. €).

(2) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Veränderungen des Bestands an unfertigen und fertigen Erzeugnissen – 259,7 48,9
Andere aktivierte Eigenleistungen 14,7 28,0
  – 245,0 76,9
Die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen haben im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Dieser Rückgang ist sowohl wert- als auch mengenmäßig bedingt. Gesunkene Rohstoff- und Vormaterialpreise führten insgesamt zu einer niedrigeren Bewertung des Bestands.

Die aktivierten Eigenleistungen haben sich vor allem aufgrund der zunehmenden Fertigstellung von Investitionsprojekten verringert.

(3) Sonstige betriebliche Erträge

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Auflösung von Rückstellungen und Wertberichtigungen 170,0 119,3
Erträge aus Wechselkursveränderungen 62,9 68,0
Erträge aus der Bewertung von Finanzderivaten und Fremdwährungspositionen 29,1 75,8
Erträge aus Anlagenverkäufen 17,8 8,7
Erträge aus dem Verkauf von CO2-Emissionsrechten 16,0 3,1
Erträge aus abgeschriebenen Forderungen 15,0 8,5
Betriebliche Nebenerträge 12,6 11,8
Miet-, Pacht- und Lizenzerträge 9,2 8,2
Zuschreibungen auf Wertpapiere im Umlaufvermögen 8,4
Versicherungserstattungen 6,6 6,4
Zuschüsse 3,8 4,9
Kostenweiterbelastungen 3,5 2,0
Rückerstattungen früherer Jahre 2,6 1,1
Übrige Erträge 51,8 42,2
Sonstige betriebliche Erträge 409,3 360,0
Die Erträge aus der Bewertung von Finanzderivaten und Fremdwährungspositionen sowie die Erträge aus Wechselkursänderungen sind insbesondere aufgrund der hohen Volatilität des US-Dollars zum Euro deutlich gesunken. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich die korrespondierenden Aufwandspositionen ebenfalls reduziert.

(4) Materialaufwand

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren 5.091,7 8.185,8
Aufwendungen für bezogene Leistungen 364,4 597,5
Materialaufwand 5.456,1 8.783,3
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe beinhalten vorwiegend Aufwendungen für Einsatzstoffe, Hilfs- und Betriebsstoffe, Reserveteile, Energien und Werksgeräte.

Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um umsatzbezogene Lohnarbeiten und innerbetriebliche Transportkosten.

Der Rückgang ist vor allem auf die Umsatzreduzierung sowie gesunkene Rohstoffpreise zurückzuführen.

(5) Personalaufwand

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Löhne und Gehälter 1.118,9 1.198,9
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 278,0 273,5
davon Altersversorgung [137,1] [119,6]
Personalaufwand 1.396,9 1.472,4
Im Geschäftsjahr 2009 betrug die Summe aller beitragsorientierten Pensionsaufwendungen im Salzgitter-Konzern 122,4 Mio. € (Vorjahr 105,4 Mio. €). Der Anstieg der Alterversorgungsaufwendungen beruht im Wesentlichen auf Beitragserhöhungen des Pensionssicherungsvereins. Als Aufwendungen für leistungsorientierte Pensionszusagen werden Zuführungen (nach Verrechnung mit Auflösungen) zu den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Die Rückstellungszuführungen enthalten fast ausschließlich laufenden Versorgungsaufwand für im Geschäftsjahr erdiente Anwartschaften der Mitarbeiter. Die Aufwendungen für Altersversorgung enthalten nicht die Aufzinsung der Pensionsrückstellungen, die unter den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen wird.

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt

(ohne Mitarbeiter in passiver Altersteilzeit)
GJ 2009 GJ 2008
Gewerbliche Arbeitnehmer 14.799 14.980
Angestellte 8.971 8.886
Konzernmitarbeiter 23.770 23.866

(6) Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen wurden im Berichtsjahr planmäßig verrechnet und sind im Anlagespiegel dargestellt. Darüber hinaus wurden aufgrund der allgemeinen Wirtschaftskrise und den aus heutiger Sicht zukünftig erwarteten Ergebnisbeiträgen folgende Wertminderungsaufwendungen berücksichtigt:
in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Immaterielle Vermögenswerte 79,5 31,0
Grundstücke, Rechte und Bauten 49,1
Technische Anlagen und Maschinen 125,9
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung/Anlagen im Bau 4,5
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 3,7
Wertminderungsaufwendungen 262,7 31,0
Die Wertminderungsaufwendungen werden nach den Vorschriften des IAS 36 ermittelt. Die Abschreibung erfolgte dabei auf den höheren Betrag von Nutzungswert oder Nettoveräußerungspreis.

