Schutz der Umwelt

Stahlprodukte erzeugen Lebensqualität. Sie werden für Gebäude verwendet, garantieren Mobilität, ermöglichen eine sichere und effektive Energieversorgung und sind Basismaterial für viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Allerdings ist das Herstellen von Stahl mit hohem Energie- und Ressourcenaufwand verbunden. Die Salzgitter AG ist sich als Stahl- und Technologiekonzern mit energieintensiven Prozessen der besonderen Verantwortung bewusst und handelt vorausschauend und nachhaltig. Bei unseren Kunden ist der Verbrauch natürlicher Ressourcen und der von Energie verstärkt ins Blickfeld gerückt und hat sich zu einem wichtigen Kaufkriterium entwickelt. Deshalb werden Ressourcen- und Energieeffizienz in allen Unternehmensbereichen der Salzgitter AG konsequent gemanagt und eingefordert.

Umweltmanagement im Konzern

Umweltschutz bedeutet Verantwortung. In Sachen Umweltschutz setzt der Salzgitter-Konzern auf dezentrale Verantwortlichkeiten. Zur kontinuierlichen Leistungsverbesserung in den Bereichen Umwelt- und Energieeffizienz verpflichtet der Konzernvorstand die Gesellschaften zu Umweltzielen auf Basis der „Konzernrichtlinie Umweltschutz”. Diese umfassen unter anderem Vorgaben für den Rohstoff- und Energieeinsatz, für das Minimieren von Emissionen und den prozessintegrierten Umweltschutz. Managemententscheidungen, wie zum Beispiel Investitionsvorhaben, werden bereits im Vorfeld auf ihre Umweltrelevanz geprüft. Um unter Wahrung der dezentralen Vorortkompetenz ein einheitliches und rechtssicheres Niveau im Umweltschutz zu gewährleisten, streben wir an unseren Standorten die Einführung und Zertifizierung von Umweltmanagementsystemen nach der ISO 14001 an. Von diesem Grundkonzept geleitet, nehmen wir – zusätzlich zu externen Umweltmanagement- Zertifizierungen – interne Organisations- und Compliance-Prüfungen mit unserer zentralen Konzernrevision vor. Nach Prüfung der Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) 2007 wurde im Berichtszeitraum die Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (MGB) auf der Basis unserer Risiko-Kontroll-Matrix untersucht. Die Resultate der Prüfung bestätigen die guten Ergebnisse aus der Zertifizierung der jeweiligen Umweltmanagementsysteme.

In einem nur viermonatigen Prozess hat die Peiner Träger GmbH (PTG) ebenfalls ein Umweltmanagementsystem nach ISO 14001 aufgebaut und im Oktober 2009 durch eine unabhängige Zertifizierungsgesellschaft begutachten lassen. Die Zertifizierung umfasst zunächst das Stahlwerk und die unterstützenden Prozesse (zum Beispiel Instandhaltung und Medienverbund).

Unternehmensbereich Stahl – Investitionen und Genehmigungsverfahren

Der Konzern hat im vergangenen Geschäftsjahr in vielen Bereichen Maßnahmen und Investitionsprojekte durchgeführt, die die Umweltstandards unserer Prozesse und Produkte weiter optimieren. Für die Investitionsprojekte „Neue Prozessgasreinigung in der Sinteranlage” in Salzgitter und „Neuer Elektroofen” am Standort Peine haben wir die Genehmigungen zur Errichtung und zum Betrieb der Anlagen beantragt und jeweils als förmliche Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt. In umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfungen wurde nachgewiesen, dass keine signifikanten Umweltauswirkungen zu erwarten sind. Im Zuge der öffentlichen Auslegung der Genehmigungsunterlagen gab es keine Einwände; die bereits publizierten Erörterungstermine konnten entfallen.

Die Erweiterung der Prozessgasreinigung an der Sinteranlage soll 2010 in Betrieb genommen werden. Dadurch werden wir auf Basis der Daten von 2008 eine weitere Minderung der Gesamtstaubemissionen der SZFG um voraussichtlich 10 % erzielen. Insgesamt haben wir die Staubemissionen hier von 2001 bis 2008 schon um 40 % gesenkt.

