Ertragslage des Konzerns
Trotz einer sich im Verlauf des Jahres wieder aufhellenden wirtschaftlichen Lage blieb der Außenumsatz
des Salzgitter-Konzerns mit 7.818,0 Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert (12.499,2 Mio. €, – 37 %).
Der Beitrag des Unternehmensbereiches Stahl zum Konzernumsatz fiel vor allem wegen der katastrophalen Unterauslastung seiner Werke im ersten Halbjahr 2009 und eines signifikanten Erlösverfalls aller Produkte um 44 % auf 1.673,6 Mio. €. Der Anteil am Konzernumsatz betrug 21 %. Das Geschäft mit anderen Konzernsegmenten – insbesondere dem Handel – schrumpfte auf 762, 4 Mio. € (– 40 %). Mit 3.038,7 Mio. € erreichte der Unternehmensbereich Handel wiederum den größten Anteil am Außenumsatz des Konzerns (39 %). Im Vergleich zum Vorjahr war hier ein mengen- wie auch erlösbedingter Rückgang von 46 % zu verzeichnen. Der Unternehmensbereich Röhren weitete seinen Anteil am Konzernumsatz auf 26 % aus, da der Umsatzbeitrag mit 2.044,6 Mio. € nahezu stabil blieb (– 6 %). Im Unternehmensbereich Dienstleistungen wirkten das schwache Aktivitätsniveau der Stahlgesellschaften und ein Verfall der Schrottpreise deutlich umsatzmindernd (302,9 Mio. €, – 42 %). Der Anteil am Konzernumsatz entsprach dem des Vorjahres (4 %). Der Unternehmensbereich Technologie steuerte im laufenden Geschäftsjahr 717,6 Mio. € (Anteil 9 %) zum Außenumsatz des Konzerns bei. Dies entspricht 31 % Umsatzminderung gegenüber dem Vorjahr. Die Außenumsätze im Bereich Sonstiges schrumpfen vor allem wegen einer veränderten Verrechnungssystematik für Vormaterial um 72 % auf 40,6 Mio. € (Konzern-Anteil 1 %). Konzernumsatz nach Unternehmensbereichen
Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit des Salzgitter-Konzerns lag unverändert in der Europäischen
Union (5,3 Mrd. €, 68 % Umsatzanteil). Deutschland war nach wie vor mit 3,8 Mrd. € Erlösen der
größte Einzelmarkt. Der Auslandsumsatz erreichte 4,0 Mrd. € und somit einen gegenüber dem Vorjahr
leicht verminderten Anteil (51 %) am Gesamtumsatz.
Konzernumsatz nach Regionen
Aufgrund der krisenhaften Rahmenbedingungen schloss der Salzgitter-Konzern das Geschäftsjahr
2009 mit 160,3 Mio. € operativem Verlust ab. Im Zuge des Jahresabschlusses wurden bilanzielle
Wertanpassungen des Anlagevermögens (Impairment) mit Schwerpunkten in den Unternehmensbereichen
Stahl, Technologie und Röhren mit einem Betrag von 262,7 Mio. € durchgeführt. Zusätzlich
wurden überwiegend in diesen Divisionen 73,4 Mio. € für strukturverbessernde Maßnahmen aufgewendet.
Beide unserer konservativen Bilanzierungspolitik entsprechenden Ergebniskomponenten
werden künftige Perioden entlasten. Insgesamt ergab sich ein Verlust vor Steuern von 496,5 Mio. €
(Vorjahr: +1.003,4 Mio. €).
