Archiv für November, 2011

Als Ingenieurin in der Welt des Stahls – Studentinnen-Tag bei der Salzgitter AG

veröffentlicht von Andrea Looschen am 29. November 2011

Die Stahlindustrie gilt meist als klassische Männerdomäne, in der Frauen für gewöhnlich in der Verwaltung und nicht in den Werkshallen arbeiten. Dass diese Vorstellung nicht mehr ganz der Realität entspricht, davon konnten sich 20 Studentinnen technischer Studiengänge beim ersten Studentinnen-Tag der Salzgitter AG überzeugen.

Berichte aus der Praxis
Dr.-Ing. Pamela Wolf, Projektingenieurin bei der Salzgitter Flachstahl, Dr.-Ing. Marion Calcagnotto, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Salzgitter Mannesmann Forschung, und Diplom-Logistikerin Karin Rabe, Industrial Engineer bei der KHS, berichteten über ihren Berufseinstieg und gaben spannende Einblicke in ihren Arbeitsalltag in der „Stahlwelt“. Insgesamt, so die Ingenieurinnen, tut die Salzgitter AG sehr viel dafür, dass sich Nachwuchskräfte im Unternehmen zurechtfinden und ihren Weg machen. Neben einer intensiven Einarbeitungsphase unterstützen kontinuierliche Personalentwicklung und herausfordernde Aufgaben die persönliche Weiterentwicklung.

Pamela Wolf beispielsweise startete bei der Salzgitter Flachstahl zunächst in der Instandhaltung, wo sie für die Wartung und Reparatur von Produktionsanlagen zuständig war. Inzwischen ist sie im Anlagenneubau tätig und verantwortet Bauprojekte mit mehreren Millionen Euro Investitionssumme.

Kommunikationsfähigkeit und Offenheit im Umgang mit verschiedensten Menschen sind weiterhin wichtig, um Projekte erfolgreich durchzuführen und eigene Ideen voranzutreiben. So schildert Marion Calcagnotto, dass die Entwicklung neuer Werkstoffe nur in enger Kommunikation mit den verschiedenen Beteiligten funktioniert – vom Kunden, der eine Anforderung definiert, bis zum Meister im Betrieb, der Versuche an seiner Anlage durchführen muss.

Wie aber gelingt der Berufseinstieg am besten? Über ein schnelles Studium oder doch eher über Praktika? Hier waren sich die Ingenieurinnen einig, dass das Sammeln von Praxiserfahrung wesentlich wichtiger als das Einhalten der Regelstudienzeit ist. Praktika, Studien- oder Abschlussarbeiten sind gute Gelegenheiten, frühzeitig Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern zu knüpfen. Ein gutes Beispiel dafür ist Karin Rabe. Sie hat 2008 ihre Diplomarbeit bei der KHS geschrieben und wurde im Anschluss direkt als Projektingenieurin übernommen. Seit Juli dieses Jahres ist sie nun Gruppenleiterin im Industrial Engineering und entwickelt mit ihrem vierköpfigen Team u.a. Konzepte zur Verbesserung von Produktions- und Montageabläufen. 

Werden Frauen anders behandelt?
Nachteile als Frau in einem technisch geprägten Unternehmen konnte keine der Ingenieurinnen erkennen, im Gegenteil, „als Frau wird man viel mehr wahrgenommen und bleibt besser in Erinnerung“. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in einem technischen Umfeld möglich.

Zum Abschluss der Veranstaltung ging es für die Studentinnen noch in das Werk Salzgitter, wo sie die Stahlherstellung live verfolgen konnten. Nach einem langen Tag waren sich die Teilnehmerinnen dann einig: die Welt des Stahls bietet vielfältige Chancen und Perspektiven – nicht nur für Männer.

