Ertrags-, Finanz- und VermögenslageKonjunkturelles Umfeld
Nach einem dynamischen Start in das Jahr 2011 verlor die Expansion der Weltwirtschaft im Laufe
des Jahres zusehends an Geschwindigkeit. Die Ursachen hierfür lagen insbesondere in einem Kaufkraftverlust
als Folge gestiegener Rohstoff- und Energiepreise sowie in der Straffung der Geldpolitik
einiger Schwellenländer. Die einzelnen Regionen wiesen ein äußerst heterogenes Bild auf. Während
sich das Wachstumstempo der aufstrebenden Volkswirtschaften auf hohem Niveau moderat verlangsamte,
durchliefen die meisten Industrieländer eine nur schleppende wirtschaftliche Entwicklung. Im
Juli führten verstärkte Diskussionen über die Lösung der Schuldenkrisen in Europa und den USA
weltweit zu einem massiven, bisher nicht bewältigten Vertrauenseinbruch. Dieser spiegelte sich
zunächst in starken Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten wider, belastete aber mehr
und mehr auch die Stimmung in der Wirtschaft. In diesem Umfeld reduzierte der Internationale
Währungsfonds (IWF) die Prognose für den Anstieg der Weltproduktion um 0,5 % auf 4,0 %.
Im Euro-Raum gingen die ökonomischen Wachstumsraten im Jahresverlauf ebenfalls zurück. Verantwortlich
hierfür waren neben einem schwächeren Welthandel die anhaltenden Probleme auf den
Arbeitsmärkten vieler Mitgliedsländer sowie eine sich eintrübende Stimmung bei Verbrauchern und
Unternehmen. Die in immer mehr EU-Mitgliedstaaten implementierten fiskalischen Konsolidierungsmaßnahmen
wirkten ebenfalls dämpfend. Dabei unterschied sich die konjunkturelle Dynamik
innerhalb des Staatenverbundes deutlich. Während einige, vor allem kleinere Volkswirtschaften wie
Estland oder die Slowakei eine insgesamt vorzeigbare Entwicklung aufwiesen, verzeichneten beispielsweise
Italien und Spanien nur geringfügige Expansionsraten. Portugal und Griechenland hingegen
befinden sich in einer Rezession. Bei anhaltenden Unterschieden innerhalb der Währungsunion
rechnen die Experten des IWF mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts 2011 um 1,8 %.
Die deutsche Wirtschaft setzte im dritten Quartal ihren Expansionskurs mit verminderter Geschwindigkeit
fort, der vor allem von einer weiterhin guten Exportnachfrage nach einheimischen
Industriegütern gestützt wurde. Darüber hinaus wirkte der stabile Arbeitsmarkt einer unsicherheitsbedingten
Konsumzurückhaltung entgegen, sodass auch vom Binnenmarkt Impulse ausgingen.
Damit zeigte sich die deutsche Konjunktur weiterhin recht robust. Mit einem vom IWF unterstellten
Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2011 in Höhe von 2,7 % liegen die Erwartungen für
Deutschland deutlich über denen der übrigen G7-Staaten.
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