Die Segmente verbuchten folgende Resultate: Der Unternehmensbereich Stahl wies ein negatives operatives Resultat von 230,1 Mio. € aus. Infolge der vorgenommenen Impairments (139,0 Mio. €) und 4,5 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen belief sich der ausgewiesene Verlust vor Steuern insgesamt auf 373,5 Mio. €. Das operative Ergebnis des Unternehmensbereiches Handel betrug – 119,7 Mio. €. Zusätzlich wurden 2,3 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen und 6,1 Mio. € Impairments berücksichtigt, wodurch sich in Summe ein negatives Ergebnis vor Steuern von 128,0 Mio. € ergab. Einen erfreulichen Akzent setzte der Unternehmensbereich Röhren mit 171,6 Mio. € operativem Gewinn. Trotz 29,9 Mio. € Impairment und 37,7 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen kam der Gewinn vor Steuern bei soliden 104,0 Mio. € aus. Das Ergebnis vor Steuern des Unternehmensbereiches Dienstleistungen blieb mit 8,2 Mio. € spürbar unterhalb des Vorjahreswertes (23,9 Mio. €). Darin sind ein außerordentlicher Ertrag aus dem Verkauf des Konzernwohnungsbestandes (6 Mio. €) sowie 0,7 Mio. € für Restrukturierungsmaßnahmen enthalten. Der Unternehmensbereich Technologie erwirtschaftete wegen des rezessionsbedingt deutlich rückläufigen internationalen Projektgeschäfts ein negatives operatives Resultat (inklusive Berücksichtigung der Kaufpreisallokation) von 115,1 Mio. €. Zusätzlich wurden 28,2 Mio. € Restrukturierungsaufwendungen und 67,2 Mio. € Impairments verkraftet, deren Effekte künftige Perioden spürbar entlasten werden. Der Verlust vor Steuern betrug 210,4 Mio. €. Unter Sonstiges/Konsolidierung saldierten sich 103,3 Mio. € Gewinn vor Steuern. Es gingen hier im Wesentlichen Komponenten ein, die keinem Unternehmensbereich zugeordnet sind: stichtagsbezogene Wertänderungen von Derivaten als Folge von Wechselkursschwankungen, Firmenwerten und weiteren Positionen sowie Zinssalden. Seit Beginn des Geschäftsjahres ist hier auch die 25,3 %-Beteiligung an der Aurubis AG (NAAG) at equity einbezogen. Die NAAG trug erfreuliche 60,2 Mio. € Gewinn nach Steuern bei. Ergebnis der Unternehmensbereiche und Konzernjahresüberschuss
1) einschl. Anteile fremder Gesellschafter
Impairment und Restrukturierungsaufwand nach Unternehmensbereichen
1) einschl. PPA
Entwicklung ausgewählter GuV-Posten
Zur Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns, die im Kapitel „Konzernabschluss/Anhang” ab Seite
162 ausführlich dar gestellt ist, werden folgende Erläuterungen gegeben:
Die Abnahme der „Bestandsveränderungen/aktivierte Eigenleistungen” war hauptsächlich auf wesentlich geringere Erzeugnisbestände des Stahl- und Röhrenbereiches zum Stichtag zurückzuführen. Die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen ergab sich unter anderem durch Bewertungsergebnisse von Derivaten. Darüber hinaus führten deutlich verminderte Fremdleistungen im Rahmen des Maßnahmenprogramms sowie reduzierte Vertriebsaufwendungen zum Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Die gesunkenen Materialaufwendungen resultieren aus der geringeren Beschäftigung und dem Preisverfall bei Rohstoffen, Halbfertigwaren und fremdbezogenen Stahlprodukten. Niedrigere Dotierungen von Erfolgsbeteiligungen und Kurzarbeit hatten einen rückläufigen Personalaufwand zur Folge. Gegenläufig wirken höhere Beiträge zum Pensionssicherungsverein sowie ATZ-Anpassungen. Das Ergebnis aus assoziierten Unternehmen enthält den sehr erfreulichen 60,2-Mio.-€-Nachsteuerergebnisbeitrag der Aurubis AG (NAAG). Nach Berücksichtigung von 109,6 Mio. € Steuererträgen errechnet sich ein Konzernfehlbetrag von 386,9 Mio. €. Mehrperiodenübersicht zur Ertragslage
1) ohne Zinsaufwand
Pensionsrückstellungen
2) mit Zinsaufwand Pensionsrückstellungen 3) bereinigt um Nettogeldanlagen und die hieraus resultierenden Zinserträge Wertschöpfung des Salzgitter-Konzerns
Die betriebliche Wertschöpfung des Konzerns erreichte in 2009 nur noch einen Wert von 1.040 Mio. €
und war somit 60,5 % geringer als im Vorjahr. Der davon auf die Mitarbeiter entfallende nahezu
konstante Betrag (– 5 %) wuchs anteilsmäßig auf 143,0 %. Die öffentliche Hand steuerte aufgrund
latenter, in der Zukunft wirksam werdender Steuererträge des Konzerns 10,5 % bei (Vorjahr: Steuerabgabeanteil
12,4 %). Die 2,3 % Darlehensgeber-Anteil blieben gegenüber dem Vorjahreswert prozentual
fast gleich (2,5 %), aber der Absolutbetrag schrumpfte vor allem wegen des niedrigeren Zinsniveaus.
Die Aktionäre (einschließlich eigener Anteile) werden für dieses Jahr 1,5 % der Wertschöpfung
als Dividende (Vorjahr: 3,2 %) erhalten. Nachdem in den letzten fünf Jahren insgesamt 3,7 Mrd. € aus
der Wertschöpfung wertsteigernd im Konzern verblieben sind, wurden im Geschäftsjahr wegen des
problematischen Geschäftsverlaufs und der bilanziellen Wertanpassungen 376 Mio. € verzehrt. Diese
per Saldo 3,3 Mrd. € im Konzern verbliebene Wertschöpfung reflektiert sich unter anderem in 390,3 %
Aktienkursanstieg (14,25 € am 31. Dezember 2004 auf 68,44 € am 31. Dezember 2009).
Wertschöpfung
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