Kooperationspartner
Der Studentinnen-Tag fand in Kooperation mit dem Projekt fiMINT – Frauen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – statt. fiMINT ist an der Niedersächsischen Technischen Hochschule, einer Allianz der TU Braunschweig, der TU Clausthal und der Leibniz Universität Hannover, angesiedelt und hat das Ziel, Studentinnen und Absolventinnen aus MINT-Studiengängen bei der Berufsorientierung und beim Berufseinstieg zu unterstützen. fiMINT bietet überfachliche Qualifizierung, Coaching, Beratung sowie Veranstaltungen in Kooperation mit Unternehmen. Exkursionsbericht von fiMINT.

Stahlbau – ganz leicht? Ein Schülerwettbewerb gibt Antworten

veröffentlicht von Sarah Engel am 22. November 2011

“Material- und Prozessinnovation für den intelligenten Leichtbau“ hieß das Thema des 4. Nano und Material Symposium Niedersachsens, das am 16. und 17. November 2011 erstmalig im Gästehaus der Salzgitter AG stattfand. Die Besonderheit der Messe lag in der Ergänzung der Vortragsreihen durch einen Schülerwettbewerb. Eine Brücke aus Styropor und Stahl zu bauen, das war die Aufgabenstellung.

In einer Vorauswahl wurden vier Schulgruppen ausgewählt, die dann auch nervös am Morgen des 17. November in Salzgitter erschienen. Los ging es erstmal mit dem offiziellen Teil der Veranstaltung: Begrüßung aller Schüler und Teilnehmer des Symposiums durch den Vorstand der Salzgitter AG und den Leiter der Qualitätssicherung des VW Werkes in Salzgitter. Darauf folgten noch ein paar Informationen zu den Themen Leichtbau aus der Sicht von VW, Salzgitter und dem Land Niedersachsen.

Der Wettbewerb beginnt
Dann begann für die Schüler der aufregende Teil des Tages. Die Gruppen der Oberschule Bomlitz, der Bonifatiusschule II Göttingen, der Geschwister-Scholl-Schule Altenwalde und des Gymnasiums Papenburg wurde durch einen Vortrag mit dem Schwerpunkt „Werkstoffkunde“ an die kommende Aufgabenstellung herangeführt. Zunächst galt es erstmal, das Gehörte in die Praxis umzusetzen und selbst Tests, z. B. zur Dichte, durchzuführen. Die weitere Anforderung des Wettbewerbs war, eine 1 m lange Brücke zu bauen, die ein Gewicht von 1,5 kg aushält und dabei noch eine Mindestdurchfahrtshöhe von 10 cm vorweisen kann. Das Team, das diese Kriterien berücksichtigt und dessen Brücke die leichteste ist, erkämpft sich den ersten Platz. Klingt erstmal ganz einfach, doch wie würden Sie vorgehen, wenn Ihnen nur Styroporplatten, Drahtseil und Holzspieße zur Verfügung stehen und dabei das Gewicht und die Standhaftigkeit der Konstruktion nicht außer Acht gelassen werden darf? Während sich die Schüler Gedanken machten, lauschten die anderen 180 Teilnehmer des Symposiums weiteren Fachvorträgen über neue Materialien, Oberflächen und Leichtbau.

„Intelligenter Leichtbau“ lautete das Motto der vier Schülergruppen
Nach drei Stunden kreativer Arbeit und unzähligen Schaulustigen, die die ganze Zeit ihre Runden um die Tische der vier Teams drehten und diese miteinander verglichen, nahte das Ende. Die Spannung stieg – wessen Brücke erfüllt alle Kriterien und wer hat die leichteste? Welches Team darf das Siegerpodest besteigen und erhält einen Preis von 1.000 € für seine Schule? Im Mittelpunkt der Auswertung standen der Brückenbau, das Vorgehen bei den Experimenten und die Kommunikation innerhalb der Gruppe. Gewinner aller drei Teile und somit Sieger des Wettbewerbs wurde das Team des Gymnasiums Papenburg. Den zweiten Platz belegte die Bonifatiusschule II Göttingen und erhielt ein Preisgeld von 750 €. Doch auch der Drittplatzierte (Oberschule Bomlitz) und der Vierplatzierte (Geschwister-Scholl-Schule Altenwalde) waren Gewinner und erhielten Geldpreise in Höhe von 500 € und 250 €.