Ein Werthaltigkeitstest wird bei Geschäfts- und Firmenwerten sowie bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer mindestens jährlich, bei sonstigen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer nur bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte durchgeführt. Zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Goodwills und immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird im Salzgitter-Konzern grundsätzlich der Nettoveräußerungspreis herangezogen.

Basis für die Ermittlung des Nettoveräußerungspreises ist die vom Management erstellte aktuelle Planung für die drei Folgejahre. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst; dem liegen allgemeine Wirtschafts- und Konjunkturdaten zugrunde, die durch eigene Einschätzungen ergänzt wurden. Die Ermittlung des Nettoveräußerungspreises erfolgte nach der Discounted-Cashflow-Methode unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 7,2 % (Vorjahr 7,6 %) für den Unternehmensbereich Technologie bzw. von 8,5 % p.a. (Vorjahr 8,9 % p.a.) für die übrigen Unternehmensbereiche.

Die Berechnungen führten zu Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 20,6 Mio. € (Vorjahr 31,0 Mio. €) auf den Firmenwert der KHS-Gruppe (inklusive PET-Gruppe) aufgrund der erwarteten Ergebnisbeiträge.

In 2009 stehen die vorgenommen Wertberichtigungen überwiegend in Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. So erfolgten in der Profilstahlsparte des Unternehmensbereiches Stahl Wertberichtigungen in Höhe von 139,0 Mio. €, die mit 28,9 Mio. € auf Grundstücke und Bauten und mit 110,1 Mio. € auf technische Anlagen und Maschinen sowie übrige Sachanlagen entfallen.

Im Segment Technologie führten die starke Investitionszurückhaltung in der Getränkeindustrie sowie der Nachfrageeinbruch im allgemeinen Maschinenbau zu einem beträchtlichen Auftragsrückgang. Dort wurden Wertberichtigungen in Höhe von 67,1 Mio. € vorgenommen, die mit 6,4 Mio. € Grundstücke und Bauten (davon 3,7 Mio. € für als Finanzinvestition gehaltene Immobilien), mit 58,2 Mio. € immaterielle Vermögenswerte, mit 1,0 Mio. € technische Anlagen und Maschinen sowie mit 1,5 Mio. € andere Anlagen beinhalten.

Bei der Präzisrohrgruppe im Unternehmensbereich Röhren erfolgten Wertberichtigungen von 29,9 Mio. €, die mit 12,0 Mio. € Grundstücke und Bauten, mit 17,2 Mio. € technische Anlagen und Maschinen und mit 0,7 Mio. € immaterielle Vermögenswerte betreffen.

Im Unternehmensbereich Handel erfolgten Wertberichtigungen von 6,1 Mio. €, die mit 5,5 Mio. € Grundstücke und Bauten sowie mit 0,6 Mio. € auf technische Anlagen und Maschinen entfallen.

Eine Absenkung bzw. Anhebung des Zinssatzes für die Wertminderungsberechnung für Immaterielles und Sachanlagevermögen um 1 % bewirkt eine Absenkung des Gesamtwertminderungsbetrags um 10,9 Mio. € bzw. eine Erhöhung von 11,5 Mio. €.

