Ziele und Erfolgsfaktoren

Unternehmenssteuerung, Ziele und Strategie

In einem zunehmend von Schnelllebigkeit und Ungewissheit geprägten Umfeld agierend, steht für uns grundsätzlich der langfristige Unternehmenserfolg zum Nutzen sämtlicher Stakeholder im Vordergrund. Dieser Ansatz wird in den strategischen Zielen reflektiert und wurde in den vergangenen Jahren bereits über eine entsprechende Geschäftspolitik und eine Vielzahl an Entwicklungsmaßnahmen konsequent umgesetzt. Wir sind zutiefst überzeugt davon, dass Beständigkeit und Konsistenz in der Unternehmensführung einen grundlegenden Erfolgsfaktor bilden, der sich nicht zuletzt auch in einer Vervielfachung unseres Börsenwertes über die letzten zehn Jahre niedergeschlagen hat. Die Ausrichtung der Salzgitter AG auf ihr wichtigstes Ziel – Eigenständigkeit durch Profitabilität und Wachstum – bleibt unverändert bestehen.

Nachdem die Sicherung der Stabilität des Konzerns in den beiden vergangenen Jahren im Vordergrund stand, wollen wir uns zukünftig wieder im Sinne eines selektiven, ertragsorientierten Wachstums fortentwickeln. Dies haben wir in den Jahren vor der jüngsten Weltwirtschaftskrise bereits erfolgreich praktiziert. Eine Erweiterung der Aktivitäten ist für uns jedoch niemals Selbstzweck, sondern steht immer unter dem Vorbehalt, dass eine im Branchenvergleich überdurchschnittliche Profitabilität unseres Unternehmens erzielt werden kann. Eine signifikante Kennzahl zur Messung unseres diesbezüglichen Erfolgs ist die Verzinsung des eingesetzten Kapitals.

Im Sinne einer Limitierung des unternehmerischen Risikos besteht die Prämisse, dass unsere finanzielle Stabilität und bilanzielle Solidität erhalten bleiben. Sie stellen die wohl wichtigste Grundlage des langfristigen Unternehmenserfolgs dar – insbesondere unter den oben geschilderten wechselhaften Rahmenbedingungen.

Die strategische Weiterentwicklung des Salzgitter-Konzerns konzentriert sich auf die Unternehmensbereiche Stahl, Handel, Röhren und Technologie. Neben den laufenden und geplanten Projekten für unser organisches Wachstum prüfen wir prinzipiell auch externe Expansionsmöglichkeiten auf deren Eignung.

Gleichzeitig richten wir das Augenmerk stets auf unsere technologischen und kostenmäßigen Wettbewerbspositionen und arbeiten in allen Bereichen des Konzerns kontinuierlich an der Erschließung neuer Potenziale.

Um eine Vereinbarkeit der Konzernziele mit den Zielen und dem Umfeld unserer operativen Einheiten „top-down“ wie „bottom-up“ zu gewährleisten und eine systematische Vorgehensweise sicherzustellen, bedienen wir uns einer Palette seit Jahren bewährter Führungsinstrumente.

Wir sind uns bewusst, dass die wertvollen Beiträge der Mitarbeiter in allen Bereichen des Konzerns eine wesentliche Grundlage für die Realisierung unserer Ziele sind. Daher sehen wir in der zukunftsorientierten Ausbildung, dem systematischen Fördern der Qualifikation unserer Belegschaft und in der Anwerbung hochqualifizierter Nachwuchskräfte eine bedeutende strategische Aufgabe.

Die Umweltverträglichkeit unserer Produkte und Produktionsprozesse sowie der schonende Umgang mit sämtlichen eingesetzten Ressourcen sind seit jeher die selbstverständliche Basis aller unserer Aktivitäten.

Unternehmensinternes Steuerungssystem

Das oberste Ziel unseres Unternehmens ist die Erhaltung der Eigenständigkeit mittels Profitabilität und Wachstum. Als quantitative, ergebnisbezogene Zielvorgabe gilt für den Konzern eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE = Return on Capital Employed) von mindestens 15% über einen Konjunkturzyklus, den wir als einen Zeitraum von in der Regel fünf Jahren definiert haben.

