Zwischenbericht 9 Monate 2009

Zusammenfassung

Salzgitter Konzern verzeichnet Ergebnisverbesserung im 3. Quartal 2009

Da sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen im Laufe des ersten Halbjahres aufzuhellen begannen, erzielte der Salzgitter-Konzern im dritten Quartal eine merkliche Ergebnisverbesserung. Die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise waren jedoch noch immer evident, sodass sich die ebenso breite wie solide Aufstellung des Unternehmens vor diesem Hintergrund als äußerst vorteilhaft erwies. Positive Beiträge des Röhrengeschäfts, der Aurubis-Beteiligung und der Geldanlagen konnten die Ergebnisse der besonders beeinträchtigten Unternehmensbereiche Stahl, Handel und Technologie nicht kompensieren. Ein umfangreiches Programm an kurzfristigen Kostensenkungsmaßnahmen wirkte spürbar entlastend.

Der Konzern-Außenumsatz reduzierte sich in den ersten drei Quartalen um 38 % und es wurden 261,3 Mio. € Verlust vor Steuern verbucht, wobei sich im Sommerquartal erstmals ein verhaltener Aufwärtstrend zeigte. Bei Interpretation des Vorsteuerresultats im dritten Quartal ist – neben den marktbedingten Minderauslastungen – zu berücksichtigen, dass einige auch größere Werke des Stahl- und Röhrenbereichs für geplante Instandhaltungsund Investitionsmaßnahmen über mehrwöchige Phasen außer Betrieb genommen worden sind. Die at equity konsolidierte 23 %-Beteiligung am Kupferproduzenten Aurubis AG steuerte ab ihrem Ersteinbezug im Januar 2009 erfreuliche 38,7 Mio. € Gewinn zum Konzern-Nachsteuerergebnis von -232,1 Mio. € bei.

Das ungünstige Umfeld belastete die Gesellschaften des Unternehmensbereiches Stahl am stärksten. So musste im ersten Halbjahr eine über weite Strecken signifikante Unterbeschäftigung der Werke verkraftet werden. Erst ab Jahresmitte verbesserte sich die Lage, nachdem überhöhte Lagerbestände bei Stahlhändlern und -verarbeitern abgebaut waren. Der dramatische Verfall der Absatzpreise aller Produktgruppen kam zum Stillstand, und für Flachstahlprodukte ließen sich zum 1. Juli erstmals wieder Preisanhebungen durchsetzen, die allerdings nur zeitverzögert Ergebniswirksamkeit entfaltet haben. Dementsprechend halbierte sich der Außenumsatz. Das Ergebnis war negativ.

Einen erfreulichen Akzent setzte der Unternehmensbereich Röhren vor allem dank des stabilen Großrohrgeschäfts. Der Außenumsatz verminderte sich trotz der Unterauslastung des Präzisrohrsegments nur um 4 %. Es wurde ein solider Gewinn vor Steuern erzielt.

Auch die Geschäftsentwicklung des Unternehmensbereiches Handel wurde massiv beeinträchtigt. Ab Jahresmitte ließen sich in Produktbereichen mit hoher Lagerumschlagshäufigkeit erste Verbesserungstendenzen erkennen. Der Außenumsatz fiel um 44 % und es entstand ein Verlust vor Steuern.

Infolge konjunkturbedingt geringerer Nachfrage konzerninterner und externer Kunden halbierte sich der Umsatz des Unternehmensbereiches Dienstleistungen. Die Division verzeichnete ein negatives Vorsteuerresultat.

Die ganz erhebliche Investitionszurückhaltung der Kunden des Unternehmensbereiches Technologie reduzierte dessen Außenumsatz um knapp ein Drittel und verursachte zusammen mit Risikovorsorgen für Altaufträge einen Vorsteuerverlust.

Prognose: Obgleich immer mehr Wirtschaftszweige Erholungstendenzen von allerdings bisweilen katastrophalen Ausgangsniveaus zeigen, ist hinsichtlich der Nachhaltigkeit diverser Aufwärtstrends weiterhin Vorsicht angebracht. Die Unternehmensbereiche des Salzgitter-Konzerns werden sich auch in den kommenden Monaten uneinheitlich entwickeln, da sich die konjunkturelle Erholung der einzelnen Kundenbranchen mit zeitlichen Verschiebungen und in unterschiedlichen Ausprägungen vollziehen wird. Wir gehen davon aus, dass sich das Konzern-Vorsteuerergebnis der letzten drei Monate des Geschäftsjahres weiter in Richtung eines etwa ausgeglichenen Resultats bewegen wird. Damit setzt sich der moderate Aufwärtstrend in einem der schwierigsten Geschäftsjahre der über 150-jährigen Konzerngeschichte fort.


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