(7) Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Fremdleistungen und Rückstellungsbildung 327,4 447,4
Vertriebsaufwendungen 274,9 374,0
Verwaltungskosten einschl. Versicherungskosten, Gebühren, Honorare sowie Beratungskosten 98,6 111,7
Werbung/Information und Reisekosten 57,4 72,0
Aufwendungen aus der Bewertung von Finanzderivaten und Fremdwährungspositionen 56,7 75,6
Mieten und Pachten 36,3 38,1
Kursverluste 35,2 54,4
Wertberichtigungen auf Forderungen 33,9 39,8
EDV-Kosten 18,7 19,6
Soziale Sach- u. Personalkosten 18,2 19,6
Verlust aus Anlagenabgängen 14,2 13,2
Sonstige Steuern 13,5 16,4
Aufwendungen für den Finanz- und Geldverkehr 10,2 18,1
Verlust aus Abgängen kurzfristiger Vermögenswerte 2,5 8,1
Abschreibungen auf kurzfristig gehaltene Wertpapiere 30,8
Übrige Aufwendungen 32,4 46,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen 1.030,1 1.385,4
In der Position „Verwaltungskosten einschl. Versicherungskosten, Gebühren, Honorare sowie Beratungskosten” sind Versicherungsaufwendungen in Höhe von 30,5 Mio. €, Aufwendungen für Gebühren, Honorare und Gutachten in Höhe von 16,2 Mio. € sowie Beratungskosten in Höhe von 12,9 Mio. € enthalten.

Die Entwicklung der Aufwendungen aus der Bewertung der Finanzderivate und der Fremdwährungspositionen sowie die Kursverluste liegen im Wesentlichen in der hohen Volatilität des US-Dollars zum Euro im Verlauf des Geschäftsjahres begründet. Bei den sonstigen betrieblichen Erträgen haben sich die korrespondierenden Ertragspositionen ebenfalls reduziert.

(8) Beteiligungsergebnis

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 0,7 0,2
davon aus verbundenen Unternehmen [0,7] [0,2]
Erträge aus Beteiligungen 1,0 15,5
davon aus verbundenen Unternehmen [0,2] [12,8]
Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,6 1,5
davon aus verbundenen Unternehmen [0,6] [1,5]
Beteiligungsergebnis 1,1 14,2

(9) Ergebnis aus assoziierten Unternehmen

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 56,7 8,0
Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen stammt von Aurubis AG, Hamburg, Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH, Duisburg, sowie ThyssenKrupp GfT Bautechnik GmbH, Essen.

(10) Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte 25,7 11,8
Die Abschreibungen auf finanzielle Vermögenswerte betreffen im Geschäftsjahr überwiegend die beizulegenden Zeitwerte der Anteile an vier nicht konsolidierten Unternehmen. Basis für die Ermittlung des Nutzungswertes ist die vom Management erstellte aktuelle Planung für die drei Folgejahre. Die Planungsprämissen werden jeweils an den aktuellen Erkenntnisstand angepasst. Die Ermittlung des Nutzungswertes erfolgte nach der Discounted-Cashflow-Methode unter Zugrundelegung eines länder- und risikospezifischen Zinssatzes.

(11) Finanzierungserträge/Finanzierungsaufwendungen

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 0,7 0,8
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 32,8 135,2
davon aus verbundenen Unternehmen [1,6] [1,5]
Finanzierungserträge 33,5 136,0
Aufgrund des unterjährig stark gesunkenen Zinsniveaus haben sich die Zinserträge im abgelaufenen Geschäftsjahr verringert.
in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Zinsanteil aus den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen 90,3 90,9
Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 28,4 68,6
davon an verbundene Unternehmen [1,3] [1,6]
Finanzierungsaufwendungen 118,7 159,5

(12) Steuern vom Einkommen und Ertrag

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Ertragsteuern    
laufender Steueraufwand/Steuerertrag (+/–) 77,4 295,1
latenter Steueraufwand/Steuerertrag (+/–) – 187,0 31,4
  – 109,6 326,5
davon periodenfremd [– 6,7] [– 2,7]
Gesamt – 109,6 326,5
Der Steuerertrag in Höhe von 109,6 Mio. € betrifft das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Die periodenfremden Ertragsteuern beinhalten überwiegend latente Steuererträge.

Die Verringerung der laufenden Ertragsteuern von 295,1 Mio. € auf 77,4 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus dem gesunkenen Konzernjahresergebnis. Hiervon entfallen auf das Inland 71,8 Mio. € Ertragsteuern. Der Anstieg der latenten Steuererträge auf 187,0 Mio. € resultiert hauptsächlich aus dem mengen- und preisbedingten Rückgang passiver temporärer Differenzen des Vorratsvermögens sowie der Zunahme abschreibungsbedingter aktiver temporärer Differenzen des Sachanlagevermögens.

