Ertrags-, Finanz- und VermögenslageKonjunkturelles Umfeld
Die Weltkonjunktur scheint sich im ersten Halbjahr 2010 vom dem starken Einbruch des Vorjahres nachhaltig
erholt zu haben. So zog insbesondere der Export der Industrienationen als auch derjenige der Schwellenländer
wieder spürbar an. Trotz dieses globalen Aufschwungs wurden zugleich aber auch die längerfristigen Auswirkungen
der Finanzkrise ersichtlich: Die zur Abdämpfung des starken Nachfrageausfalls aufgelegten Konjunkturprogramme
zeigten ihre negativen fiskalpolitischen Reflexe in der kräftig ansteigenden Staatsverschuldung einiger
Euroländer. Die damit einhergehende Verunsicherung der Kapitalmärkte traf angesichts einer möglichen
Staatsinsolvenz Griechenlands vor allem das Vertrauen in den Euro. In Nordamerika verläuft die ökonomische
Regeneration hingegen etwas positiver, Wachstumsraten über 3 % erscheinen möglich. Die Entwicklung in
Asien und Südamerika ist als noch aussichtsreicher zu betrachten; speziell China dürfte wieder zweistellige
Wachstumsraten erreichen. Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) erklärt dieser Effekt die gegenwärtige
Prosperietät der Weltwirtschaft, die ungeachtet der Eurokrise 4,6 % wachsen soll.
Die skizzierten Probleme im Euroraum entwickelten während der ersten Hälfte des Jahres eine durchaus kritische Dynamik. Die Europäische Union stellte schließlich mit einer 750-Milliarden-Euro Liquiditätshilfe Griechenlands Zahlungsfähigkeit sicher und drang gleichzeitig darauf, das Staatsdefizit systematisch abzubauen. Aktuell haben Länder wie Spanien oder Italien, die mit ähnlichen Problemen kämpfen, ebenfalls begonnen, ihre Finanzen zu konsolidieren und selbst Großbritannien und Deutschland wollen über die nächsten Jahre hohe zweistellige Milliardenbeträge einsparen. Es bleibt abzuwarten, wie stark sich die nunmehr restriktive Fiskalpolitik nachteilig auf die Güterwirtschaft niederschlägt. Auf diese Faktoren gründen sich die Prognosen verschiedener Forschungsinstitute, die ein Wachstum im Bereich von 0,9 bis 1,2 % für das Gesamtjahr 2010 berechnet haben. Deutschlands Wirtschaft hat sich als relativ robust erwiesen, insbesondere hinsichtlich der positiven Lage des industriellen Sektors und des Außenhandels. Die Konjunkturerwartungen sind angesichts der inländischen und ausländischen Konsolidierungsmaßnahmen jedoch etwas getrübt, da ein erneuter Nachfrageeinbruch sich negativ auf die exportorientierten deutschen Unternehmen auswirken würde. Daher werden Wachstumszahlen für das Gesamtjahr 2010 im Bereich von 1,2 bis 2,0 % als realistisch eingestuft. |
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