Der ROCE setzt das EBIT in Relation zum „Capital employed“ und misst die Verzinsung des eingesetzten Kapitals:



Das „EBIT“ (Earnings Before Interest and Tax) entspricht dem Ergebnis vor Steuern sowie vor Zinsaufwand, bereinigt um den Zinsanteil für Zuführungen zu Pensionsrückstellungen. Zinserträge bleiben im EBIT, da sie als Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit angesehen werden und somit zur Verzinsung des eingesetzten Kapitals beitragen.
in Mio. € GJ 2010 GJ 2009
   EBT 48,9 –496,5
+ Zinsaufwand 139,0 118,7
– Zinsaufwand für Pensionsrückstellungen –85,0 –90,3
= EBIT 102,9 –468,1
Das „Capital employed“ umfasst das verzinsliche Eigen- und Fremdkapital.

Zur Ermittlung dieser Kennzahl werden von der Bilanzsumme die Pensionsrückstellungen sowie die nicht verzinslichen Bilanz positionen abgezogen:

in Mio. € GJ 2010 GJ 2009
   Bilanzsumme 8.689 8.052
– Pensionsrückstellungen –1.926 –1.858
– Übrige Rückstellungen ohne Steuerrückstellungen –754 –693
– Verbindlichkeiten ohne Anleihen, Bank- und
   Wechselverbindlichkeiten sowie Verbindlichkeiten aus
   Finanzierungsleasing, Forfaitierung
–1.210 –915
– Aktive latente Steuern –202 –129
= Capital employed 4.596 4.457
Die Pensionsrückstellungen und der darauf bezogene Zinsaufwand werden zur Ermittlung des ROCE eliminiert, da diese Komponenten kurz- bis mittelfristig nicht durch Dispositionen des Managements zu beeinflussen sind.

Die Komponenten der Kennzahlen sind aus den Angaben des Konzernabschlusses hergeleitet. Grundsätzlich werden für die Berechnung stichtagsbezogene Bilanzwerte verwendet.

Da der ROCE-Zielwert (15%) im Durchschnitt über den Konjunkturzyklus im Konzern erreicht werden soll, hat er einen mittel- bis langfristigen Charakter. Daraus leiten wir für jeden Unternehmensbereich und jede Gesellschaft spezifische strategische Ziele ab. Diese sind – gegebenenfalls aktualisiert – in der Mittelfristplanung berücksichtigt.

Für den Zeitraum 2001 bis einschließlich 2010 haben wir mit 18,4% das Profitabilitätsziel übertroffen. Selbst in der von der tiefgreifenden Krise geprägten Periode erreichten wir einen soliden Wert von 13,4%. Darin spiegeln sich die Folgen der Finanz- und Wirtschaftkrise auf unserer Unternehmen sowie der auf der Rohstoffkostenentwicklung basierende Margendruck bei vielen Produkten wider. Im Jahr 2010 wurde eine ROCE von 2,2% (Vorjahr: –10,5%) erwirtschaftet. Nach dem Herausrechnen der Nettogeldanlagen bei Kreditinstituten betrug der ROCE aus dem industriellen Geschäft 2,7% (Vorjahr: –17,3%).

Strategie

Wachstumsstrategie

Unsere im Jahr 2007 formulierten internen und externen Ziele zur Unterstützung des angestrebten Wachstums haben nach wie vor Gültigkeit:

Interne Ziele:
  • Optimieren der Qualität
  • Steigern der Produktivität
  • Eliminieren von Engpässen
  • Abrunden des Produktprogramms
  • Reduzieren der Abhängigkeit von Lieferungen und Leistungen Dritter in sensitiven Bereichen
Externe Ziele:
  • Schließen von Lücken in der Wertschöpfungskette
  • Attraktive Akquisitionen in stahlnahen Bereichen
  • Selektiver Ausbau regionaler Marktpositionen
  • Ergänzen/Erweitern des Produktprogramms
  • Industrielle Diversifikation
Mithilfe dieser Wachstumsbausteine soll mittelfristig ein jährlicher Konzernaußenumsatz von 13 bis 15 Mrd. € erwirtschaftet werden. Ferner besteht die Forderung, dass jedes Teilprojekt und jede Einzelgesellschaft nachhaltig dazu beiträgt, auf Konzernebene das angestrebte Renditeziel von 15% ROCE über den für unseren Konzern nach wie vor maßgeblichen Stahlzyklus zu erreichen.

