Zwischenbericht 9 Monate 2009

Unternehmensbereich Technologie

    Q3 2009 Q3 2008 9M 2009 9M 2008
Auftragseingang Mio. € 172,7 235,8 504,9 713,3
Auftragsbestand per 30.09. Mio. €     250,4 368,9
Segmentumsatz1) Mio. € 164,3 263,6 532,0 787,0
Außenumsatz Mio. € 164,2 263,6 531,6 787,0
Ergebnis vor Steuern (EBT) Mio. € -31,8 3,2 -75,5 15,4

1) Inklusive Umsatz mit anderen Unternehmensbereichen

Nach fünf Wachstumsjahren erlebt der deutsche Maschinenbau seit dem dritten Quartal 2008 einen massiven Nachfrageeinbruch. Die Auftragseingänge der ersten neun Monate 2009 lagen durchschnittlich 44 % unter dem Vorjahreswert. Zwar hat der Abwärtstrend zuletzt an Dynamik verloren, dennoch befinden sich die Ordereingänge weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Experten erwarten für das Gesamtjahr einen 20 %igen Rückgang des Produktionsvolumens und damit den Stand des Jahres 2006. In der Folge sehen sich trotz Kurzarbeit immer mehr Unternehmen gezwungen, ihre Stammbelegschaft anzupassen und stellen sich so auf ein geringeres Marktvolumen ein. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) rechnet 2009 insgesamt mit einem Verlust von bis zu 60.000 Arbeitsplätzen. Aktuell geht die Organisation davon aus, dass die Branche die Talsohle des Auftragseingangs erreicht hat, jedoch wird für 2010 nur ein leichter Anstieg des Produktionsniveaus gegenüber dem laufenden Jahr erwartet.

Die Gesellschaften des Unternehmensbereiches Technologie sind in erster Linie im Maschinen- und Anlagenbau tätig. Mit über 90 % der Umsatzerlöse wird das Geschäft von der Abfüll- und Verpackungstechnik der KHS-Gruppe dominiert. Die verglichen mit dem Vorjahr um fast ein Drittel niedriger ausfallenden Auftragseingänge und -bestände der Sparte spiegeln somit vor allem die Investitionszurückhaltung der großen Konsumgüterhersteller der Getränkeindustrie wider. Ferner werden Neugeschäfte durch eine sehr restriktive Kreditvergabe der Banken erschwert; dadurch kommt es zu Projektverschiebungen und -stornierungen. Das niedrige Marktvolumen führt zu einem hohen Preisdruck und teilweise unbefriedigenden Erlösen, die die angespannte Situation der Sparte zusätzlich belasteten. Die anderen Spezialmaschinenbauer müssen ebenfalls empfindliche Einschnitte in der Auftragslage hinnehmen. Dem Markt der KDE-Gruppe setzen vor allem die weitreichenden Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die internationale Automobilindustrie schwer zu und auch bei der Klöckner DESMA Schuhmaschinen GmbH (KDS) ist die Geschäftssituation weiterhin rückläufig.

Der Einbruch der Nachfrage im Maschinenbau schlägt sich auch in den Umsatz- und Ertragszahlen des Technologiebereiches nieder. In den ersten neun Monaten 2009 summierten sich die Umsätze auf 532,0 Mio. € und lagen damit 32 % unter Vorjahr. Fast alle Unternehmen waren hiervon betroffen.

Ungeachtet eines konsequenten Programms, das spürbare Reduzierungen bei den Material-, Personal- und Verwaltungskosten bewirkte, und begleitender struktureller Maßnahmen, wie der Optimierung der Produktionsstandorte in Deutschland, schloss der Unternehmensbereich Technologie den Berichtszeitraum mit 75,5 Mio. € Vorsteuerverlust ab. Die mit Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der Klöckner-Werke AG (KWAG) und dem Kauf der SIG-Beverages zusätzliche Belastung aus der nach IFRS obligatorischen Kaufpreisallokation betrug -2,6 Mio. € und ist ebenfalls in diesem Ergebnis berücksichtigt.

Mittelfristig gehen wir jedoch von einer positiven Entwicklung des Unternehmensbereiches aus. So wird die wirtschaftliche Entwicklung des KHS-Hauptabsatzmarkts Getränkeindustrie besser eingeschätzt als die Aussichten für den Branchendurchschnitt. Das britische Marktforschungsinstitut Euromonitor erwartet, dass das weltweite Absatzvolumen von alkoholfreien Getränken und Bier allein in den kommenden fünf Jahren jährlich um 4 bis 5 % pro Jahr zunehmen wird. Dies schon allein aus demografischen Gründen.

Auch die „drinktec 2009”, die „Weltmesse für Getränke- und Liquid Food Technologie” gab Zuversicht, dass die Maschinen- und Anlagenbauer der Getränkeindustrie früher als der Gesamtmaschinenbau den Weg aus der Krise finden werden. Hier präsentierte sich die KHS AG unter dem Motto „Competence in solutions” mit einem viel beachteten und klar nach Themenschwerpunkten gegliederten Auftritt. Ein Highlight war die Vorstellung der 3-D-Anlagenplanung, die ein virtuelles Begehen geplanter Anlagen ermöglicht und so eine hohe Planungs- und Investitionssicherheit für die Kunden schafft. Neben zahlreichen Neuentwicklungen und der hinzugewonnenen Kompetenz im PET-Bereich unterstrichen die Präsentationen der vielfältigen Serviceangebote der KHS AG die Innovationskraft und die Technologiekompetenz des Unternehmens. Vorstände und Vertriebsmitarbeiter führten zahlreiche wichtige Kundengespräche, die daraus folgenden Vertragsabschlüsse werden sich nach und nach positiv in den Auftragseingangszahlen niederschlagen. Bereits im September wurde sichtbar, dass sich die Ordereingänge langsam erholen.

Weitere Informationen zu den Klöckner-Werken und deren wirtschaftlicher Entwicklung können im Internet unter folgender Adresse eingesehen werden: www.kloecknerwerke.de


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