Unternehmensbereich Röhren
1) Inklusive Umsatz mit anderen Unternehmensbereichen Die Geschäftstätigkeit der internationalen Stahlrohrindustrie wurde von den Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise nachhaltig beeinträchtigt. Nachdem sich die konsumnahen Rohrverarbeiter schon seit dem vierten Quartal 2008 mit entsprechenden Schwierigkeiten konfrontiert sahen, wirkte sich die angespannte Konjunkturlage auf die infrastruktur- und investitionsgüternahen Branchen erst mit einem Zeitversatz aus. Somit verlagerten sich die Ursachen der Nachfrageschwäche im Laufe der Zeit. Auf der Angebotsseite wirkte sich ein Lageranpassungsprozess des europäischen Stahlrohrhandels zusätzlich negativ aus, der mittlerweile zu einem Abschluss gekommen zu sein scheint. Neubuchungen werden allerdings angesichts der schwachen Endverbrauchernachfrage nur äußerst vorsichtig vorgenommen. Insbesondere in den USA rangieren die Bestände – speziell bei Ölfeldrohren – immer noch auf einem deutlich überhöhten Niveau. Somit blieben Preise und Margen in den westlichen Industrieländern stark unter Druck und es wurde mit kräftigen Produktionskürzungen gegengesteuert. Im Gegensatz dazu stiegen die Produktionsvolumina in China weiter an, im Wesentlichen bedingt durch eine von Konjunkturprogrammen gestützte Binnennachfrage und höhere Exporte. Der starke Kontrast zur fallenden Rohrproduktion westlicher Industrienationen hat sich über den Berichtszeitraum somit fortgesetzt. Wegen der angespannten Situation des Stahlrohrmarkts halbierten sich die Auftragseingänge des Unternehmensbereiches Röhren in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009 gegenüber dem Vergleichszeitraum. Alle Produktbereiche waren betroffen. Der konsolidierte Auftragsbestand reduzierte sich per Ende September 2009 im vergleichbaren Maße, wobei die HFI-geschweißten Rohre und die Edelstahlrohre die relativ stärksten Rückgänge auswiesen. Obwohl über das erste Halbjahr noch eine beachtliche Menge von Vorjahresaufträgen ausgeliefert wurde, verringerte sich der Rohrversand der Division als Folge der Auftragsentwicklung verglichen mit dem der ersten drei Quartale 2008. Hauptursache hierfür war das von Beginn an problematische Präzisrohrgeschäft.
Der Segmentumsatz fiel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 %. Während der Umsatz des Bereiches Großrohre stabil blieb, mussten die Produktbereiche Präzis- und Edelstahlrohre Einbußen hinnehmen. Hingegen konnten die HFI-geschweißten Rohre ihren Periodenumsatz infolge erlösstarker Aufträge ausweiten. Der Außenumsatz der Division Röhren verminderte sich daher nur um 4 %. Der Gewinn vor Steuern des Unternehmensbereiches Röhren betrug in der Berichtsperiode erfreuliche 121,7 Mio. €. Verglichen mit dem exzellenten Resultat der ersten neun Monate 2008 bedeutet dies allerdings einen Rückgang um knapp die Hälfte, was ganz wesentlich aus der Marktschwäche des besonders betroffenen Präzisrohrbereiches resultierte. Geschäftsverlauf der Produktbereiche:Der Auftragseingang des Produktbereiches Großrohre hat sich per 30. September 2009 angesichts der geringen Zahl der Abschlüsse in Verbindung mit rapide verschlechterten Erlösen gegenüber dem Vorjahresstand mehr als halbiert. Dies bewirkte ein signifikantes Abschmelzen des zuvor hohen Orderbestandes. Aufgrund der sehr auskömmlichen Beschäftigung, basierend auf in Vorjahren gebuchten Großprojekten, fiel die Absatzminderung bisher jedoch vergleichsweise gering aus und auch der Umsatz war in den ersten neun Monaten nahezu stabil. Trotz der Anlaufkosten des neuen Werkes für spiralnahtgeschweißte Großrohre in den USA konnte das außerordentlich positive Vorjahresergebnis vor allem wegen einer erfreulichen, vormaterialbedingten Gewinnausweitung der Salzgitter Mannesmann Großrohr GmbH (MGR) nahezu eingestellt werden. Das Geschäftsfeld HFI-geschweißte Rohre sah sich in der Berichtsperiode mit einer äußerst geringen Nachfrage konfrontiert. Angesichts der Auslieferung größerer Projektmengen sowie des schwachen Auftragseingangs fiel der Auftragsbestand per Ende September 2009 auf ein äußerst niedriges Niveau. Die Beschäftigungslage entwickelt sich entsprechend wechselhaft: Während sie in den ersten Monaten des Jahres 2009 noch maßgeblich von Projektmengen aus dem Orderbestand des Vorjahres profitierte, wurden ab dem zweiten Quartal bereits Anpassungen notwendig. Der Umsatz und der Gewinn vor Steuern überschritten aber trotz verminderter Versandmenge aufgrund der hohen Erlösqualität der 2008 gebuchten Aufträge aus dem vergangenen Jahr dennoch die entsprechenden Vergleichswerte. Auch der Bereich Präzisrohre verzeichnete über die ersten drei Quartale 2009 hinweg eine Halbierung der Ordertätigkeit sowie des Auftragsbestandes im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres. Nachdem sich die Automobil- und Zulieferindustrie dank der staatlichen Abwrackprämien für Alt-Pkw kurzfristig von drastischen Produktionseinbußen erholt hatte, kamen die Beschäftigungsrückgänge des Maschinenbaus und des Energiesektors zum Tragen. Die somit durchgängig geringe Auslastung der Präzisrohrwerke führte zu entsprechenden Versand- und Umsatzeinbußen. Trotz eingeleiteter Gegenmaßnahmen zur Anpassung der Kosten hatten die fehlenden Fixkostendeckungsbeiträge ein spürbar negatives Vorsteuerergebnis zur Folge. Die ungünstigen Rahmenbedingungen belasteten auch die Aktivitäten des Produktsegments nahtlose Edelstahlrohre. So reduzierte sich der Auftragseingang per 30. September 2009 verglichen zum Vorjahresstichtag um 60 %. Als Konsequenz dessen sank der Auftragsbestand am Ende des Berichtszeitraumes auf einen sehr niedrigen Wert, was ab September partielle Beschäftigungsanpassungen erforderlich machte. Neben der geringeren Versandleistung, die anfangs noch von Altaufträgen gestützt war, führte der Preisverfall von Legierungskomponenten zur Verminderung des Umsatzes. Das Vorsteuerresultat war dennoch erfreulich positiv, obgleich es aber nicht das hervorragende Niveau der ersten neun Monate 2008 erlangte. |
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