Ertrags-, Finanz- und VermögenslageKonjunkturelles UmfeldIm Frühjahr 2010 schritt die Erholung der Weltwirtschaft weiter voran, sodass die globale Finanz- und Wirtschaftskrise allmählich überwunden zu werden scheint. Bereits seit Mitte des vergangenen Jahres haben die Industrieproduktion und vor allem der Welthandel kräftig zugelegt. Allerdings war das Tempo der Expansion in den einzelnen Weltregionen sehr unterschiedlich: Während es vor allem in den asiatischen Schwellenländern ausgesprochen hoch war, blieb die Auslastung der Produktionskapazitäten der Industrieländer weiterhin gering. Offensichtlich hat sich der Aufschwung hier noch nicht gefestigt, sondern wird nach wie vor maßgeblich von politischen Stützungsmaßnahmen getragen. Die Projektgruppe Gemeinschaftsprognose der deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sagt daher eine nur mäßige Ausweitung des realen globalen Bruttoinlandsprodukts voraus, das im Jahr 2010 mit 2,9 % deutlich unterhalb der vor der Krise verzeichneten Wachstumsraten rangieren dürfte. Im Winterhalbjahr ist in der Europäischen Union (EU) die ohnehin zögerliche Belebung ins Stocken geraten. Nach einem Zuwachs im dritten Quartal stagnierte das reale Bruttoinlandsprodukt im Laufe des Folgequartals. Die Inlandsnachfrage blieb schwach und die Investitionstätigkeit war sehr verhalten. Zu Beginn des Jahres 2010 traten erhebliche Unsicherheiten bezüglich der mittelfristigen Konsequenzen der extrem expansiven Wirtschaftspolitik in den Vordergrund, da die Stützungs- und Fördermaßnahmen der Regierungen die Staatsverschuldung einiger EU-Mitgliedstaaten stark anwachsen ließen. Die zu erwartenden notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen dürften sich nicht förderlich auf die weitere Erholung auswirken. Die Gemeinschaftsprognose geht daher für 2010 in der EU 27 nur von einem moderaten 0,9 % Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts aus. Da die konjunkturelle Lage weiterhin fragil war, setzte sich auch der Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft nicht durchgängig fort. Der Aufschwung wurde bislang vom verbesserten Export und den wieder anziehenden Lagerdispositionen getragen. Die inländische Nachfrage steuerte hingegen kaum etwas bei. Aufgrund der guten Auftragseingänge zu Jahresbeginn ist die Stimmung der Unternehmen derzeit jedoch grundsätzlich zuversichtlich, sodass die Beschäftigung wieder zulegte. Die Projektgruppe rechnet für 2010 mit 1,5 % Wachstum des Bruttoinlandsprodukts. |
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