Größere Wachstumsschritte von Unternehmen sind immer mit einem geschäftlichen Wagnis verbunden, da auf der Basis historischer Daten, Erkenntnisse und Erfahrungen unter Einsatz erheblicher finanzieller Mittel überwiegend weit in die Zukunft wirkende Entscheidungen getroffen werden. Im Geschäftsjahr 2010 haben die Ausläufer der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise die allgemeinen Marktverhältnisse noch immer spürbar beeinflusst. Sie äußerten sich vor allem in einer kurzfristigen Änderung und großen Ausschlägen entscheidungsrelevanter Parameter, was deren Prognostizierbarkeit extrem einschränkte. Daher haben wir unsere externen Wachstumsziele – wie bereits 2009 – zunächst hinter die Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Konzerns zurücktreten lassen.

Grundsätzlich wollen wir denkbare Konsolidierungsprozesse in unseren wichtigsten Tätigkeitsfeldern Stahl, Handel, Röhren und Technologie ohne Handlungsdruck auch in Zukunft zu einer aktiven Mitgestaltung nutzen. Wir werden uns aber weder an Bieterschlachten um Akquisitionsobjekte beteiligen noch ungerechtfertigt hohe Preise bezahlen.

Aufgrund unserer vorausschauend aufgebauten Liquiditätsreserven konnten wir die umfangreichen Investitionen fortführen. Lediglich in einem Fall haben wir uns für eine zeitliche Verzögerung entschieden und nach Aufklaren der relevanten Marktbedingungen zügig die Umsetzung der geplanten Arbeiten veranlasst. Nachdem wir 2010 mit sämtlichen Vorhaben sehr gut vorangekommen sind, fassen wir den Abschluss der verbleibenden wesentlichen Projekte bis zum Geschäftsjahr 2012 ins Auge.

Die Prüfung und Beurteilung der Investitionsmaßnahmen des Konzerns unterliegen grundsätzlich konservativen Annahmen und Maßstäben. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass wir mit den in den Kernbereichen Stahl, Handel, Röhren und Technologie vorangetriebenen internen Wachstumsinitiativen bestens gerüstet sind, die angestrebten Ziele – wenn auch fallweise zeitverzögert – erreichen zu können. Im Zuge einer nachhaltigen Normalisierung der gesamtwirtschaftlichen Lage dürften die allermeisten Projekte unsere langfristig angelegten Wachstumsziele unterstützen.

Im aktuellen Fünfjahreszeitraum werden bis 2012 konzernweit Projekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 2,0 Mrd. € umgesetzt oder sind teilweise bereits abgeschlossen worden.

Konzernweites Investitionsvolumen 1996/1997 – 2012

Konzernweites Investitionsvolumen 1996/1997 – 2012

Strategische Ausrichtung nach Unternehmensbereichen

2010 lag der strategische Schwerpunkt auf der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit aller Konzerneinheiten, wofür auch durchgreifende Schritte wie Standortschließungen und Personalabbau eingeleitet wurden (siehe „Unternehmensbereiche“ im Kapitel „Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage“ ab Seite 102).