Das Investitionsprogramm „PTG 2010” haben wir aufgrund der innerstädtischen Lage unseres Werkes mit besonderem Augenmerk auf die Umweltverträglichkeit und die Bedürfnisse der Nachbarschaft durchgeführt. Mithilfe anspruchsvoller Standards, auch im Hinblick auf den Bau der neuen Ofenhalle, wird die Lärmbelastung künftig absolut sogar geringer ausfallen als beim bisherigen Betrieb mit nur einem Elektroofen und einer Stranggießanlage. Zu dieser Einschätzung kommt das bereits vorliegende Lärmgutachten. Ebenso sind wir am Standort Peine bezüglich der Entstaubungstechnologie führend: Der gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert von 10 mg Staub je Kubikmeter Abluft wurde bereits in der Vergangenheit sicher eingehalten. Auch der in Zukunft geltende Grenzwert von 5 mg wird nach den bisherigen Erfahrungen und unserer Planung keine Schwierigkeiten bereiten.

Unternehmensbereich Stahl – Stilllegung von Deponien

Trotz aller Bemühungen, Abfälle zu vermeiden, sind wir im Unternehmensbereich Stahl weiterhin auf den Betrieb von Deponien angewiesen. Ein geringer Teil, nämlich weniger als 5 %, der bei uns erzeugten Schlacken ist aufgrund der Zusammensetzung oder des mechanischen Verhaltens nach heutigem Stand nicht zum Weiterverwenden oder Vermarkten geeignet und wird umweltverträglich deponiert. Nach Ablauf der Nutzungsphase sorgen wir für eine geordnete Stilllegung und Wiedereingliederung der Deponien in die Landschaft. Die Deponie Heerte, die von der SZFG seit Mitte der 50er-Jahre genutzt wurde, stellte den Betrieb am 15. Juli 2009 ein. Im Vorfeld vereinbarten wir mit den zuständigen Behörden ein Schließungskonzept mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket. Die gesicherte Deponie soll ein rekultivierter, naturnaher Ort werden, der sich als „grüne Insel” in die Landschaft eingliedert.

Unternehmensbereich Technologie – innovative Getränkeabfülltechnologien für eine nach haltigeProduktion

Circa 15 Mio. t des Kunststoffes PET wurden nach Angabe des Bundesverbandes PlasticsEurope im Jahr 2007 weltweit verbraucht. Ein großer Teil des produzierten PET wird in der Getränkeindustrie zu PET-Flaschen verarbeitet. Als Technologieanbieter für die Getränkeindustrie stellt die KHS AG ihren Kunden Lösungen bereit, die wesentlich dazu beitragen, den Energie- und Ressourcenverbrauch ihrer Produkte zu reduzieren und damit gleichzeitig die Betriebskosten zu senken. Im September 2009 hat die KHS Corpoplast GmbH & Co. KG (BEVCP) eine neue Maschinenreihe (InnoPET Blomax Serie IV) zum Herstellen von Premium-PET-Flaschenqualitäten vorgestellt. Mit dieser jüngsten Generation von Streckblasmaschinen setzten wir neue Branchenmaßstäbe – im Interesse unserer Kunden und zum Nutzen der Umwelt: bis zu 40 % mehr Leistung bei 40 % weniger Energieverbrauch. Dieser Fortschritt steht in der Tradition innovativer Technologien der Klöckner-Werke AG (KWAG) und ermöglicht es, ökologische und ökonomische Potenziale in der industriellen Produktion gleichermaßen zu realisieren.
Umweltschutzaufwendungen
Unternehmensbereich
Stahl
2009

Umweltschutz in Zahlen

Im Unternehmensbereich Stahl betrugen die gesamten Umweltschutzaufwendungen 162 Mio. €. Die Aufwendungen verteilen sich wie in nebenstehender Grafik dargestellt.

Die Aufwendungen für den Umweltschutz in den inländischen Gesellschaften des Unternehmensbereiches Röhren beliefen sich auf rund 12 Mio. €. Diese verteilen sich wie in nebenstehender Grafik dargestellt.

Eine detaillierte Darstellung unserer Umweltschutzmaßnahmen und weitere Umweltkennzahlen finden Sie im aktuellen Corporate Responsibility-Bericht (CR-Bericht).
Umweltschutzaufwendungen
inländischer
Gesell schaften Unternehmensbereich
Röhren 2009
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