Karrierestand im Foyer
Neben der Begleitung des Schülerwettbewerbs war die Salzgitter AG auch mit einem Karrierestand vor Ort. Zwar habe ich als angehende Betriebswirtin eher wenig mit Verbundstoffen, Oberflächen und dem Leichtbau zu tun. Es war aber trotzdem interessant zu verfolgen, wie sich die unterschiedlichsten Fachgespräche entwickelten und erfolgversprechende Kontakte an unserem Stand geknüpft wurden.

Bleiben Sie authentisch. Wir tun es auch.

veröffentlicht von Frank Gießelmann am 14. November 2011

Career Service, Leibniz Universität Hannover an einem späten Freitag Nachmittag im November. Ungefähr 25 Studierende sind in diese Außenstelle der Uni geströmt, um mehr über ein Thema zu erfahren, welches die Gemüter bewegt: Was muss ich wissen über die Eintrittskarte zum Job, dem Vorstellungsgespräch.

Die Theorie – vom Warming-up bis zur Abschlussvereinbarung – wurde bereits von den Dozenten des Career Service nahe gebracht, jetzt darf der eingeladene Personaler von der Salzgitter Flachstahl Rede und Antwort stehen. Nach einer kurzen Einleitung lassen die drängenden Fragen nicht lange auf sich warten. Mancher hat bereits erste Erfahrungen mit grimmigen Gesprächspartnern gemacht und fürchtet gar eine Verhöratmosphäre im Stile der James-Bond-Filme der 60er Jahre (“Läuft da so ein angespanntes Frage-und-Antwort-Spiel?”). Eine Studentin möchte gerne wissen, ob Allgemeinwissen abgefragt wird (“Nennen Sie mir die 16 deutschen Bundesländer!”), und wieder andere stellen die beliebte Gretchenfrage “Was muss ich antworten, wenn ich dies oder jenes gefragt werde?”.

Grundsätzlich kann vor dem Berufsstart jedem nur geraten werden, erste (vielleicht auch wilde) Ideen bei einer solchen Veranstaltung mit der Praxis abzugleichen. Viele Befürchtungen werden sich schnell relativieren. Es stärkt definitiv die Rolle im Gespräch, sich einmal mit den Erwartungen seiner Gesprächspartner auseinanderzusetzen. Die allermeisten wollen nämlich weder ein Stressgespräch führen, glatt gebügelte Antworten aus Pseudo-Ratgebern hören oder Sie schlecht dastehen lassen. Der gut informierte, zielorientierte und neugierige Bewerber (w/m) kann immer punkten – eine Musterlösung zum Erfolg wird man im Internet auch unter den beinah 3.000.000 Treffern zum Begriff “Vorstellungsgespräch” nicht finden.  Nützliche Tipps und ehrliche Antworten dazu konnten wir an diesem Abend dagegen sehr wohl herausarbeiten: Nein, wir wollen Gespräche führen und keine Verhöre. Wir gehen davon aus, dass Sie die Bundesländer kennen, machen aber ungern Geographietests. Antworten sollten am besten die Wahrheit sein, und Sie legen den Schwerpunkt auf das, was Ihnen wichtig ist. Es spricht nichts gegen Entwicklungsfelder, spannend ist allerdings, was sie tun, um darin besser zu werden.

Auf dieser Basis werden wir sicher zusammenfinden auf der Suche nach dem richtigen Job für den richtigen Bewerber (w/m). Bleiben Sie authentisch. Wir tun es auch. Glück auf!

Do you have what it takes to be a steel plant manager?

veröffentlicht von Markus Rottwinkel am 07. November 2011

Test your mettle in the Virtual Steelmaking Challenge, which is presented by the e-learning plattform steeluniversity! Use your creativity, planning and steel knowledge to win fame, an overseas trip and a cash prize!

Who can take part?
There are two categories of entry. You can enter as a university student or as a new steel industry employee (employed with your company for less than three years).