Der Unternehmensbereich Stahl konzentrierte sich auf die Fortsetzung des 2007 gestarteten umfangreichen Investitionsprogramms, dessen Volumen sich bis zum Jahr 2012 auf rund 1,7 Mrd. € belaufen wird. Mithilfe der an den drei Stahlstandorten begonnenen beziehungsweise bereits umgesetzten Investitionen sind wir in der Lage:
  • das bisherige Produktprogramm zu ergänzen,
  • unsere Kosten infolge verbesserter Anlageneffizienz zu senken und
  • den Fremdmaterialzukauf sowie die Fremdbearbeitung in den Unternehmensbereichen Stahl und Röhren merklich zu reduzieren.
Nähere Erläuterungen erhalten Sie im Kapitel „Investitionen“ ab Seite 66. Darüber hinaus soll das Restrukturierungsprogramm bei der Peiner Träger GmbH (PTG) entscheidende Verbesserungspotenziale realisieren.

Der Unternehmensbereich Handel wird sein Geschäft der lagerhaltenden Distribution von Stahl eng mit dem Exportgeschäft unserer Produktionsgesellschaften abstimmen, um in einer gemeinsamen Marktbearbeitung Synergien zu heben. Zudem sollen die Position im strategischen Wachstumsfeld höherwertiger Güten gefestigt und die Anarbeitungskapazitäten marktgerecht ausgebaut werden. Der internationale Handel wird den Schwerpunkt auf die Stärkung seiner Kundenbeziehungen legen und die Werke auch künftig beim Einkauf von Vormaterial unterstützen.

Das Geschäft des Unternehmensbereiches Röhren ist zum großen Teil auf Infrastrukturprojekte ausgerichtet und hat somit einen spätzyklischen Charakter. Die Begründung hierfür liegt in der starken Nähe zur Energiewirtschaft, die sich tendenziell an den langfristigen Veränderungen des Bedarfs orientiert. Insbesondere die Tochtergesellschaften des Konzerns, die in den Markt leitungsgebundener Medientransporte liefern, sollten dank ihrer vorteilhaften Wettbewerbsstellung davon profitieren, dass der Zugang zu Energie und Wasser eine wesentliche Voraussetzung für den Wohlstand einer Gesellschaft ist. Der Unternehmensbereich Röhren wird sein Profil durch die Optimierungen bestehender Aktivitäten weiter schärfen.

Die Strategie der Gesellschaften der Technologiesparte zielt darauf ab, den Kunden rund um den Globus Lösungskompetenz aus einer Hand zu bieten und die Chancen eines lückenlosen und abgestimmten Produktportfolios zu nutzen. Dabei sollen in Zukunft noch stärker ganzheitliche Lösungen für den Kunden über den gesamten Produktlebenszyklus einer Anlage – von der Planung bis hin zu ihrer Verwertung – bereitgestellt werden. Außerdem wird der begonnene Restrukturierungsprozess zur Optimierung interner Geschäftsabläufe konsequent fortgeführt.

Die vornehmliche Aufgabe des Unternehmensbereiches Dienstleistungen ist es, die produzierenden Konzerngesellschaften zu unterstützen. Das Ziel lautet weiterhin, die Effizienz bei der Erbringung der Dienstleistungen kontinuierlich zu steigern und diese zum Teil auch im Wettbewerb auf dem Drittmarkt anzubieten, um den eigenen Geschäftserfolg, wenn möglich, zu optimieren.

Führungs- und Steuerungsinstrumente

Um die angestrebte Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Salzgitter-Gruppe zu steuern, setzt das Unternehmen neben regelmäßiger übergeordneter Abstimmung von Zielen auf Ebene des Vorstands und entsprechender Berichterstattung an die Aufsichts- und Kontrollgremien die folgenden Führungsinstrumente ein:
  • das Ergebnisverbesserungsprogramm (EVP),
  • das „5P-Management“ und
  • individuelle Zielvereinbarungen für leitende und außertarifliche Mitarbeiter.

Ergebnisverbesserungsprogramm (EVP)

Die kontinuierliche Optimierung der Wertschöpfungsprozesse ist für uns eine wichtige Managementaufgabe, die einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns leistet. Sie erfordert das systematische und konsequente Erschließen vorhandener Potenziale in allen Unternehmens bereichen.

