Zwischenbericht 9 Monate 2009

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Obgleich immer mehr Wirtschaftszweige Erholungstendenzen von allerdings bisweilen katastrophalen Ausgangsniveaus zeigen, ist hinsichtlich der Nachhaltigkeit diverser Aufwärtstrends weiterhin Vorsicht angebracht. Daher liegt unser Fokus nach wie vor auf der langfristigen Sicherstellung der finanziellen und bilanziellen Stabilität, die sich im Verlauf der Krise als besondere Stärke des Salzgitter-Konzerns herauskristallisiert hat.

Die in sämtlichen Unternehmensbereichen zügig eingeleiteten und konsequent umgesetzten Maßnahmen zur Kostensenkung haben bereits in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2009 195 Mio. € zur Ergebnisentlastung beigesteuert; sie werden weiterentwickelt und – soweit erforderlich – in 2010 fortgeführt.

Wir erwarten, dass die je nach Produktgruppe unterschiedlich ausgeprägte, moderate Stabilisierung des europäischen Stahlmarktes anhält. Grundsätzlich ist die Belebung jedoch fragil und könnte beispielsweise aufgrund einer erneuten Überversorgung des Marktes als Folge der Inbetriebnahme temporär stillgesetzter Kapazitäten ins Stocken kommen. Für das vierte Quartal erwartet der Unternehmensbereich Stahl eine Verbesserung der Resultate primär wegen der besseren Auslastung der Aggregate. Ergebnis begünstigend wirkt zudem die auskömmlichere Erlössituation im Flachstahl.

Auch der Unternehmensbereich Handel rechnet mit einer Lageaufhellung, was allerdings nicht für alle Gesellschaften in gleichem Umfang und Zeitrahmen gilt. Im lagerhaltenden Handel sollten vergleichsweise stabile Erlöse bei sich normalisierenden Einstandspreisen die Roherträge verbessern und ausgeglichene operative Resultate ermöglichen. Demgegenüber sieht sich das internationale Trading mit zunehmend herausfordernden Rahmenbedingungen und ausbleibenden Nachfrageimpulsen konfrontiert.

Für die Röhrensparte erwarten wir keine Belebung im weiteren Jahresverlauf. Bei einem konstant guten Großrohrgeschäft und anhaltend problematischen Präzisrohrmarkt sind für die Produkte HFI-geschweißte Rohre und Edelstahlrohre rückläufige Mengen und Margen absehbar. Das Ergebnis des Gesamtjahres wird dennoch sehr zufriedenstellend ausfallen, allerdings ist das Rekordniveau von 2008 nicht erreichbar.

Im Unternehmensbereich Dienstleistungen ist mit einer zum Stahlsegment analogen Verbesserung der Resultate zu rechnen.

Das vierte Quartal dürfte noch keine entscheidende Wendung für den Unternehmensbereich Technologie bringen. Die leichte Belebung der Auftragssituation bis Jahresende wird sich aufgrund der Laufzeit der Projekte im aktuellen Geschäftsjahr noch nicht maßgeblich niederschlagen. Das Jahr 2009 wird deshalb mit einem spürbar negativen Ergebnis abschließen.

Wir gehen davon aus, dass sich das Konzern-Vorsteuerergebnis der letzten drei Monate des Geschäftsjahres weiter in Richtung eines etwa ausgeglichenen Resultats bewegen wird. Damit setzt sich der moderate Aufwärtstrend in einem der schwierigsten Geschäftsjahre der über 150-jährigen Konzerngeschichte fort.

Wie schon in den vergangenen Jahren weisen wir darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungsparitäten den Abschluss des Geschäftsjahres 2009 noch beeinflussen können. Zusätzliche positive oder negative Effekte können sich aus strukturellen und methodischen Veränderungen ergeben; hierzu zählen insbesondere Bewertungsansätze gemäß IFRS-Standards und deren Handhabung. Die hieraus resultierende Schwankungsbreite des Konzernergebnisses vor Steuern kann ein beträchtliches Ausmaß sowohl in negativer als auch positiver Richtung annehmen.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2009 sind keine wesentlichen Änderungen der externen und unternehmensinternen Bedingungen aufgetreten. Hinsichtlich der einzelnen Chancen und Risiken verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2008. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung bestanden keine Risiken, die den Fortbestand des Salzgitter-Konzerns gefährden. Grundlegende Änderungen der Risikolage erwarten wir aus heutiger Sicht nicht.


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