Zukünftige Dividendenzahlungen führen zu keinen ertragsteuerlichen Konsequenzen. Für Körperschaftsteuerminderungsguthaben deutscher Gesellschaften sind Ansprüche in Höhe von 1,2 Mio. € (Vorjahr 1,4 Mio. €) bilanziert.

Für Geschäftsvorfälle, die direkt das Eigenkapital beeinflusst haben, wurden latente Steuern in Höhe von 90,5 Mio. € (Vorjahr 62,4 Mio. €) erfasst. Die erfolgsneutralen latenten Steuern betreffen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste (98,7 Mio. €), die sonstigen erfolgsneutralen Veränderungen (– 7,0 Mio. €), die finanziellen Vermögenswerte der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbar gehaltene Vermögenswerte” (– 0,9 Mio. €) und die Wertänderungen aus Sicherungsgeschäften (– 0,3 Mio. €). Die latenten Steuern in Höhe von 28,1 Mio. € auf laufende erfolgsneutrale Veränderungen betreffen im Wesentlichen die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste.

Auf Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzposten entfallen die folgenden bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern:

in Mio.   € 31.12.2009 31.12.2008
  Aktivisch Passivisch Aktivisch Passivisch
Immaterielle Vermögenswerte 5,3 11,8 2,4 27,6
Sachanlagen 42,2 141,4 7,0 163,3
Finanzanlagen 4,3 2,8 4,6 0,5
Kurzfristige Vermögenswerte 34,6 46,5 43,0 184,0
Pensionsrückstellungen 135,6 106,2 0,3
Sonstige Rückstellungen 70,2 10,4 53,6 7,2
Sonderposten mit Rücklageanteil 10,1 6,4
Verbindlichkeiten 25,3 1,6 39,0 1,9
Sonstige Posten 38,3 8,6 35,3 7,3
Gesamt 355,8 233,2 291,1 398,5

Zusammensetzung der aktivierten Steuerersparnisse aus zukünftig realisierbaren Verlustvorträgen:

in Mio.   € 31.12.2009 31.12.2008
Körperschaftsteuer 1,9 15,3
Gewerbesteuer 0,7 4,7
Aktivierte Steuerersparnisse 2,6 20,0

Entwicklung der aktivierten Steuerersparnisse aus zukünftig realisierbaren Verlustvorträgen:

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Aktivierte Steuerersparnisse 1.1. 20,0 39,6
Veränderung des Konsolidierungskreises 1,2
Aktivierung von Steuerersparnissen aus Verlustvorträgen 3,9 3,1
Wertberichtigung von Verlustvorträgen – 18,5 – 16,4
Nutzung von Verlustvorträgen – 4,0 – 6,3
Aktivierte Steuerersparnisse 31.12. 2,6 20,0
Durch die ab 2004 in Deutschland eingeführte „Mindestbesteuerung” werden die steuerlichen Verlustvorträge bis zu einem Betrag von 1,0 Mio. € unbeschränkt, darüber hinaus nur noch zu 60 % mit dem laufenden steuerlichen Ergebnis verrechnet.

Durch die Nutzung bisher nicht berücksichtigter steuerlicher Verlustvorträge wurde der tatsächliche Steueraufwand im Inland um 3,9 Mio. € gemindert. Für einige Inlandsgesellschaften wurden für gewerbesteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.643,9 Mio. € sowie körperschaftsteuerliche Verlustvorträge in Höhe von 1.995,0 Mio. € keine latenten Steuern aktiviert, da aus heutiger Sicht die Möglichkeit der Nutzung als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Für ausländische nicht werthaltige Verlustvorträge in Höhe von 112,7 Mio. € wurden ebenfalls keine aktiven latenten Steuern aktiviert. Davon sind 101,8 Mio. € unbegrenzt und 10,9 Mio. € begrenzt innerhalb der nächsten 20 Jahre nutzbar. Zusätzlich wurden für inländische Gesellschaften auf abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 34,9 Mio. € keine aktiven latenten Steuern gebildet.