Als konzernweit einheitliches Managementinstrument haben wir zu diesem Zweck bereits im Jahr 1996 das Konzept des Ergebnisverbesserungsprogramms (EVP) in der Salzgitter-Gruppe eingeführt. Es dient dazu, sämtliche konkret definierten ergebnisoptimierenden Maßnahmen der Konzerngesellschaften zusammenzuführen, deren Effekte anhand von Finanzkennzahlen bewert- und messbar sind. Für alle Projekte ist eine streng systematische Vorgehensweise für die Erfolgsmessung vorgegeben; dabei gelten verbindliche und standardisierte Bewertungskriterien.

Mitarbeiter nehmen aktiv am EVP teil

Im Gegensatz zu reinen Top-down-Ansätzen sichert im EVP-Konzept das Engagement aller Beteiligten eine erfolgreiche Umsetzung der vereinbarten Schritte. So fließen auch Verbesserungsvorschläge unserer Mitarbeiter ein. Die Akzeptanz dieses hauptsächlich auf Eigeninitiative beruhenden, nicht beratergetriebenen Programms und die Bereitschaft, dessen Strukturen und Institutionen zu nutzen, um mit eigenen Projekten zur kontinuierlichen Ergebnissteigerung beizutragen, sind daher sehr hoch. Dementsprechend betrachten wir das EVP als eine Daueraufgabe über alle Managementebenen hinweg.

Projekterfolge

Ein zentrales Merkmal des EVP war bisher der Auflagencharakter und die daraus folgende Begrenzung des Betrachtungszeitraumes auf vier Jahre. 2010 beendeten wir plangemäß die 2007 gestartete dritte erfolgreiche EVP-Auflage (EVP 3).

In den Projektkatalog wurden wieder neue Ideen und nachhaltig wirksame Maßnahmen – soweit sie den strengen Anforderungen der EVP-Kriterien genügten – übernommen. Wir weisen mit 329 aktiven Projekten, davon 81 Ideen, eine zum Vorjahr vergleichbare Maßnahmenanzahl aus. Ebenso konnte der Full-Year-Effekt (FYE) mit 175 Mio. € auf dem Niveau von 2009 gehalten werden.

Dieser Gesamteffekt ergibt sich aus verschiedenen Teilbereichen: Die Aktivitäten auf den Absatzmärkten mit Produkten höherer Wertschöpfung und ausgeweiteten Vertriebskanälen steuern einen Gesamtjahreseffekt von 187 Mio. € bei. Darüber hinaus haben wir im Zuge verbesserter Prozessabläufe in Produktion und Verwaltung sowie eines optimierten Material- und Fremdleistungseinsatzes ein Potenzial von 86 Mio. € identifiziert.

Um die gesteckten Ziele im Konzern zu erreichen, sind zum Teil auch aufwandserhöhende Voraussetzungen – wie beispielsweise Investitionen – erforderlich. So wurden 98 Mio. € pro Jahr für Abschreibungen, Zinsen und sonstige Aufwendungen berücksichtigt.

Aktueller Stand EVP 3

in Mio. €  FYE
Steigerung Gesamtleistung 187
Einsparung Aufwand 86
Abschreibungen/Zinsen/Sachaufwand –98
Ergebniseffekt vor Steuern 175

Start des neuen EVP

Aufgrund der konjunkturellen Umstände der letzen Jahre sind in den Tochtergesellschaften in der Zwischenzeit zusätzliche Programme aufgelegt worden, die eine EVP-analoge Struktur aufweisen, allerdings aufgrund der notwendigen Doppelerfassung und des damit einhergehenden administrativen Aufwands bisher keinen Eingang in das EVP fanden.

Mit Abschluss der dritten Auflage des Konzern-EVP ergibt sich nun die Chance zur Optimierung und zur Schaffung eines für alle Gesellschaften einheitlichen Kriterienkatalogs. Die zentralen Aspekte sind hier die Flexibilisierung des Basisjahres sowie die Implementierung eines fortlaufenden Programms ohne zeitliche Begrenzung. Unterstützend lösen wir uns aus der aktuellen IT-Umgebung und schaffen ein IT-Umfeld, das den neuen Bedingungen stärker Rechnung trägt. Der Name EVP wird dabei nicht geändert, da die Kernkriterien erhalten bleiben und sich die drei Buchstaben in die Unternehmenskultur des Konzerns eingeprägt haben. Sie stehen als Synonym für effizientes und nachhaltiges Wirtschaften in Eigeninitiative.

