Zwischenbericht 9 Monate 2009

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Konjunkturelles Umfeld

Die schwerste Rezession der Weltwirtschaft seit dem zweiten Weltkrieg scheint gegen Ende des dritten Quartals ihren Tiefpunkt durchschritten zu haben. Nachdem die Gesamtleistung im Frühjahr noch stark rückläufig war und die kontraktiven Einflüsse auch während des zweiten Quartals dominierten, hat sich die Lage inzwischen etwas entspannt. Wichtige konjunkturelle Früh- und Stimmungsindikatoren weisen aufwärts, Auftragseingänge und Industrieproduktion haben zugenommen. Allerdings konnte die Normalisierung der globalen Wirtschaftstätigkeit auf der Basis einer Stabilisierung der Finanzmärkte nur dank massiver Interventionen der Notenbanken und staatlicher Stützungsprogramme erreicht werden. Deren Neben- und Nachwirkungen sind naturgemäß noch unbekannt. In vielen Ländern wirkte zudem ein lebhafter privater Konsum unterstützend, der von verstärkten Kaufanreizen und gesunkenen Energiekosten profitierte. Richtungsweisende Wirtschaftsinstitute gehen in ihrem Herbstgutachten für das Gesamtjahr 2009 von einem Rückgang des weltwirtschaftlichen Wachstums von nunmehr 2,5 % aus.

Auch der Euroraum erreichte im zweiten Quartal die konjunkturelle Talsohle und verzeichnete bereits wenig später wieder eine spürbare Belebung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Einige europäische Länder wie beispielsweise Deutschland, Frankreich, Portugal und Griechenland steigerten ihr Bruttoinlandsprodukt, wobei diese Stabilisierung maßgeblich auf eine Erhöhung des Außenbeitrages zurück ging. Auch die Industrien, die besonders hart von der Rezession getroffen wurden, registrierten erste Erholungstendenzen. So konnte die Produktion der Automobilindustrie mithilfe staatlicher Stützungsaktionen belebt werden, allerdings ist hier nach dem Auslaufen der Programme mit erneuten Einbußen zu rechnen. Auf dem Arbeitsmarkt hat der Einbruch der gesamtwirtschaftlichen Produktion deutliche Spuren hinterlassen, insbesondere wenn die Zahl der Kurzarbeiter mit einbezogen wird. Die Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose prognostiziert für das Gesamtjahr einen BIPRückgang von 3,9 %.

Nachdem die Wirtschaftsleistung Deutschlands zu Jahresbeginn zunächst direkt an die dramatische Entwicklung des vergangenen Jahres anschloss, zogen Auftragseingänge, die Industrieproduktion sowie das Bruttoinlandsprodukt bereits während des zweiten Quartals leicht an. Verschiedene Effekte, wie sinkende Energiepreise, hohe Lohnabschlüsse und die Abwrackprämie haben zunächst vor allem die private Konsumnachfrage angeregt. Im dritten Quartal kam es dann zu einer kräftigen Belebung der Produktion ausgehend von allerdings teilweise sehr niedrigem Niveau, wobei diese auch von einer anziehenden Auslandsnachfrage begünstigt wurde. Für die nächste Zukunft kann davon ausgegangen werden, dass die Konjunkturpakete für öffentliche Bauinvestitionen wirksam werden. Seit Juli hat sich auch die Beurteilung der Geschäftslage der gewerblichen Wirtschaft insgesamt kontinuierlich verbessert. Das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) erwartet aktuell im Jahr 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 5,0 %.

Sämtliche Konjunkturindikatoren machen deutlich, dass es sich bei allen positiven Tendenzen nach wie vor lediglich um eine Erholung von sehr niedriger Basis handelt. Aufgrund nachlaufender Effekte dürfte die Rückkehr zu einem normalisierten Wachstumspfad noch auf sich warten lassen.


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