Zwischenbericht 9 Monate 2009

Forschung und Entwicklung

Die Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH (SZMF) ist das zentrale Forschungsunternehmen des Salzgitter-Konzerns. Die F&E-Aktivitäten konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Schlüsselbereiche Werkstoffentwicklung und -verarbeitung sowie Anwendungs-, Oberflächen- und Prüftechnik. Zu den Kunden zählen neben den Gesellschaften der Salzgitter AG externe Unternehmen, zum Beispiel aus der stahlverarbeitenden Industrie, der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau, der Energietechnik und der Bauindustrie.

Die Anzahl der Beschäftigten der zentralen Entwicklung ist zum Ende des dritten Quartals 2009 leicht gestiegen. Dieser Zuwachs resultiert aus verstärkten Aktivitäten im Bereich der Werkstoffentwicklung und Ingenieurtechnik.

Serienfertigung von LH®-Stählen aufgenommen

Im Vorderachsträger der neuen Mercedes E-Klasse wird erstmalig der luftvergütbare Stahl LH®800, den die Salzgitter Flachstahl GmbH (SZFG) mit der SZMF entwickelt hat, großindustriell eingesetzt. Neben dieser ersten erfolgreichen Anwendung testen Automobilhersteller und -zulieferer zurzeit zusätzliche Einsatzgebiete von LH®-Stählen. Im Fokus liegen dabei insbesondere Bauteile, die statisch und dynamisch hoch belastet sind und tragende sowie sicherheitsrelevante Funktionen erfüllen. Beispiele hierfür sind Kardanwellen, Hybrid- und Querlenker, Überrollbügel und Trailerachsen. Durch den Einsatz des LH®-Stahls ergeben sich seitens der Automobilhersteller weitere Möglichkeiten zur Reduzierung des Fahrzeuggewichts und damit zur Verminderung von Kraftstoffverbräuchen und Schadstoffemissionen.
Zurzeit werden neue Anwendungen beim Bau emaillierter Anlagenkomponenten für die Bereiche Industrie- und Energietechnik erprobt. Hier zeigen erste Ergebnisse aus Emaillierversuchen der Verarbeiter sehr vielversprechende Resultate hinsichtlich der Emaillierfähigkeit und der mechanischen Kennwerte am fertigen Bauteil.

Entwicklung neuer Streckblasmaschinen-Generation InnoPET Blomax Serie IV

Um die im Bereich der Getränkeindustrie steigenden Kundenanforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und geringen Gesamtbetriebskosten zu erfüllen, hat die KHS Corpoplast GmbH & Co. KG, Hamburg (BEVCP) eine neue Streckblasmaschinengeneration entwickelt. Der Schwerpunkt hierbei lag auf der ressourcenschonenden Produktion von PET-Flaschen bei optimaler Raum- und Anlagenausnutzung. Als Ergebnis können nun größere Maschinen angeboten werden, die eine erhöhte spezifische Leistung je Blasstation aufweisen. Der Maximalausstoß wurde um mehr als 60 % auf 72.000 Flaschen pro Stunde gesteigert. Zusätzlich erhöhte sich die Prozessstabilität, beispielsweise durch den Verzicht auf Übergabeeinrichtungen. Mithilfe des StretchFlexx- Vorgangs ist ein Recken der PET-Flaschen unabhängig von der Maschinendrehzahl beim Blasvorgang möglich. Unter anderem dadurch lassen sich die Umbauzeiten für den Kunden halbieren, es wird zusätzlich die Flexibilität verbessert und insgesamt die Anlagenverfügbarkeit deutlich gesteigert.


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