Erfolgreiches Sofortprogramm zur kurzfristigen Ergebnis- und Liquiditätssicherung fortgeführt

In Ergänzung zum EVP haben wir im Geschäftsjahr 2009 wegen der von erheblichen Beschäftigungsrückgängen gekennzeichneten Situation ein Sofortprogramm zur kurzfristigen Ergebnis- und Liquiditätssicherung aufgesetzt. Die Effektivität dieser Maßnahme hat uns dazu veranlasst, einige Elemente davon im Jahr 2010 fortzuführen. Mit der praktisch vollständigen Realisierung des geplanten 235-Mio.-€-Ergebniseffekts war es auch 2010 überaus erfolgreich. Dabei dürfte etwa die Hälfte der Maßnahmen des Programms dauerhaft wirken.

„5P-Management“

Im Rahmen des „5P-Management“ werden Ziele formuliert, für die monetäre Effekte nicht ohne Weiteres zu ermitteln sind, deren Erreichen jedoch den Unternehmenserfolg ebenso positiv beeinflussen. Dazu zählen in der Struktur der „5P-Unternehmensleitbild-Dimensionen“ etwa die termin- und qualitätsgerechte Belieferung von Kunden, der Ablauf von Produktionsprozessen mit möglichst geringer Anzahl ungeplanter Unterbrechungen, aber auch die Weiterbildung von Mitarbeitern in allen Einsatzbereichen.

Das auf diesem Unternehmensleitbild aufbauende und seit 2004 eingesetzte Balanced-Scorecard-System „5P-Management“ ist zwischenzeitlich in einem Großteil der Konzerngesellschaften der Salzgitter-Gruppe eingeführt. Die Systematik dient dazu, auf der Ebene einzelner Organisationseinheiten aus der jeweiligen Unternehmensstrategie abgeleitete operative Ziele und Maßnahmen für die Zielerreichung festzulegen und zu verfolgen. Die Struktur folgt den „5P“-Leitbild-Dimensionen „Partner“, „Prozesse“, „Produkte“, „Personal“ und „Profit“. Zu den anhand definierter Kriterien messbaren Zielen, die letztlich der positiven Beeinflussung des gesamten Unternehmenserfolgs dienen sollen, gehören beispielsweise
  • nachhaltige Steigerung des 1A-Anteils in allen Produktionsstufen,
  • Gewährleistung erforderlicher Arbeitssicherheitsvorkehrungen und
  • Ermittlung und Analyse der Kundenzufriedenheit.
Diese operativen Ziele bilden die Grundlage zur Formulierung entsprechender persönlicher Ziele zwischen Vorgesetzten und den leitenden sowie außertariflichen Mitarbeitern des jeweiligen Verantwortungsbereiches.

Individuelle Zielvereinbarungen für leitende und außertarifliche Mitarbeiter

Zielvereinbarungen stellen ein Übertragungselement zwischen den Unternehmenszielen und den persönlichen Bestrebungen eines jeden Mitarbeiters dar. Die Salzgitter AG untergliedert diese in individuelle Vorgaben für den einzelnen leitenden oder außertariflichen Angestellten und eine kollektive quantitative Komponente, die das Konzernziel einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) von mindestens 15% reflektiert. Der angestrebte Wert wird dabei für jede Tochtergesellschaft festgelegt. Die individuellen Ziele werden zwischen dem Vorgesetzten und seinem Mitarbeiter vereinbart und von denen der nächsthöheren Organisationseinheit abgeleitet. Darüber hinaus achten wir darauf, dass die Wechselwirkungen der verschiedenen Vorgaben der Gesamtheit der Mitarbeiter eine positive Wirkung auf das Erreichen des wichtigsten Unternehmenszieles „Eigenständigkeit durch Profitabilität und Wachstum“ haben.
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