Zwischenbericht 9 Monate 2009

Unternehmensbereich Handel

    Q3 2009 Q3 2008 9M 2009 9M 2008
Versand Tt 1.068,0 1.876,5 3.285,1 5.207,7
Segmentumsatz1) Mio. € 716,7 1.840,9 2.470,8 4.782,6
Außenumsatz Mio. € 713,6 1.615,2 2.397,3 4.271,6
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € -32,8 81,8 -90,5 222,5

1) Inklusive Umsatz mit anderen Unternehmensbereichen

Vor dem Hintergrund der globalen Wirtschaftskrise haben sich die Marktbedingungen für den internationalen Stahlhandel im Laufe der ersten neun Monate 2009 als herausfordernd dargestellt. So fiel die Stahlnachfrage sowohl europäischer als auch nordamerikanischer Kunden als Folge der Absatzprobleme stahlverarbeitender Industriesektoren spürbar. Im Nahen und Mittleren Osten ließ die Schwäche des Ölpreises die staatlichen und privaten Einnahmen stark zurückgehen, was sich unmittelbar negativ auf die Bau- und Investitionstätigkeit in dieser Region auswirkte. Ein zögerliches Durchschreiten der konjunkturellen Talsohle zeichnete sich in den genannten Märkten erst gegen Ende des Sommers ab. Demgegenüber zeigten die chinesischen Stahlproduzenten bereits ab Mitte des Jahres eine Erholung. Wegen inzwischen aufgefüllter Lagerbestände und dementsprechender guter Materialverfügbarkeit wird aus dem chinesischen Markt neuerdings wieder von sinkenden Stahlpreisen berichtet. Einzig die indischen und afrikanischen Märkte blieben über den gesamten Zeitraum vergleichsweise robust.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009 erlebte der Unternehmensbereich Handel aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen eine deutliche Eintrübung seiner Geschäftsaktivitäten. Ein kräftig reduzierter Versand führte in Verbindung mit einem drastischen Erlösverfall zu einer signifikanten Abnahme des Segmentund Außenumsatzes. Wegen der noch hohen Einstandspreise der abgesetzten Waren schloss die Berichtsperiode mit einem Verlust vor Steuern ab.

Die seit Jahresanfang bestehenden schlechten Rahmenbedingungen hatten gravierende Auswirkungen auf die Aktivitäten der Salzgitter Mannesmann Handel Gruppe (SMHD-Gruppe). Neben der schwachen Auslastung vieler Abnehmer verschärften der Abbau von Lagerbeständen bei Händlern und Verbrauchern sowie der Preisverfall die Situation zusätzlich. In diesem Kontext verbuchte die SMHD-Gruppe per September 2009 ein negatives Ergebnis. Das über die ersten neun Monate hinweg bestehende niedrige Erlösniveau in Kombination mit einem schwachen Absatz ließ den Umsatz in nahezu allen Bereichen stark zurückgehen.

Alle Gesellschaften des lagerhaltenden Handels waren von Absatzeinbußen betroffen, da sämtliche Abnehmerbranchen rezessionsbedingte Einbrüche verzeichneten. Ferner drückten die noch auf einem höheren Preisniveau beschafften Lagerbestände merklich auf die Roherträge. Versand und Umsatz entwickelten sich im Vergleich zu den Kennzahlen der ersten drei Quartale 2008 rückläufig, das Vorsteuerergebnis war deutlich rot.

Einen erfreulichen Gegenpunkt setzten die niederländischen Gesellschaften, die wegen eines überdurchschnittlich schnellen Lagerumschlages ab dem Sommer positive monatliche Gewinnbeiträge meldeten. Zu Beginn des Jahres wurde die tschechische Gesellschaft Salzgitter Mannesmann Stahlhandel s.r.o. Prag (SMCZ) neu in den Konsolidierungskreis aufgenommen.

Das internationale Trading der SMHD-Gruppe hatte während des Berichtszeitraums ebenfalls mit stark gefallenen Auftragseingängen sowie entsprechend niedrigen Absatz- und Umsatzzahlen zu kämpfen. Die auskömmlichen spezifischen Roherträge der international tätigen Tradinggesellschaften konnten die Effekte aus den Absatzrückgängen nicht vollständig kompensieren, sodass das Vorsteuerresultat verglichen mit der Vorjahresperiode zwar unterschritten wurde, aber immer noch positiv war. Lediglich der negative Ergebnisbeitrag der US-amerikanischen Tochtergesellschaft dämpfte das Resultat der Trading-Gruppe, da diese besonders unter der Rezession und dem in Teilsegmenten zum Erliegen gekommenen Stahlmarkt in den USA litt.

Nach dem massiven Preis- und Mengeneinbruch der ersten Jahreshälfte zeigten sich auf dem Grobblechmarkt auch über das dritte Quartal 2009 keine wesentlichen Belebungsimpulse. Zwar stabilisierten sich die Erlöse auf niedrigem Niveau, jedoch beschafften Abnehmer nur direkt für die Produktion benötigtes Material, ohne darüber hinaus eigene Vorräte aufzubauen. Der Absatz der Universal Eisen und Stahl GmbH (UES) verringerte sich dementsprechend in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als ein Drittel. Dies betraf das Lager- und das Streckengeschäft ebenso wie den Bereich Anarbeitung. In Verbindung mit den schwachen Erlösen war ein signifikanter Umsatzrückgang zu verkraften. Wegen der noch hohen Einstandspreise des Warenbestandes war das Ergebnis vor Steuern eindeutig negativ.

Ein drastischer Nachfrageverfall, verbunden mit zeitgleicher Erosion der Absatzpreise, verursachte über den Berichtszeitraum hinweg einen signifikanten Rückgang der Geschäftsaktivität des Stahl Service Centers Hövelmann & Lueg GmbH (HLG). Erst im dritten Quartal zeigten sich zaghafte Erholungstendenzen. Daher halbierte sich der Segmentumsatz zum Vorjahr; die Versandmenge sank spürbar. Zusammen mit äußerst unbefriedigenden Roherträgen führte dies zu einem deutlich negativen Vorsteuerergebnis.


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