Bei einer inländischen Konzerngesellschaft, die im laufenden Geschäftsjahr steuerliche Verluste erzielt hat, wurden aufgrund zukünftig zu erwartender steuerpflichtiger Erträge latente Steueransprüche in Höhe von 3,3 Mio. € aktiviert.

Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand:

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss vor Ertragsteuer – 496,5 1.003,4
Erwarteter Ertragsteuerertrag/-aufwand
(Steuersatz 30,2 %)
– 149,9 303,0
Steueranteil für:    
Unterschiede aus Steuersätzen – 5,4 4,4
Auswirkungen von gesetzlichen Steuersatzänderungen – 1,5
Steuergutschriften – 0,6 – 12,4
steuerfreie Erträge – 34,6 – 27,1
Badwillauflösung/Goodwillabschreibung 6,2 9,4
steuerlich nicht abzugsfähige Aufwendungen und sonstige permanente Differenzen 20,3 21,5
temporäre Differenzen ohne Bildung latenter Steuern 39,9 1,4
Effekte aus temporären Differenzen und Verlusten    
  Wertberichtigung von aktivierten Vorteilen 18,5 16,8
  Nutzung von zuvor nicht aktivierten Vorteilen – 3,9 – 2,9
periodenfremde Steueraufwendungen und -erträge – 6,7 – 2,7
sonstige Abweichungen 8,1 15,1
Tatsächlicher Ertragsteuerertrag/-aufwand – 109,6 326,5
Der tatsächliche Ertragsteuerertrag von 109,6 Mio. € weicht gegenüber dem erwarteten Ertragsteuerertrag von 149,9 Mio. € um insgesamt 40,3 Mio. € ab. Dies resultiert im Wesentlichen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, für die in der Bilanz keine latenten Steuern berücksichtigt wurden, sowie aus Wertberichtigungen von aktivierten Vorteilen aus Verlustvorträgen und Hinzurechnungen steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen, denen Effekte aus steuerfreien Erträgen sowie periodenfremde Steuererträge gegenüberstehen.

(13) Anteil fremder Gesellschafter am Konzernjahresfehlbetrag/-überschuss

in Mio.   € GJ 2009 GJ 2008
Anteil fremder Gesellschafter am Konzernjahresfehlbetrag/
-überschuss
– 3,2 2,6
Der Anteil fremder Gesellschafter am Jahresergebnis entfällt auf folgende Gesellschaften:
  • Hansaport Hafenbetriebsgesellschaft mbH, Hamburg,
  • Klöckner-Werke AG, Duisburg (einschließlich Tochtergesellschaften).

(14) Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem auf die Aktionäre der Salzgitter AG entfallenden Konzernjahresüberschuss beziehungsweise Konzernjahresfehlbetrag und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Inhaberstückaktien ermittelt. Es errechnet sich gemäß IAS 33 mit –7,10 € je Aktie.

Eine Verwässerung würde dann eintreten, wenn das Ergebnis je Aktie durch die Ausgabe potenzieller Aktien aus Options- und Wandelrechten vermindert wird. Derartige Rechte waren am Bilanzstichtag vorhanden. Jedoch ergibt sich bei deren Berücksichtigung eine Reduzierung des Verlustes je Aktie aus dem fortzuführenden Geschäft, wodurch diese Options- und Wandelrechte zu keiner Verwässerung führen. Daher beträgt das verwässerte Ergebnis ebenfalls –7,10 € je Aktie.
  Ausgegebene
Aktien
Eigene Aktien Aktien im Umlauf
Geschäftsjahresanfang 60.097.000 6.009.684 54.087.316
Erwerb von eigenen Aktien -
35.600 -
Abgabe von eigenen Aktien -
250.032 -
Geschäftsjahresende 60.097.000 5.795.252 54.301.748
Gewichtete Aktienanzahl 60.097.000 6.029.552 54.067.448




Ergebnis je Aktie   GJ 2009 GJ 2008
Konzernjahresfehlbetrag/Konzernjahresüberschuss in Mio.   €   -386,9 676,9
Anteil fremder Gesellschafter in Mio.   €   -3,2 2,6
Anteil der Aktionäre der Salzgitter AG in Mio.   €   -383,7 674,3
Ergebnis je Aktie (in €)   -7,10 12,11
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