How does it work?
At 12:00 GMT on 15 November 2011, Round 1 of the challenge will start. You will have 24 hours to complete an order for a specific grade of steel using the linked blast furnace and basic oxygen steelmaking simulations at steeluniversity.org. You can enter as an individual or in a team. You can make as many attempts as you want during the 24 hours.

How is the winner selected?
The simulations measure the cost of producing the specified steel grade. The winner is the entrant who successfully completes the simulations at the lowest overall cost. The winners are selected at two levels: Regional Champions in Round 1 and the World Champion in Round 2.
Round 1
Regional Champions will be selected for each of the following regions: North America, Latin America, Europe-CIS, Middle East-India- Africa, and East Asia-Oceania. They will be invited to take part in the final, Round 2, with full sponsorship of their trip!
Round 2
will take place in February 2012 at the World Steel Association in Brussels. The event will be witnessed by the leaders of the global steel industry.

The World Champions (one for each category) will receive a trophy and €1,000 prize, The Runners-up will receive €250 and a certificate.

PS: Salzgitter AG is a member of World Steel Association which developed steeluniversity.org .

Salzgitter AG ist nicht mehr nur ein Firmenname

veröffentlicht von Markus Rottwinkel am 02. November 2011

Am Donnerstagmorgen, den 22.09.11, wurden wir, das komplette 1. Lehrjahr der MPR GmbH, mit dem Bus abgeholt und brachen Richtung Salzgitter auf. Ziel des Ausfluges war die Besichtigung der Salzgitter AG Hauptverwaltung, der Ausbildungswerkstatt der Salzgitter Service und Technik GmbH sowie das Stahlwerk der Salzgitter Flachstahl GmbH. Begleitet wurden wir von unserem Ausbilder, Herrn Oberthin, und dem Ansprechpartner der Azubis, Herrn Nieslony. Nach der Ankunft in unserem Hotel in Salzgitter gab es erstmal ein gemeinsames Abendessen, bevor wir dann zum gemütlichen Teil übergingen.

Der nächste Tag begann für uns um 8 Uhr morgens. Zunächst besuchten wir die Hauptverwaltung, wo wir von Herrn Menneking, dem Geschäftsführer der Salzgitter Mannesmann Precision GmbH, empfangen wurden.
Nachdem uns der Konzern durch eine ausführliche und interessante Präsentation nähergebracht wurde, ging es anschließend mit der Besichtigung los. Zuerst besuchten wir die Ausbildungswerkstatt der gewerblichen Auszubildenden und die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers aus dem zweiten Weltkrieg, welches sich ebenfalls auf dem Gelände befindet. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine besichtigten wir dann das Werk der Salzgitter Flachstahl GmbH. Es war sehr beeindruckend zu sehen, über was für eine riesige Fläche sich die Firma dort erstreckt. Zwischen den einzelnen Hallen war es deshalb nötig, mit dem Bus zu fahren.

Die erste Station war die Besichtigung eines der Hochöfen. In den Hochöfen wird mit Hilfe von Koks, Eisenerz und anderen Stoffen Roheisen erzeugt. Bis zu 13.500 t fertigen die drei Hochöfen A, B und C am Tag. Das produzierte Roheisen wird anschließend im Stahlwerk verarbeitet, welches dann auch unsere zweite Station der Besichtigung war. Dort kam uns beim Betreten des Werkes direkt der Geruch von Stahl entgegen. Hier wird das Roheisen aus den Hochöfen zu Rohstahl umgewandelt.
Zu guter Letzt schauten wir uns bei gefühlten 200°C das Warmwalzwerk an. Dort konnten wir beobachten, wie die Brammen zunächst in Wärmeöfen erhitzt wurden, bevor sie auf der  Warmbreitbandstraße fertig gewalzt wurden. Mit der Besichtigung des nahegelegenen Coillagers endete unsere Werkstour und gleichzeitig auch ein spannender und informativer Betriebsausflug.

Ein Bericht von Miriam Dräger und Kevin Janki